Schwingerfamilie verabschiedet Grab

Martin Grab verabschiedet sich vom Publikum. (Bild: Alexandra Wey / Keystone (Sattel, 6. Mai 2018))

Martin Grab verabschiedet sich vom Publikum. (Bild: Alexandra Wey / Keystone (Sattel, 6. Mai 2018))

Rücktritt Vor seinem allerletzten Schwingfest stand Martin Grab (Bild) im Stall. Da war es noch nicht einmal 6 Uhr in der Früh. Das ist nicht aussergewöhnlich, denn Grab ist ein umtriebiger Mensch. Einerseits führt er eine eigene Spenglerei, andererseits einen Landwirtschaftsbetrieb mit Ziegen, Schafen und Rindern, die gefüttert und gepflegt werden müssen. Und nebst dem Beruf und dem Nebenjob gab es bis an diesem Sonntag noch die Schwingerkarriere. Dieses Kapitel hat Grab, der in einem Monat 39 Jahre alt wird, nun beendet. Ganz endgültig wird das Sägemehl aber nicht aus seinem Leben verschwinden. Der Rothenthurmer ist Präsident des Schwingklubs Einsiedeln. Drei von seinen fünf Kindern schwingen, sein Nachname wird demnach nicht so schnell aus dem Sport verschwinden.

Keine Tränen, sondern Schweiss

Für seinen Abschied boten ihm die 4500 Zuschauer in Sattel einen würdigen Rahmen. Es war ein Heimspiel, denn der Schwinger wohnt in Rothenthurm, dem benachbarten Dorf. Viele trugen dunkelgrüne T-Shirts – als Hommage an die Farbe seines Schwingerhemds – mit der Aufschrift «Danke Martin», ein Wohnhaus neben dem Festplatz hisste ein Leintuch mit derselben Botschaft, auf dem Areal liess ein Transparent verlauten: «Dankä Märtel für diä super Momänt.»

Dass Grab seinen Triumph vom Zuger Kantonalen nochmals wiederholen könnte, schien nicht realistisch. Mit dem Sieg im sechsten Gang gegen Simon Schmid konnte er aber seinen 125. Kranzgewinn feiern.

Mit stehenden Ovationen und minutenlangem Beifall brachten die Zuschauer ihren Respekt für eine reich geschmückte Karriere zum Ausdruck. Der siebenfache Eidgenosse und Unspunnen-Sieger von 2006 sagte: «Es war ein sehr emotionaler Tag und deshalb auch schwierig. Zum Glück konnte ich vor zwei Wochen nochmals zeigen, wozu ich im Stande bin. Aber jetzt ist gut.» Es seien keine Tränen in seinen Augen, sagte Grab, sondern Schweiss. Und er schmunzelte. (cza)

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