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SCHWINGEN: Schwingerkönigin: Menznauerin hat gute Chancen auf den Titel

Die Frauen küren am Samstag in Schachen ihre Schwingerkönigin. Die Menznauerin Sarah Wisler hat gute Chancen auf den Titel. In dieser Saison hat sie die amtierende Königin bereits einmal besiegt.
Roger Rüegger
Sarah Wisler (17) im Schwingkeller in Wolhusen. (Bild: Roger Grütter (Wolhusen, 19. September 2017))

Sarah Wisler (17) im Schwingkeller in Wolhusen. (Bild: Roger Grütter (Wolhusen, 19. September 2017))

Roger Rüegger

roger.rueegger@luzernerzeitung.ch

Im Berufsleben befindet sich Sarah Wisler noch in der Ausbildung. Die 17-jährige Menznauerin arbeitet in Zell als Schreinerin im dritten Lehrjahr. Auf der Baustelle und in der Werkstatt muss sie in der Regel tüchtig anpacken. «Wir sind Fensterbauer. Auf dem Bau schleppen wir Fenster, Gläser und Türen meistens von Hand. Das ist gut, die körperliche Arbeit kommt mir für meinen Sport entgegen. In den Kraftraum zum Training muss ich nicht extra», sagt die kräftige, nicht sehr grosse Schwingerin des Frauenschwingklubs Steinhuserberg und Umgebung, der in Wolhusen beheimatet ist.

Auf der Baustelle in Sumiswald hat sie am Dienstag eine Pause eingelegt, um uns ihre Erwartungen und Chancen für das Frauen- und Meitlischwingfest von morgen Samstag in Schachen zu schildern. «Ich habe noch nichts zu verlieren, denn ich habe nicht damit gerechnet, dass ich diese Saison vorne mitschwingen kann», sagt Wisler etwas gar bescheiden. Tatsächlich hat die junge Frau morgen reelle Chancen, Schwingerkönigin zu werden. Zumal der Frauenschwingklub Steinhuserberg das Fest organisiert (wir berichteten). Mit 284 Punkten liegt Wisler zwei Punkte hinter der amtierenden Königin Sonja Kälin (32) aus Schindellegi und Jasmin Gäumann (17) aus Häutligen BE, die je 286 Punkte haben.

Man gönnt sich gegenseitig den Erfolg

Die Schwingerinnen krönen ihre Königin jedes Jahr. Dies aber anders als die Männer nicht an einem einzigen Schwingfest. Bei den Frauen wird die Punktzahl aller Schwingfeste der Saison summiert. Davon werden zwei Streichresultate abgezählt. Schwingerkönigin wird Ende Saison die Frau mit den meisten Punkten. Bei den Männern findet nur alle drei Jahre ein Eidgenössisches Schwingfest, bei dem der König ausgemacht wird, statt.

Sarah Wisler, die beim ersten Schwingfest dieses Jahres ihren ersten Kranz überhaupt holte, müsste in Schachen einen Supertag erwischen und alle sechs Gänge gewinnen, um Königin zu werden. Dass die Mitfavoritin Sonja Kälin nicht antreten wird, sieht Sarah Wisler übrigens nicht unbedingt als Vorteil. «Sie ist keine unangenehme Gegnerin, im Gegenteil. Mit Sonja habe ich in dieser Saison schon mehrere Male gekämpft. Einmal habe ich sie bezwungen, dreimal gab es einen Gestellten», erläutert Sarah ihre positive Bilanz gegen die Königin. Was sie an Kälin schätzt, ist ihre Art im Ring. «Sonja kämpft mit mir, während sich viele andere passiv verhalten und sich immer wieder von mir lösen, sodass die Zeit runterläuft.» Wisler geht als Kämpferin immer auf Angriff, also direkt in die Gegnerin rein. «Das ist das beste Rezept für mich», sagt sie. Das wissen aber auch ihre Gegnerinnen. So nehmen sich viele von ihnen vor Wislers «äusserem Haken» in Acht, der ihre Spezialität ist. «Deshalb trainierte ich in letzter Zeit diverse andere Schwünge», so die Menznauerin. Welche dies sind, verriet sie uns natürlich nicht.

Die andere Favoritin, Jasmin Gäumann, kennt Sarah Wisler ebenfalls sehr gut. Im Schlussgang in Binningen unterlag sie der ebenfalls 17-jährigen Bernerin. «Wir waren oft Gegnerinnen, und ich habe sie auch schon gestellt», sagt die Luzernerin und fährt sogleich fort. «Wir mögen einander sehr gut und können uns auch über den Erfolg der anderen freuen.» Dem Schwingfest ihres Klubs in Schachen blickt sie deshalb gelassen entgegen. «Mein Ziel ist, den dritten Rang zu behalten. Ich kann gut abschalten und mich auf die Gegnerinnen fokussieren. Wenn ich gut starte und den ersten Gang gewinne, läuft’s vielleicht rund», ist sie zuversichtlich. Ihr Trainer Christian Brun attestiert ihr gute Chancen auf den Titel. «Ich habe noch nie jemanden mit einem solchen Kampfgeist gesehen. Ihre Stärke ist ihr Ehrgeiz. Man muss sie manchmal fast bremsen.» Sie sei eine temperamentvolle Kämpferin. Wenn sie nicht zu hastig einsteige, habe sie es in den eigenen Händen, den Titel am heimischen Eidgenössischen Schwingfest zu holen. Er ist überzeugt, dass sie Jasmin Gäumann in Schachen schlagen kann. «Die Bernerin hat dieses Jahr schon gegen Schwingerinnen unseres Klubs verloren, warum nicht auch am Samstag?», so Brun.

Bereits jetzt eine erfolgreiche Saison

Ungeachtet dessen, wie das Eidgenössische ausgeht, ist die Saison für Sarah Wisler ein Erfolg. Sie kämpfte verletzungsfrei und hat fünf Kränze an sechs Schwingfesten geholt. Ausserdem verlor sie nur einen Gang. Jedoch musste sie etwa am letzten Schwingfest in Raron VS vier Gestellte verbuchen, was sie in der Gesamtwertung nicht nach vorne brachte. Im letzten Jahr nahm sie nur an drei Schwingfesten teil, weil sie sich verletzte.

Am Samstag kann sie sicher auf die Unterstützung von Freunden und Familie zählen. Ihr Vater und die beiden Brüder sind ehemalige Schwinger, die 16-jährige Schwester Rahel ist ebenfalls Mitglied im Frauenschwingklub Steinhuserberg. Sarah freut sich auf den Wettkampf. Das Training hat sie reduziert, sie beschränkte sich auf die mentale Vorbereitung, damit sie sich nicht noch kurz vor dem Eidgenössischen eine Verletzung zuzieht, wie im letzten Jahr. «Es ist alles offen», sagt sie, ehe sie wieder auf die Baustelle zurückkehrt.

Eidgenössisches Frauenschwingfest in Schachen. Programm. Samstag. 7.30 Uhr: Eintreffen der Schwingerinnen. – 8.30: Appell.– 9.00: Anschwingen. – 12.00: Mittagspause. – 13.00: Fortsetzung Schwingen. – 16.00: Schlussgänge. – 17.30: Rangverkündigung. – Eintrittspreis: 10 Franken. Weitere Infos unter www.frauenschwingclub.ch

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