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SCHWINGEN: Vorgeschmack auf das Eidgenössische

Die Innerschweizer haben am 17. August die Arena in Burgdorf besichtigt – und bewundert. Die Vorfreude ist nicht nur bei Christian Schuler (25) spürbar.
Christian Schuler nimmt dort Platz, wo in zwei Wochen seine Fans sitzen werden. Der Rothenthurmer zählt zu den grossen Innerschweizer Hoffnungen. (Bild: Corinne Glanzmann / Neue LZ)

Christian Schuler nimmt dort Platz, wo in zwei Wochen seine Fans sitzen werden. Der Rothenthurmer zählt zu den grossen Innerschweizer Hoffnungen. (Bild: Corinne Glanzmann / Neue LZ)

Eine ganze Armee von Gladiatoren taucht kurz vor 8 Uhr auf. Ausgerüstet mit gelben und weissen Bauhelmen und orange leuchtenden Westen machen sich die rund 85 kräftigen Männer auf Richtung Arena. Dorthin, wo sie in zwei Wochen harte Arbeit zu verrichten haben, wo sie sich ihren Widersachern stellen müssen und wo sie zwei erfolgreiche und spannende Tage erleben wollen. «Es ist Zeit, dass es bald losgeht», sagt der Rothenthurmer Christian Schuler. Er gehört zur Armee der Innerschweiz, die am Eidgenössischen Schwingfest (31. August/1. September) in Burgdorf für Furore sorgen und möglichst viele Gegner auf den Rücken legen will. Gestern besuchten die Zentralschweizer anlässlich eines zweitägigen Zusammenzugs in Sumiswald das Festgelände, die Garderoben und den Gabentempel, um einen ersten Eindruck von dem zu bekommen, was sie in zwei Wochen erwarten wird.

Bild: Corinne Glanzmann / Neue OZ
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Innerschweizer Schwinger besuchen Burgdorf

100 Tonnen Sägemehl

Die Vorschriften sind klar. Ohne Helm und Weste kommt keiner aufs Gelände. Die Stimmung unter den Schwingern und mitgereisten Funktionären ist gelöst, den Ausführungen von Geni Hasler, dem Technischen Leiter der Innerschweizer und Leiter der Besichtigung, wird aufmerksam zugehört. Rund 100 Tonnen Sägemehl habe man in der vergangenen Woche nach Burgdorf transportiert. Eine beachtliche Masse, die im gewaltigen Stadion beinahe untergeht. «Die Arena gefällt mir sehr gut», sagt Christian Schuler. Zusammen mit seinen Schwingfreunden sitzt er auf der Tribüne, auf der die Innerschweizer Fans ihren Schwingern die Daumen drücken und zujohlen werden. Die Schwinger sind sichtlich beeindruckt, packen ihre Smartphones aus und machen Bilder der imposanten Arena, die mit ihren 52 013 Plätzen das wohl grösste temporäre Stadion Europas ist. Die Vorfreude ist spürbar. Bis auf den letzten Platz wird die Arena ausverkauft sein, der Lärmpegel lässt sich an diesem sonnigen Samstag nur erahnen. «Das wird etwas ganz anderes, wenn all die Leute auch hier sind», sagt Christian Schuler. Er spricht aus Erfahrung: In Burgdorf wird der 25-Jährige bereits sein viertes Eidgenössisches erleben.

Schuler gehört zu den ganz starken Trümpfen der Innerschweizer. Nicht erst seit seiner Schlussgangteilnahme am Unspunnen-Schwinget 2011 hat der Schwyzer national auf sich aufmerksam gemacht. Er weiss: «Wenn man von den Innerschweizer Spitzenschwingern spricht, fällt auch der Name Schuler.» In dieser Saison gewann er sieben Kränze, einzig am Nordostschweizerischen hat er «einen Tiefschlag erlitten», wie er es formuliert, und keinen Kranz ergattert. Das Zuger Kantonale hat er gewonnen, auf dem Stoos und am Schwyzer Kantonalen stand er im Schlussgang, den er jeweils gegen Teamkollege Philipp Laimbacher verlor. Weil es ihm auch im Training rund läuft, sagt er: «Ich fühle mich momentan so gut wie schon lange nicht mehr.» Vor der Saison plagten ihn Knieprobleme, eine Operation war unausweichlich.
Zu seinen Zielen will Schuler aber nicht zu viel sagen, obwohl er immer sehr hohe Erwartungen an sich selber habe. Dennoch sagt er: «Es wäre komisch, wenn ich den eidgenössischen Kranz nicht anvisieren würde.»
Während seine Kollegen die 440 Gaben im Gesamtwert von rund 800 000 Franken ganz genau studieren, läuft Schuler nur kurz durch den Gabentempel. Auch den Siegermuni, der einen Gegenwert von zirka 20 000 Franken hat, schaut er sich nur kurz an. «Ich mache mir keine Gedanken über Preise, die ich gewinnen kann. Wichtig sind die acht Gänge, dann schaue ich, was noch zu haben ist.»

Erlebnis schweisst zusammen

Zwei Wochen vor dem Saisonhöhepunkt stimmt bei Christian Schuler die Form, bei den Innerschweizern die Stimmung. Am Freitagabend liessen sich die Verantwortlichen um Geni Hasler etwas Besonderes einfallen, um den Zusammenhalt zu festigen. Nach intensiver mentaler Vorbereitung wagten alle Schwinger und ihr Technischer Leiter den Gang über glühend heisse Kohlen. «So ein Erlebnis schweisst schon zusammen», sagt Philipp Laimbacher, der nicht ganz schmerzfrei davongekommen ist. Besser erging es Christian Schuler, Blasen an den Füssen waren bei ihm Fehlanzeige. «Das war eine lustige Sache, doch das haben ja schon viele vor uns gemacht», sagt Christian Schuler.

Vonlaufen findet es weniger lustig

Die Aktion weniger lustig fand der Beckenrieder Alexander Vonlaufen. «Ich habe sehr schlecht geschlafen, die Füsse schmerzten höllisch.» Zwei Wochen bleiben ihm Zeit zur Regeneration, Wochen, in denen bei den meisten Athleten noch einige Schwingtrainings und vor allem viel Erholung auf dem Programm stehen.
Schuler wird am nächsten Sonntag noch den Kilbischwinget in Einsiedeln bestreiten, bevor die Innerschweizer Armee am 31. August wieder in die Arena einmarschieren wird – ohne Helm und Leuchtweste, aber mit viel Selbstvertrauen.

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