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SCHWINGEN: Sie reist mit viel Herzblut nach Burgdorf

Seit Jahrzehnten fördert die Obwaldner Firma Leister den Schwingsport. CEO Christiane Leister erzählt von ihrem ersten Festbesuch, von der Faszination Schwingen und weshalb Unternehmensführung stark mit Sport verbunden ist.
Interview Jonas von Flüe
Ihr sind alle Schwinger gleich lieb: Christiane Leister, die den Schwingsport mit viel Tatkraft unterstützt. (Bild Manuela Jans)

Ihr sind alle Schwinger gleich lieb: Christiane Leister, die den Schwingsport mit viel Tatkraft unterstützt. (Bild Manuela Jans)

Frau Leister, Ihr 1993 verstorbener Ehemann Karl war ein grosser Fan des Schwingens. Man hört, dass er vor über 50 Jahren auf der Suche nach einem neuen Standort für seine Firma per Zufall am Brünig-Schwinget hängen geblieben ist. Können Sie uns diese Anekdote genauer erzählen?

Christiane Leister: Mein verstorbener Ehemann hat sich seit der Eröffnung eines Filialbetriebs 1963 in Kägiswil mit dem Nationalsport und dessen Gepflogenheiten auseinandergesetzt und dafür lebenslang grosse Begeisterung gezeigt. Die erste Begegnung erfolgte zufällig auf dem Brünig, wo er bei einem Schwingfest herzlich vom Schwingervolk empfangen und in die Welt des Schwingsports eingeführt wurde. Bald zeigte er sich als treuer Gabenspender bei kleinen wie auch bei grossen Schwingfesten. Der Besuch von zahlreichen Schwingfesten im Sommer entwickelte sich zur Tradition. Der Höhepunkt für ihn war immer der Besuch des Brünig-Schwingets.

Wie wurden Sie selbst vom Schwingervirus infiziert?

Leister: Mein erstes Schwingfest war der Hallenschwinget in Sarnen, wohin ich meinen Ehemann begleitete. Darauf folgte 1989 das Eidgenössische Schwingfest in Stans, ein grossartiges Erlebnis für mich. Da nicht nur mein Ehemann, sondern auch viele Mitarbeiter der Firma Leister Schwingerfans sind, wurde ich nach und nach bei den Besuchen von Schwingfesten mit den Gepflogenheiten unseres Nationalsports vertraut, lernte Schwinger, Regeln und Bräuche kennen und wurde von der Schwingerfamilie willkommen geheissen. So wurde ich ganz selbstverständlich mit dem Schwingervirus infiziert.

Was fasziniert Sie denn besonders am Schweizer Nationalsport?

Leister: Starke Männer, starke Werte. Die Verbindung und Balance von Brauchtum, Sport und Fortschritt, welche das Schwingen auch in Zukunft interessant und lebendig halten werden. Der Schwingsport ist weltweit einzigartig und verkörpert Kraft, Ausdauer und Bodenständigkeit – gepaart mit Fairness und Respekt für den Gegner. Unser Nationalsport steht für pure Swissness, worauf wir stolz sein können. Vor allem finde ich es auch erfreulich, dass im Laufe der Zeit alle Bevölkerungsschichten und Altersklassen sowie auch weibliche Schwingerfans ein grosses Interesse an Schwingfesten zeigen.

Sehen Sie Parallelen zwischen Ihrem Unternehmen und der Arbeit im Sägemehl?

Leister: Neben gemeinsamen Werten gibt es auch Parallelen beim Handeln: Keine Spitzenleistungen ohne permanente Leistungsbereitschaft, ständige Weiterentwicklung von Potenzialen, mentale Stärke im Umgang mit Erfolg und Niederlage, Durchhaltevermögen, Strategie und Taktik, um dem Gegner immer einen Schritt voraus zu sein. Eine grosse Gemeinsamkeit und Herausforderung bei der Unternehmensführung und im Schwingsport ist das permanente Dilemma zwischen Einzel- und Teaminteresse. Der Ausgleich und das Managen dieser beiden gegensätzlichen Positionen stellen eines der grossen Erfolgsgeheimnisse sowohl in der Arena als auch im Geschäftsleben dar.

Warum unterstützen Sie das Schwingen, obwohl die Medienpräsenz in anderen Sportarten, wie zum Beispiel Fussball, viel grösser ist?

Leister: Unsere Kunden sind keine Endverbraucher, sondern Anwender im Baugewerbe und in der Industrie. Wir haben einen Exportanteil von über 95 Prozent. Damit sind wir für den Absatz unserer Produkte nicht auf grosse Medienpräsenz in der Schweiz angewiesen. Uns geht es vielmehr darum, unsere Mitarbeitenden und künftige Mitarbeitende auf unsere Firmenkultur, unsere Werte und Handlungsweisen aufmerksam zu machen. Weiterhin möchten wir auch zeigen, wie tief wir traditionell in der Innerschweiz verankert sind. Und bei Leister haben wir gemäss dem Motto «Harte Arbeit – frohe Feste» alle Freude am Schwingsport und der damit verbundenen Festkultur. Die Schwingerfans verhalten sich fair, respektvoll und friedlich. Das auch bei harten Kämpfen im Sägemehl und heftigen Diskussionen über Einteilungen und Noten.

Ihr Unternehmen ist Hauptsponsor des Innerschweizer Schwingerverbandes, sie spenden jährlich etliche Lebendpreise, warum unterstützen Sie den Breitensport und nicht einen einzelnen Spitzenschwinger?

Leister: Der Erfolg der Leister-Gruppe basiert im Wesentlichen auf Teamleistungen, wobei innerhalb der Teams jeder einzelne Mitarbeiter motiviert ist, persönliche Spitzenleistung zu bringen. Diesem Erfolgsrezept folgen wir auch konsequent durch unsere Aktivitäten beim Sponsoring. Jeder Spitzenschwinger ist auf den Rückhalt des Verbandteams angewiesen, um Erfolg zu haben. Einen unserer Führungsgrundsätze haben wir von den Schwingern übernommen: «Einigkeit macht stark.» Über das Sponsoring des Schwingsports geben wir diese Message an unsere Mitarbeitenden weiter.

In welchem Rahmen bewegt sich Ihr Engagement?

Leister: Die Firma Leister fördert den Schwingsport seit Jahrzehnten. Wir sind seit einigen Jahren der Hauptsponsor des Innerschweizer Schwingerverbandes und spenden für Schwingfeste Lebendpreise oder andere traditionelle Gaben. Unter anderem haben wir in diesem Jahr für das Innerschweizer Schwingfest in Emmen den Siegermuni gesponsert, den ich dem Sieger Bruno Gisler übergeben durfte. Ich persönlich habe besonders Freude an den Tierpreisen. Es gibt immer einen Fototermin beim Züchter auf dem Hof oder auf der Alp, gefolgt von einem geselligen Beisammensein unter Schwingerfreunden. Zudem liegt uns besonders die Förderung der Jungschwinger am Herzen, damit wir auch in Zukunft wieder Böse und Könige, Favoriten und Herausforderer an den Schwingfesten erleben können.

Ihr Unternehmen tritt auch am Eidgenössischen Schwingfest in Burgdorf als Gabenspender auf, welchen Lebendpreis dürfen Sie übergeben?

Leister: Beim Eidgenössischen Schwingfest warten elf Lebendpreise auf die Sieger. Leister ist dabei der einzige Spender eines Lebendpreises ausserhalb des Kantons Bern. Wir freuen uns darauf, das Rind Kinga des Züchters Patrick Lüthi am kommenden Sonntag einem der Spitzenschwinger übergeben zu dürfen. Weiterhin haben wir das Innerschweizer Team als Ergänzung zur bestehenden Kaderjacke mit Poloshirt, Präsentationsjacke und Regenjacke ausgerüstet. Alles in Rot, welches Kraft und Stärke symbolisiert. Diese Message möchten wir den Innerschweizer Schwingern für Burgdorf mit auf den Weg geben.

Was trauen Sie den Innerschweizer Schwingern in Burgdorf zu? Kann gar einer König werden?

Leister: Die Erfahrung aus den letzten Jahren zeigt, dass es zwar Favoriten und Herausforderer gibt, aber schlussendlich alles offen ist. Es hat bei eidgenössischen Schwingfesten immer wieder Überraschungen gegeben. Ich hoffe auf möglichst attraktive Einteilungen, spannende Kämpfe und einem dem Anlass entsprechenden hohen Niveau. Da ich seit 2008 Ehrenmitglied der Schwingersektion Sarnen bin, werde ich unserem Innerschweizer Team den Rücken stärken. Aber am Schluss sollte immer der Beste gewinnen, Leistung und Fairness über lokalen Interessen stehen.

Sie kommen mit vielen Schwingern in Kontakt. Wen schätzen Sie besonders? Oder haben Sie gar einen Lieblingsschwinger?

Leister: Im Laufe der Jahre habe ich bei diversen Anlässen viele Schwinger persönlich kennen gelernt und interessante Begegnungen erlebt. Ich habe grossen Respekt und Hochachtung vor der sportlichen sowie auch der mentalen Leistung jedes Einzelnen. Dabei sind mir alle Schwinger gleich lieb mit ihren individuellen Stärken und ihren Potenzialen, welche sie ständig weiterentwickeln, um uns immer wieder mit neuen Spitzenleistungen zu überraschen.

Wie werden Sie den Saisonhöhepunkt verfolgen?

Leister: Ich freue mich am nächsten Wochenende zwei Tage live in der eindrucksvollen Arena in Burgdorf beim Eidgenössischen Schwingfest dabei zu sein. Mitglieder unserer Konzern- und Geschäftsleitung, begleitet von ihren Ehefrauen, Mitarbeitende, Geschäftspartner und Freunde werden ebenfalls von der Tribüne aus mit viel Begeisterung und Herzblut diesem bedeutenden Anlass beiwohnen.

Hinweis

Christiane Leister ist CEO der Leister AG mit Hauptsitz in Kägiswil OW. Die Firma ist weltweiter Marktführer für Kunststoffschweissgeräte und hat Geschäftsaktivitäten im Bereich Gassensorik und Mikrooptik.

Martin Grab kann Geni Hasler überholen

Schwyzer Bei den Kranzbilanzen schlossen die Schwyzer an den drei letzten Eidgenössischen immer hervorragend ab. 2004 und 2007 holten sie je acht und vor drei Jahren in Frauenfeld waren es sechs Kränze. Dazu erreichte Martin Grab den Schlussgang. Diese Mannschaftsleistung zu wiederholen dürfte aufgrund von Verletzungen diesmal ein eher schwieriges Unterfangen sein. Die Schwyzer haben jedoch vier Spielverderber, die nach einem Ausrutscher der fünf Hauptfavoriten in die Bresche springen können. Das Potenzial zum Schwingerkönig hat Philipp Laimbacher nicht erst seit heute. Bereits 2004 wurde er Zweiter und 2007 Dritter. Nach seiner Schulterverletzung am Innerschweizer tritt er diesmal mit einem Handicap an. Wenn der 30-Jährige jedoch wieder so überzeugend auftritt wie bei seinem überlegenen Triumph am Schwyzer und auf dem Stoos, so ist auch für ihn der Schlussgang möglich. Sein um zwei Jahre älterer Bruder Adi Laimbacher präsentiert sich in einer ausgezeichneten Verfassung. Er schwingt explosiv und ist konstant wie noch nie. Wenn dem Familienvater der Start gelingt, dann ist für ihn viel möglich. In dieser Saison hat der ausgezeichnete Kurzzüger allerdings kein Kranzfest gewonnen.

Andreas Ulrich zählt zu den besten Technikern des Landes. Mit seiner Zweikampfintelligenz kann er es mit jedem Gegner aufnehmen. Zu was er fähig ist, hat er mit den Siegen gegen Kilian Wenger, Matthias Sempach und Daniel Bösch schon bewiesen.

Der Schlussgangverlierer beim Unspunnen-Schwingfest 2011, Christian Schuler, hat nach dem Sieg am Zuger sein Potenzial nicht immer ausschöpfen können. Am Nordostschweizer Schwingfest verpasste er den Kranz, und auf dem Weissenstein verlor er gegen den unbekannten Lorenz Blatter. Auf dem Brünig hat er mit einer guten Leistung wieder neue Motivation getankt. Der lange Zeit verletzte Martin Grab dürfte für das 85-köpfige Innerschweizer Team dank seiner Routine eine starke und wichtige Figur sein. Mit dem sechsten eidgenössischen Kranz könnte er Geni Hasler überholen. Der technische Leiter der Schwyzer, Fidel Schorno, rechnet mit sechs bis acht Kränzen.
Simon Gerber

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