SCHWINGEN: Ob- und Nidwaldner in Spätform

Nebst dem Sieg von Marcel Mathis schwingen sich auch andere Einheimische in den Vordergrund. Vor allem der Engelberger Lukas Bernhard sorgt für Furore.

Simon Gerber
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Der Schlussgang zwischen Marcel Mathis und Marcel Bieri (links). (Bild: Corinne Glanzmann (Ennetmoos, 3. September 2017))

Der Schlussgang zwischen Marcel Mathis und Marcel Bieri (links). (Bild: Corinne Glanzmann (Ennetmoos, 3. September 2017))

Simon Gerber

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Erstmals gewann Marcel Mathis den traditionellen Allweg-Schwinget und damit gleichzeitig auch sein Heimfest. Nach dem Unentschieden zum Auftakt ge­gen den Urner Stefan Arnold liess der 28-Jährige aus Büren nichts mehr anbrennen und reihte Sieg an Sieg. Im Schlussgang revanchierte sich der Landwirt gegen den Zuger Marcel Bieri für die Niederlage vor drei Wochen auf der Melchsee-Frutt auf eindrückliche Art und Weise.

Marcel Mathis reiste ohne den Siegerpreis nach Hause. Das Rind Blanca liess er beim Züchter Thomas Agner zurück und liess sich den ersten Platz in bar auszahlen.

Vonlaufen bei Halbzeit an der Spitze

Neben Marcel Mathis sorgten dank ihrer Spätform noch andere Ob- und Nidwaldner für Furore. Der Engelberger Lukas Bernhard klassierte sich nach einer starken Tagesleistung im ausgezeichneten dritten Rang. «Mit meiner Bilanz bin ich sehr zufrieden. Auch das Notenblatt darf sich sehen lassen», sagte der gelernte Zimmermann. Der 21-Jährige verlor nur das Duell gegen den Nordwestschweizer Eidgenossen Nick Alpiger und erzielte gegen den bärenstarken Schwyzer Andreas Höfliger ein ehrenvolles Unentschieden. Vier Siege brachten den sechsfachen Kranzgewinner ganz nach vorne. Ohne Niederlage blieb Thomas Hurschler. Nach einem verhaltenen Start rollte der untersetzte Sennenschwinger das Feld von hinten auf.

Einen starken Wettkampf lieferte am Vormittag Alexander Vonlaufen ab. Mit drei Maximalnoten lag der 120 Kilogramm schwere Beckenrieder vor der Mittagspause an der Spitze des Zwischenklassements. Danach war der dreifache Kranzfestsieger gegen ausnahmslos starke Gegner gefordert. Mit den drei Unentschieden gegen Marcel Bieri, Reto Nötzli und Andreas Höfliger fiel der gelernte Polymechaniker wieder zurück. «Es war für mich kein einfacher Tag. Ich nehme jedoch das Positive mit ins Wintertraining», erklärte der Routinier. Mit der Niederlage gegen Marcel Bieri kam der Eidgenosse Benji von Ah schon früh in Rücklage, rappelte sich wieder auf und realisierte noch vier souveräne Siege.

Schon mehrmals erklärten in der schönen Arena Sägemehlathleten ihren Rücktritt. Nach Peter Imfeld im letzten Jahr war die Reihe diesmal an Thomas Töngi. Der 33-Jährige aus Wolfenschiessen holte insgesamt acht kantonale Kränze und verabschiedete sich vor 1900 Zuschauerinnen und Zuschauern von der sportlichen Bühne.

Gästefiasko sorgt für Gesprächsstoff

Ein viel diskutiertes Thema war das Fiasko der eingeladenen Gästeschwinger. Nur drei von zehn möglichen Startplätzen füllten die Berner. Nicht viel besser sah es bei den Nordwestschweizern aus. Immerhin ermunterte Pas­cale Alpiger ihren Sohn Nick zu einem Start. «Vom kargen Gästeaufgebot bin ich sehr enttäuscht. Ich suchte das Gespräch mit dem TK-Chef der Berner, aber dieses fruchtete nichts», sagte der OK-Präsident Werner Durrer zu seinen Bemühungen um ein attraktives Teilnehmerfeld. Dieses hatte auf den Publikumsaufmarsch allerdings keinen Einfluss. Entscheidend sei für den Allweg-Schwinget jeweils schönes Wetter.

Ennetmoos. Allweg-Schwinget (103 Schwinger, 1900 Zuschauer). Schlussgang: Marcel Mathis (Büren NW) bezwingt Marcel Bieri (Edlibach) nach 7:55 Minuten mit Fussstich.

Rangliste: 1. Mathis 58,50. 2. Roger Bürli (Menzberg) 57,75. 3. Bieri und Lukas Bernhard (Engelberg), je 57,25. 4. Thomas Hursch­ler (Grafenort), Nick Alpiger (Staufen), Simon Zimmermann (Beckenried) und Remo Betschart (Walchwil), je 57,00.

Schangnau. Kemmeriboden-Schwinget (111 Schwinger, 2200 Zuschauer). Schlussgang: Thomas Sempach (Heimenschwand) bezwingt Matthias Aeschbacher (Rüegsau­schachen) nach 8:33 Minuten mit kurz Anziehen und Abschlunggen.

Rangliste: 1. Sempach 58,50. 2. Aeschbacher 58,00. 3. Fritz Ramseier (Süderen) 57,50. 4. Joel Wicki (Sörenberg) 57,25. 5. Michael Scheuner (Bleiken bei Oberdiessbach), Christian Hadorn (Eggiwil), Christian Gerber (Röthenbach) und Marco Fankhauser (Hasle), je 56,75.