Interview
SCK-Trainer Berner verspricht: «Wir bleiben oben»

Die Krienser Fussballer spielen heute (19.00, Kleinfeld) gegen den FC Wil – das Interview mit Trainer Bruno Berner.

Turi Bucher
Drucken
Teilen
Bruno Berner: «Unser Motto muss lauten: Dranbleiben!»

Bruno Berner: «Unser Motto muss lauten: Dranbleiben!»

Eveline Beerkircher

Es ist schon erstaunlich, dass der SC Kriens bis jetzt von Corona verschont geblieben ist.

Bruno Berner: Es ist wahrscheinlich auch Glück mit dabei. Man kann im falschen Moment die falsche Türklinke anfassen, und schon ist es passiert. Aber ich bin beeindruckt, wie unser Stadionbetriebsleiter Ueli Mattmann das Sicherheitskonzept und die Sicherheitsbestimmungen konsequent umsetzt. Die Mannschaft ist auf vier Umkleide­kabinen verteilt, ständig werden die Hände desinfiziert, in den Räumen werden Masken getragen. Wer sich nicht daran hält, der muss durchaus auch mit einer internen Busse rechnen. Mattmann kann den Spielern zwar nicht ins Privatleben folgen, aber das Bewusstsein der Coronagefahr, das ist im Krienser Kleinfeld absolut vorhanden.

Alles ist sehr eng in der Abstiegskampf-Tabelle. Der Sieg gegen Neuchâtel Xamax vor einer Woche war gut und recht. Aber er nützt nichts, wenn Kriens heute das Spiel gegen die Ostschweizer von Wil verliert.

Diese drei Punkte gegen Xamax waren so oder so wichtig für uns. Auch wenn wir damit noch nichts erreicht haben, dieser Sieg hat richtig gutgetan. Endlich konnten wir wieder einmal ein knappes, umstrittenes Spiel auf unsere Seite holen. Aber die nächste knappe Partie wird folgen. Unser Motto muss deshalb lauten: Dranbleiben!

Falls die Saison noch wegen Corona abgebrochen werden müsste, wäre der SCK zum aktuellen Zeitpunkt bereits gerettet. Korrekt?

Ja, weil im Falle eines Saison­abbruchs die Rangliste nach 18 gespielten Runden zählen würde. Und mit dem Sieg in Neuenburg sowie der Niederlage von Chiasso gegen Winterthur können wir bis zur 18. Runde nicht mehr Letzter werden.

Es gibt Stimmen, die sagen, dass es beim SC Kriens nicht mehr so gut wie letzte Saison läuft, weil Identifikations­figuren wie Siegrist, Fanger, Wiget oder Fäh nicht mehr da sind. Ist da eine Spur Wahrheit mit dabei?

Wenn du sportlich nicht erfolgreich bist, werden solche Stimmen immer laut. Ich habe Verständnis, aber ich muss das schon detaillierter aufklären. Schon als ich vor dreieinhalb Jahren mein allererstes Gespräch mit Sportchef Bruno Galliker hatte, waren wir uns bewusst, dass sich die Mannschaft verändern wird. Sportlicher Aufstieg bedeutet auch Übergang und Weiterentwicklung.

Aber wieso setzt Kriens nicht auf regionale Talente?

Nun, zehn Spieler von uns haben ihre Wurzeln in der Innerschweiz. Also knapp die Hälfte des Kaders. Es ist klar, dass wir auch auf regionale Talente setzen. Aber wir sind diesbezüglich auch auf die Zusammenarbeit mit dem FC Luzern angewiesen. Dass FCL-Trainer Fabio Celestini seine eigenen Interessen verfolgt, ist verständlich nachvollziehbar. Auf den eigenen Nachwuchs können wir momentan nicht zurückgreifen. Wir haben eine zweite Mannschaft in der 4. Liga, keine U21, keine U18, keine U17. Die U16-Spieler sind zu jung. Der nächste Schritt ist unweigerlich, über die Region hinaus zu schauen. So wird der Kreis grösser.

Was muss man zum heutigen Gegner FC Wil mit Trainer Alex Frei wissen?

Wil hat sich in der Winterpause mit Stürmer Tician Tushi vom FC Basel verstärkt. Ausserdem wurde der erfahrene und gefährliche Silvio reaktiviert. Von den Top 20 im Schweizer Fussball lassen Wil und Kriens am meisten junge Spieler aufs Feld. Wil ist da die Nummer eins, wir die Nummer zwei. Ausserdem ist es auch das Trainerduell von zwei ehemaligen Schweizer Nationalspielern. (schmunzelt)

Wann kommt der neue Stürmer, der Ersatz für Topskorer Abubakar, nach Kriens?

Es ist zurzeit in den beiden Profiligen generell nicht viel Transferbewegung zu beobachten. Ein Stürmer, der uns 15 bis 20 Tore garantiert, ist nicht in Sicht. Seit den Abgängen von Spielern wie Siegrist, Dzonlagic und Abubakar, Spielern also, die den Unterschied machen können, muss es noch mehr über das Kollektiv laufen.

Gegen Xamax musste Burim Kukeli in der Pause verletzt unter die Dusche. Fehlt er für das Spiel gegen den FC Wil?

Kukeli ist jetzt wieder fit, steht zur Verfügung. Nur der Einsatz von Daniel Follonier, ebenfalls wegen einer Muskelverletzung, ist noch fraglich. Ausserdem kehrt Dario Ulrich nach seiner Spielsperre zurück.

Der Abstiegskampf geht also weiter. Sie sind vor Ihrem Engagement in Kriens als Trainer schon mit dem FC Tuggen abgestiegen.

Die Situation in Tuggen war sehr fragil, nicht vergleichbar mit Kriens.

Steht dem SC Kriens auch der Abstieg bevor?

Nein. Wir bleiben oben.