SC Kriens hat ein Stürmerproblem

Bei der Kleinfeld-Premiere gegen Schaffhausen schoss der SC Kriens erstmals in dieser Saison kein Tor. Am Samstag (17.30, Kleinfeld) geht es gegen den FC Vaduz ins zweite Saisonquartal.

Turi Bucher
Drucken
Teilen

Der eine trifft nicht mehr so oft wie letzte Saison und hat sich erst noch eine Art Hirnerschütterung zugezogen. Der andere kam letzte Saison kaum zum Einsatz und muss noch Erfahrung sammeln. Der Nächste ist seit einiger Zeit am Knie verletzt. Und der Vierte im Bunde schiesst die meisten Tore, ist aber eigentlich gar kein wirklicher Stürmer – das ist die Offensivsituation beim SC Kriens: Soll noch einer sagen, der SCK habe kein Stürmerproblem!

Kriens hat im ersten Saisonviertel von neun Spielen nur deren zwei verloren, doch der SCK ist trotzdem Zweitletzter in der Tabelle. Gut, wäre jetzt Saisonschluss, könnte man gratulieren: Ziel erreicht, Abstieg verhindert.

Aber die Saison dauert noch lang, und die Mannschaft von Trainer Bruno Berner ist in Gefahr: Sie gerät dauernd in Rückstand und muss nachher mit grossem Aufwand versuchen, wenigstens noch den Ausgleich zu schaffen. «Es fehlen uns zwei bis vier Punkte», sagt Berner, «aber Gefahr? Nun gut, Gefahr hält wachsam. Der Mensch ist ein Produkt seiner eigenen Gedanken. So wie du denkst, so kommt es auch. Wenn wir ständig daran denken, dass wir abrutschen könnten, dann kommt es auch so.»

Deshalb schaut Berner lieber nach vorne: «Mit Fokus auf das Spiel gegen Vaduz. Die Marschrichtung heisst Angriff. Wir spielen auf Sieg. Unsere Gegner wissen, dass sie einen richtig guten Tag erwischen müssen, wenn sie uns schlagen wollen. Auch das gibt uns Selbstvertrauen.»

Selbstvertrauen ist gut, Tore sind besser. Doch wer soll sie schiessen? Der SC Kriens hat sein Geld ins neue Stadion gesteckt, kann nicht einfach so wie beispielsweise der Tabellenletzte Aarau zwei Topstürmer aus dem Hut zaubern. Sportchef Bruno Galliker erklärte vor Kurzem, es mache wenig Sinn, einen kostengünstigen Topskorer aus den regionalen unteren Ligen zu holen. Die Differenz, der Klassenunterschied sei zu gross, er halte erst ab Grössenordnung 1. Liga Ausschau.

Trainer Berner: «Ich arbeite mit dem, was vorhanden ist»

Oder muss letztlich doch der Transfer eines Topstürmers beziehungsweise ein finanzieller Kraftakt in Erwägung gezogen werden? Berner: «Der Sportchef ist verantwortlich für die Kaderzusammenstellung. Ich arbeite mit dem, was vorhanden ist.» Ein Clinch zwischen Trainer und Sportchef beim SCK? «Überhaupt nicht», sagt Berner, «aber meine Gedanken dürften jetzt nicht bei Transfers sein. Im Dezember, wenn die Hälfte der Saison gespielt ist, gehen wir über die Bücher.

Gehen wir doch jetzt schon über die Bücher und schauen uns den Krienser Angriff mal an.

Saleh Chihadeh
Der 24-jährige palästinensische Nationalspieler war im Sommer beim FC Sion im Gespräch. Jetzt zeigt sich aber, dass nur schon der Sprung von der Promotion in die Challenge League für ihn ein grosser ist: Letzte Saison noch 20-facher Torschütze, hat er bisher erst zweimal getroffen. Trainer Berner nimm ihn in Schutz: «Er ist unser Hauptstürmer. Man darf nicht vergessen, dass er vor 15 Monaten noch in der 1. Liga bei Oberwallis-Naters gespielt hat. Seine Entwicklung ist sehr positiv. Er riskiert Kopf und Kragen für den SCK. Timing und Feinmotorik sind die nächsten Schritte für ihn.» Apropos Kopf und Kragen: Nach dem 0:1 gegen Schaffhausen musste Chihadeh nach einem schweren Zusammenstoss mit dem Gäste-Goalie zur Kontrolle eine Nacht lang im Spital bleiben. Hirnerschütterung? Schleudertrauma? Chihadeh hat am Donnerstag das Training wieder aufgenommen, ob er gegen Vaduz spielen kann, ist noch offen.

Admir Seferagic
Der 23-jährige bosnisch-herzegowinischer Herkunft, hat bisher ein Tor erzielt, beim 2:2 in Vaduz. Der einstige U21-Spieler des FC Basel war schon letzte Saison nicht SCK-Stammspieler, brachte es aber immerhin auf 6 Tore. «Er musste viel Geduld zeigen und hat sich immer korrekt verhalten», sagte Coach Berner. Für ihn gilt: Er soll sich auf dem Rasen nicht immer «korrekt» verhalten, er kann dem SC Kriens (und sich selber) nur mit Efforts im und am gegnerischen Strafraum helfen. Diese Sonderaktionen blieben zuletzt aus. 

Skumbim Sulejmani
Die Krienser sehnen sich nach der Rückkehr ihres am Knie verletzten Lieblings «Jumbo». Aber ob der 32-Jährige tatsächlich nochmals eine schlagkräftiges SCK-Angriffsargument sein kann, bleibt zu bezweifeln. Sulejmani hat letzte Saison 14 Tore erzielt, zuletzt wurde ihm nach einer Arthroskopie bestätigt, dass das Kreuzband im Knie nicht beschädigt ist. Berner: «Ich bin überzeugt, dass er uns mit seiner Erfahrung, seiner Technik und seinem Instinkt gegen Schaffhausen hätte helfen können. Aber er trainiert noch gar nicht mit der Mannschaft, vor November ist Sulejmani nicht zurück.»

Nico Siegrist 
Der ehemalige FCL-Spieler agiert eigentlich im offensiven Mittelfeld, ist aber – aufgrund seines Talents und Könnens nicht überraschend – bisher mit fünf Treffern bester Kriens-Torschütze. Letzte Saison waren es 9 Tore. Siegrist kann alles, aber er kann nicht alles allein richten. Der Kriens-Trainer sagt über ihn: «Siegrist ist mein handlungsschnellster Spieler. Er ist kreativ, verfügt über den finalen Pass oder finalen Schuss. Wir alle wissen das, aber auch der Gegner weiss es.»

Kriens missglückt Premiere im neuen Stadion

Der SC Kriens verliert das erste Spiel im neuen Kleinfeld-Stadion gegen den FC Schaffhausen mit 0:1 (0:1). Das ist für den SCK und seine Fans eine herbe Enttäuschung.
Turi Bucher

Kriens feiert seine Kleinfeld-Premiere

Der SC Kriens spielt am Freitag (20.00/Teleclub Sport zoom) erstmals im neuen Kleinfeld-Stadion. Gegen den FC Schaffhausen wird ein «volles Haus» erwartet. Es gilt deshalb, die Premiere nicht zu verpatzen.
Turi Bucher
Gespielt wird im neuen SCK-Stadion auf Kunstrasen. Bild: Pius Amrein (Kriens, 26. September 2018)
15 Bilder
Die Stühle sind im typischen «SC-Kriens-Grün» gehalten. Bild: Pius Amrein (Kriens, 26. September 2018)
Aufnahme aus knapp 150 Metern Höhe. Bild: Pius Amrein (Kriens, 26. September 2018)
Auch eine Sprinkleranlage ist fest eingebaut. Bild: Pius Amrein (Kriens, 26. September 2018)
Die Fotovoltaikanlage versorgt das Sportzentrum mit Naturstrom. Bild: Pius Amrein (Kriens, 26. September 2018)
Blick in den Catering-Bereich im neuen Stadion. Bild: Pius Amrein (Kriens, 26. September 2018)
Blick auf den neuen Kunstrasen. Bild: Pius Amrein (Kriens, 26. September 2018)
Ein Büros im Stadion untergebracht. Bild: Pius Amrein (Kriens, 26. September 2018)
Ein Teil der Garderobe. Bild: Pius Amrein (Kriens, 26. September 2018)
Ein Blick in die Duschen. Bild: Pius Amrein (Kriens, 26. September 2018)
«Das wohl modernste Stadion der Schweiz», sagt SCK-Präsident Werner Baumgartner.
Ankick für das erste Spiel im neuen Stadion ist am Freitag um 20 Uhr. Bild: Pius Amrein (Kriens, 26. September 2018)
Die Striche sind gezogen. Bild: Pius Amrein (Kriens, 26. September 2018)
Die Lichtanlage wartet auf ihren ersten Einsatz. Bild: Pius Amrein (Kriens, 26. September 2018)
10. September 2018: Das Stadion erhält den neuen Kunstrasen. Bild: Pius Amrein (Kriens, 26. September 2018)

Gespielt wird im neuen SCK-Stadion auf Kunstrasen. Bild: Pius Amrein (Kriens, 26. September 2018)

Choreo der Kriens-Fans vor dem Spiel. (Bild: Nadia Schärli (Kriens, 28. September 2018))
20 Bilder
1943 Zuschauer kamen ins Kleinfeld, 3500 hätten Platz. (Bild: Nadia Schärli (Kriens, 28. September 2018))
Blick auf die neue Haupttribüne. (Bild: Nadia Schärli (Kriens, 28. September 2018))
Kriens-Spieler Admir Seferagic am Ball. (Bild: Nadia Schärli (Kriens, 28. September 2018))
Kriens-Stürmer Saleh Chihadeh am Ball. (Bild: Nadia Schärli (Kriens, 28. September 2018))
(Bild: Nadia Schärli (Kriens, 28. September 2018))
(Bild: Nadia Schärli (Kriens, 28. September 2018))
(Bild: Nadia Schärli (Kriens, 28. September 2018))
(Bild: Nadia Schärli (Kriens, 28. September 2018))
(Bild: Nadia Schärli (Kriens, 28. September 2018))
(Bild: Nadia Schärli (Kriens, 28. September 2018))
(Bild: Nadia Schärli (Kriens, 28. September 2018))
(Bild: Nadia Schärli (Kriens, 28. September 2018))
(Bild: Nadia Schärli (Kriens, 28. September 2018))
(Bild: Nadia Schärli (Kriens, 28. September 2018))
(Bild: Nadia Schärli (Kriens, 28. September 2018))
(Bild: Nadia Schärli (Kriens, 28. September 2018))
(Bild: Nadia Schärli (Kriens, 28. September 2018))
(Bild: Nadia Schärli (Kriens, 28. September 2018))
(Bild: Nadia Schärli (Kriens, 28. September 2018))

Choreo der Kriens-Fans vor dem Spiel. (Bild: Nadia Schärli (Kriens, 28. September 2018))