SCK-Flügel Dario Ulrich ist «auf Empfang» und will in Wil skoren

Der SC Kriens gastiert am Freitag (20.00) auswärts beim FC Wil. Trainer Bruno Berner ist froh, dass das Transferfenster in der Schweiz jetzt geschlossen ist.

Stephan Santschi
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Viel Aufwand, zu wenig Ertrag. So kann, etwas salopp formuliert, der Start der Krienser in die neue Challenge-League-Saison eingeschätzt werden. Nach dem Sieg gegen Xamax kam es zu zwei Niederlagen in «50:50-Spielen», wie Trainer Bruno Berner sagt. Sowohl beim 1:2 auswärts gegen Stade Lausanne Ouchy, wie auch beim 0:2 zu Hause gegen Winterthur vermisste er in seinem Team die letzte Konzentration über die gesamte Spielzeit.

SCK-Trainer Bruno Berner lobt seinen Schützling Dario Ulrich: «Er hört zu. Das ist ein Punkt, den ich bei anderen immer wieder bemängeln muss.»

SCK-Trainer Bruno Berner lobt seinen Schützling Dario Ulrich: «Er hört zu. Das ist ein Punkt, den ich bei anderen immer wieder bemängeln muss.»

Bild: Pius Amrein (Kriens, 3. Oktober 2020)

Also schickte er sich während der Nationalmannschaftspause in die Ursachenforschung, führte viele Gespräche, arbeitete mit seinen Spielern im mentalen Bereich. «Die letzte Saison war super, genial, wir holten 16 Siege, im Jahr davor waren es sieben gewesen», sagt Berner und führt aus: «Diese Saison, in der wir über unseren Verhältnissen spielten, ist noch in den Köpfen drin. Jan Elvedi zog weiter in die 2. Bundesliga, Sebastian Osigwe zu Lugano in die Super League, Omer Dzonlagic nach Thun.» Jeder habe gedacht: Bin ich der Nächste für den Karrieresprung? «Die Spieler dürfen aber nicht zu viel wollen und müssen wieder die Basisdinge richtig machen.» Froh sei er deshalb, dass am letzten Montag das Schweizer Transferfenster schloss. «Jetzt wissen wir bis Ende Jahr, was wir haben.»

Heute Freitag steht die Wiederaufnahme der Meisterschaft im Programm, die Krienser gastieren beim FC Wil (20 Uhr, Bergholz). Einer der wenigen Akteure, denen Berner eine gute Frühform attestiert, ist Dario Ulrich. Der 22-Jährige weiss sich am rechten Flügel mit Schnelligkeit und Wendigkeit in Szene zu setzen. «Auffallend gut» sei Ulrichs Entwicklung, berichtet Berner, nicht nur jetzt, sondern generell seit seinem Wechsel aus dem Nachwuchs des FC Luzern zum SCK. «Dario ist auf Empfang, er hört zu. Das ist ein Punkt, den ich bei anderen immer wieder bemängeln muss.» Und so weiss der junge Mann aus Sattel im Kanton Schwyz ganz genau, an was er arbeiten muss: Mehr Skorerpunkte liefern. Oder wie es der Spieler selbst formuliert:

«Ich muss mich für meine Leistungen besser belohnen.»

Im FCL-Nachwuchs mit Ruben Vargas im Einsatz

So fokussiert er bei der Sache ist, so ungebrochen ist die Hoffnung auf höhere Weihen in seinem Fussballerleben. Auch Dario Ulrich will mehr, will in die Super League, an der er während seiner Zeit beim FCL geschnuppert hat. Viele Jahre spielte er dort im Nachwuchs, teilweise im selben Team wie der gleichaltrige Ruben Vargas. Der ist mittlerweile zum Bundesligaprofi und Schweizer Nationalspieler gereift. «Sein Siegeswille hat ihn schon immer ausgezeichnet. Es ist eine Riesensache, ihn mit der Schweiz am TV spielen zu sehen», sagt Ulrich.

Sein eigener Weg verlief bisher nicht in einem derart steilen Winkel nach oben. Beim FCL erhielt Ulrich zwar einen Profivertrag, wurde aber nach Winterthur (2017/18) und Kriens (2018/19) ausgeliehen. Nach seiner Rückkehr schaffte er es unter Trainer Thomas Häberli nicht in die 1. Mannschaft und wechselte 2019 fix zum SCK. Weshalb es nicht reichte, darüber mag Ulrich nicht gross sinnieren. Auf dem Kleinfeld fühle er sich wohl, hier finde er ideale Bedingungen, um sich sportlich weiterzuentwickeln. Hatte er zu Anfang Mühe, sich durchzusetzen, avancierte er im letzten Jahr zu einem belebenden Element auf der rechten Aussenbahn. Neben dem Platz absolvierte er die Handelsschule und ist nun bei einem Vereinssponsor zu 30 Prozent als Kaufmann beschäftigt.

Vergleich mit Ex-Superstar Marc Overmars

Nun soll Ulrich Zählbares liefern. Letzte Saison waren es acht Skorerpunkte (zwei Tore, sechs Vorlagen), heuer ging er bisher leer aus. Gegen Winterthur hätte er sich drei Assists gutschreiben lassen können, wären seine Musterpässe verwertet worden. Berner traut dem 1,72 Meter grossen Aussenläufer einiges zu. «Ein wenig erinnert er mich an Marc Overmars», sagt er mit Bezug auf den Ex-Weltklasse-Flügel aus Holland. Dieses Spielerprofil sei selten, vor allem in der Schweiz.

«Dario ist schnell, wendig, agil – das haben Aussenverteidiger nicht gerne.»

Der FC Wil mit Trainer Alex Frei soll dies heute zu spüren bekommen.

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