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SCHWINGEN: Viele Absagen – Unspunnen-Fest hat Vorrang

Das Bergfest vom Sonntag auf der Schwägalp gehört zu den Höhepunkten jeder Saison. Doch in diesem Jahr wirft der Unspunnen-Schwinget bereits seine Schatten voraus.
Kilian Wenger (oben) ist erstarkt. Hier bodigt er im 3. Gang Bruno Graber (Bild: KEYSTONE/PETER KLAUNZER)

Kilian Wenger (oben) ist erstarkt. Hier bodigt er im 3. Gang Bruno Graber (Bild: KEYSTONE/PETER KLAUNZER)

Christian Stucki, Arnold Forrer, Willy Graber, Kilian Wenger. Das sind nicht etwa die Favoriten des diesjährigen Schwägalp-Schwingfests, sondern die Abwesenden. Gewiss: Forrer, Stucki und Graber meldeten sich verletzt ab. Dennoch zeigt ein Blick auf die Schwingerliste, dass vor allem die Berner Gäste nicht mit den stärksten Schwingern am Nordostschweizer Bergfest präsent sind.

Kein Wenger, kein Matthias Sempach, kein Bernhard Kämpf. Da liegt die Vermutung nahe, dass das Fest auf dem Unspunnen, das in einer Woche in Interlaken stattfindet, schon bei der Saisonplanung Anfang Jahr ­höhere Priorität genoss. Zumal jeder Athlet maximal an drei Bergfesten teilnehmen kann.

Verschiebung verärgert die Organisatoren

«Ich denke, jeder Schwinger hat sich da so seine Gedanken gemacht», sagt Peter Schmutz, Technischer Leiter der Berner. Zwar gehe er davon aus, dass eine Woche Erholung genug sei. Als ein bisschen unglücklich empfinde er die Ansetzung der beiden Feste jedoch schon. Die Berner Schwinger seien alle selber für ihre Planung verantwortlich. «Da mische ich mich nicht ein.» Er sei aber überrascht, dass doch noch so viele starke Berner den Weg auf die Schwägalp auf sich nehmen. Und er fügt hinzu: «Ich behaupte, wenn das Fest eine Woche früher stattgefunden hätte, wären deutlich mehr Spitzenschwinger am Start.» Als Vorwurf sei dies keinesfalls zu verstehen, denn auf die Planung können die Organisatoren nur begrenzt Einfluss nehmen.

Dies bestätigt OK-Präsident Niklaus Hörler mit deutlichen Worten in Richtung des Eidgenössischen Schwingerverbands: «Das Unspunnen-Fest wurde mit dem Einverständnis des Zentralvorstandes um eine Woche vorverschoben. Das ist für uns völlig unverständlich.» Es sei nicht gut, wenn der Verband beginne, die grossen Feste zu verschieben. Denn für das Fest auf der Schwäg­alp sei eine Verschiebung aus Rücksicht auf die Natur nicht möglich.

Nordostschweizer lassen sich das Fest nicht entgehen

Im Gegensatz zu den Bernern treten die Nordostschweizer mit ihren besten Kräften an. Angeführt von den Vorjahressiegern Samuel Giger und Armon Orlik sowie weiteren elf Eidgenössischen Kranzern werden die Gastgeber versuchen, die lediglich sechs Berner Eidgenossen so schnell wie möglich zurückzubinden. Auch wenn die Gäste nicht in Bestbesetzung antreten, sind unter den gemeldeten Schwingern einige dabei, die in der laufenden Saison ihr Können unter Beweis gestellt haben. Philipp Reusser, der zum Auftakt auf Armon Orlik trifft, triumphierte auf dem Brünig. Thomas Sempachs Name steht gar auf der Schwäg­alp-Siegerliste. 2008 schwang er obenaus. Peter Schmutz zeigt sich kämpferisch. «Ziel bleibt es, jemanden in den Schlussgang zu bekommen», sagt der Technische Leiter der Berner. Ein solcher Festverlauf käme jedoch einer grossen Überraschung gleich. Aus der Innerschweiz ist kein Schwinger dabei.

Ives Bruggmann

sport@luzernerzeitung.ch

Spitzenpaarungen 1. Gang: Samuel Giger – Matthias Aeschbacher. Armon Orlik – Philipp Reusser. Daniel Bösch – Simon Anderegg. Michael Bless – Thomas Sempach. Martin Hersche – Patrick Schenk. Roger Rychen – Florian Gnägi. Tobias Krähenbühl – Kilian von Weissenfluh.

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