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Sechsfache Olympiasiegerin bricht mit Nike

Der Sportartikel-Gigant hat Athletinnen bei Schwangerschaft die Sponsoringverträge gekürzt. Leichtathletik-Superstar Allyson Felix machte diese Praxis trotz Geheimhaltungsklausel publik.
Rainer Sommerhalder
Allyson Felix mit ihrer Tochter Camryn. (Bild: Charlie Neibergall/AP Photo, 27. July 2017, Des Moins, Iowa)

Allyson Felix mit ihrer Tochter Camryn. (Bild: Charlie Neibergall/AP Photo, 27. July 2017, Des Moins, Iowa)

Allyson Felix ist eine Ikone der Leichtathletik. Die US-Sprinterin ist die erfolgreichste Olympionikin ihrer Sportart. Sechs Gold- und drei Silbermedaillen hat die 33-Jährige in ihrer Karriere gesammelt. Und Felix ist eine Sportlerin, die etwas zu sagen hat. Auch wenn es unangenehm ist.

In einem Gastbeitrag in der New York Times offenbarte Felix Ende Mai, dass Ausrüster Nike aufgrund von ausbleibenden Leistungen ihren Sponsorenvertrag um 70 Prozent gekürzt hat. Sie schrieb, dass sie ihren Ausrüster gebeten habe, vertraglich zu garantieren, dass sie nicht bestraft werde, wenn sie in den Monaten nach ihrer Geburt nicht ihre beste Leistung liefern könne. „Ich wollte einen neuen Standard setzen.“ Doch Nike lehnte ab.

Felix verstiess mit ihrem Vorpreschen bewusst gegen die Geheimhaltungs-Vereinbarung im Vertrag mit Nike. Weitere Athletinnen beschritten daraufhin ebenfalls den Weg in die Öffentlichkeit. Felix kritisierte auch, dass es bei Nike ausschliesslich Männer seien, welche die Verträge mit Sportlerinnen aushandeln.

Die elffache Weltmeisterin und Nike beendeten ihre 19-jährige Partnerschaft diesen Sommer. Die US-Sprinterin unterschrieb stattdessen bei der Sportartikelfirma Athleta, die zur Kleidermarke GAP gehört. Diese betreibe mit ihr „ein ganzheitliches Sponsoring als Sportlerin, Mutter und Aktivistin“ und will sich bewusst bei Themen wie Schwangerschaft und Mutterschaft engagieren.

Im Juli verfehlte Felix erstmals seit 16 Jahren die Qualifikation für die Weltmeisterschaften. Nach insgesamt 13-monatiger Babypause war ihr Körper an den US-Trials noch nicht wieder für Höchstleistungen bereit. Ihre Tochter Camryn kam im vergangenen November nach starken Komplikationen in der 32. Schwangerschaftswoche per Kaiserschnitt zur Welt. An den amerikanischen Meisterschaften reichte es Felix über 400 Meter nur zu Rang 6.

Eine Gewinnerin ist die Kalifornierin trotzdem. Denn nach ihrem Gang an die Öffentlichkeit erlebten Nike und andere Ausrüster einen wahren Shitstorm. Mehrere Bekleidungsfirmen gaben als Folge bekannt, dass sie ihre Verträge anpassen werden.

Auch Nike hat sich dem öffentlichen Druck gebeugt und vor kurzem verkündet, dass man die umstrittenen Einschränkungen in den Sponsorenverträgen mit Athletinnen abschafft und neu bei einer Mutterschaft während 18 Monaten keine leistungsbezogenen Kürzungen vornehmen wird. Allyson Felix hat den Brief von Nike in den sozialen Netzwerken geteilt und dazu geschrieben: „Unsere Stimmen haben Macht. Sportlerinnen werden nicht länger für die Geburt eines Kindes bestraft“.

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