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SCHWINGEN: Mit der Hilfe des Heilers kuriert

Christian Schuler verpasste praktisch die gesamte letzte Saison. Am Schwyzer Kantonalen bestreitet er am Sonntag sein erstes Kranzfest nach der Verletzungspause. Der 30-Jährige wird als Mitfavorit antreten.
Claudio Zanini
Ist Christian Schuler gesund, wird es für die Konkurrenz meistens ungemütlich. (Bild: Roger Grütter (Estavayer, 28. August 2016))

Ist Christian Schuler gesund, wird es für die Konkurrenz meistens ungemütlich. (Bild: Roger Grütter (Estavayer, 28. August 2016))

Claudio Zanini

claudio.zanini@luzernerzeitung.ch

Roger Federer, Emre Can und Christian Schuler. Tennisgott, Fussballstar, eidgenössischer Kranzschwinger. Die Gemeinsamkeiten der drei dürften sich wohl auf ein Minimum beschränken. Mindestens einmal taten sie aber dasselbe. Sie alle vertrauten einem ägyptischen Heilpraktiker namens Mohamed Khalifa. Dieser praktiziert in Salzburg und kuriert seit rund 40 Jahren Muskel- und Gelenkverletzungen, vor allem am Knie. Ohne Operation, sondern nur indem er mit seinen Händen Druck auf die Haut erzeugt.

Wohl mag das für alle, die noch nie auf dem Schragen des Ägypters lagen, nach Hokuspokus klingen. Doch Schuler, der vom früheren Abfahrer Franz Heinzer an Khalifa vermittelt wurde, machte gute Erfahrungen. Die Therapie sei zwar mit Schmerzen verbunden gewesen, kurz danach habe er aber herumhüpfen können. Schuler verspricht sich eine langfristig anhaltende Wirkung davon. Er sagt: «Ich habe diese Behandlung gemacht, um noch möglichst lange schwingen zu können.»

82 Kränze und viel Gelassenheit

Der Ausflug zum Heiler nach Salzburg liegt schon einige Zeit zurück. Im letzten Sommer war es, als sich Schuler am Ob- und Nidwaldner Kantonalen einen Kreuzbandriss zugezogen hatte. Ein besonders unschöner Zeitpunkt, denn er war formstark. Und das in der Saison mit dem Unspunnen-Schwinget, einem Fest, das im Sechs-Jahres-Rhythmus stattfindet und deswegen im Normalfall nicht mehr als dreimal in einer Karriere vorkommen kann. Während bei anderen Athleten in solchen Situationen Welten zusammenbrechen, rüttelte dies den zweifachen Vater nur kurz durch. Den Unspunnen-Schwinget habe er ja schon zweimal «miterleben dürfen», sagt er. «Miterleben» ist ziemlich untertrieben. 2011 prägte er das Fest, nur im Schlussgang unterlag er Daniel Bösch. Doch im Allgemeinen käme es nicht nur auf die Grossanlässe drauf an. «Alle Schwingfeste sind wichtig, auch die kleinen.»

Es sind wohl auch die 82 Kränze und 14 Kranzfestsiege, die beim Schwyzer eine gewisse Gelassenheit begünstigen. Wenn alles nach Plan läuft, dürfte er in wenigen Jahren bei 100 Kränzen stehen. Schuler zählt zu den grossen Figuren im Schwingsport. Ist er gesund, wird es für die Konkurrenz zumeist ungemütlich. Wie am vergangenen Wochenende beim Abendschwinget in Küssnacht. Schon vor dem Schlussgang war Schulers Vorsprung so gross, dass ihn keiner der Konkurrenten punktemässig hätte überholen können. Er bezwang dann der Vollständigkeit halber im finalen Duell noch Reto Nötzli – auch ein Eidgenosse – und gewann das Fest mit 59,50 Punkten, einen halben Punkt unter dem Maximum. Ein Sieg, der perfekt in Schulers Schema passt, denn seine Ansprüche an sich selbst sind hoch: «Natürlich ist auch eine Schlussgangteilnahme ein Erfolg. Aber kommt man so weit, will man das Fest gewinnen. Was zählt, ist der Sieg.»

Das Schwyzer Kantonale am Sonntag in Sattel wird sein erster Einsatz an einem Kranzfest nach der Verletzungspause. Es steht ganz im Zeichen des abtretenden Martin Grab (siehe unten). Grab wohnt wie Schuler in Rothenthurm, beide gehören dem Schwingklub Einsiedeln an, Grab ist der Firmgötti von Schuler. «Er ist ein toller Schwingkamerad und ein guter Freund. Er hat sehr viel für unseren Sport gemacht», sagt Schuler. Es habe sich abgezeichnet, dass der 38-Jährige sich bald vom aktiven Schwingsport zurückziehen würde. Für die Schwyzer ist es ein weiterer grosser Name weniger im Team nach den Rücktritten der Brüder Laimbacher. Auch Schuler, Andreas Ulrich oder Mike Mülle­stein – die verbleibende Spitze – sind alle um die 30 Jahre alt. Wer hinter den derzeitigen Platzhirschen nach­rücken könnte, ist noch nicht klar ersichtlich. An diesem Schwyzer Verbandsfest dürfte der Sieg jedenfalls über die arrivierten Kräfte führen.

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