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SCHWINGEN: Wickis böses Erwachen

Der erste Schock der Verletzung hat Joel Wicki (19) verdaut. Definitiv mit dem Eidgenössischen abschliessen könne er aber erst am Sonntagabend.
Claudio Zanini
Joel Wicki gestern im Hotel Rischli in Sörenberg. (Bild Claudio Zanini)

Joel Wicki gestern im Hotel Rischli in Sörenberg. (Bild Claudio Zanini)

Dem hospitalisierten Joel Wicki wurde nach seiner Unterschenkelfraktur auf der Schwägalp förmlich die Tür eingerannt. Über 30 Medienanfragen gelangten an Mutter Esthi Wicki, während ihr 19-jähriger Sohn ans Spitalbett in Wolhusen gebunden war. Nebst den körperlichen Schmerzen hatte der Sörenberger natürlich auch mental zu beissen. Knapp drei Jahre hat er sich aufs Eidgenössische vorbereitet. Und nur 14 Tage vor dem Saisonhöhepunkt löste sich Joel Wickis Traum vom eidgenössischen Kranz – vielleicht sogar von mehr als «nur» dem Kranz – in Luft auf. Genau im Moment der grössten Enttäuschung wollte man ihn beispielsweise im Spitalbett fotografieren. «Das hatte teilweise nichts mehr mit gesundem Menschenverstand zu tun», sagte Wicki gestern Abend im Hotel Rischli in Sörenberg. Wicki hat das linke Bein in einer Schiene. Mit dem rechten Arm schiebt er kurzerhand zwei Tische zusammen, an welche sich eine Handvoll Journalisten setzt.

Mitfiebern von zu Hause aus

Die ganz grosse Leere scheint bei Wicki an diesem sommerlichen Abend einem gewissem Realismus gewichen zu sein. Hie und da streut er einen Witz ein, bestellt etwa spasseshalber Bier, grinst und winkt ab. Später sagt er: «Klar, ich bin auch in drei Jahren erst 22 und kann noch viel erreichen.» Ziele seien etwa das Unspunnenfest im nächsten Jahr oder das Eidgenössische 2019 in Zug.

Aber im Moment wirken die künftigen Chancen halt doch nicht tröstend. Vollständig abschliessen mit dem Eidgenössischen könne er erst, wenn am Sonntagabend der Schwingerkönig gefunden ist. «Momentan träume ich immer noch vom Eidgenössischen. Dann wache ich auf und sehe, dass ich diesen riesigen Schuh am Bein trage», sagt Wicki. Mitverfolgen würde er das Schwingfest zwar schon, wenn auch nicht in der Broye-Arena in Estavayer. «Das wäre sehr hart für mich. Zudem muss ich wegen den Schmerzen das Bein hochlagern können.» Vielleicht schaue er die Wettkämpfe zu Hause, vielleicht auch mit Freunden auf einer Grossleinwand. «Ich versuche aber, die Schwingkameraden zu unterstützen, soweit das geht.»

Auf seiner Favoritenliste stünden Christian Stucki, Matthias Sempach, Armon Orlik und Christian Schuler. «Aber auch Mike Müllestein kann an einem guten Tag viel erreichen.»

Claudio Zanini

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