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SEGELN: Chamer Segler proben den Aufstand

Es rumort gewaltig im Schweizer Verband Swiss Sailing: Initiatoren wollen den Zentralvorstand ersetzen. Die Rangeleien trüben die Vorfreude auf die neue Saison, die auch auf den Zuger Seen Höhepunkte verspricht.
Walter Rudin
Der Yachtclub Zug (im Vordergrund) wird auch in der neuen Saison in der höchsten Schweizer Liga mitsegeln. (Bild: Felix Aeberli/PD)

Der Yachtclub Zug (im Vordergrund) wird auch in der neuen Saison in der höchsten Schweizer Liga mitsegeln. (Bild: Felix Aeberli/PD)

Walter Rudin

sport@zugerzeitung.ch

Die Probleme beim Schweizer Seglerverband sind nicht neu. Dem Zentralvorstand wird vorgeworfen, er beschäftige sich nur mit Verwalten, Administrieren und Vorschreiben und habe den Kontakt zur Basis verloren. Tatsächlich hat fehlende Transparenz innerhalb des Verbandes zu einem immensen Vertrauensverlust geführt.

Von vielen Klubs wird Swiss Sailing als geldverschlingende Organisation betrachtet. 50 Franken für jedes Mitglied müssen Segelvereine an den Verband abliefern, und viele haben das Gefühl, nichts dafür zurückzubekommen. Viele Segelklubs haben Mitglieder, die nicht aktiv regattieren und somit nicht auf eine Segellizenz angewiesen sind, zumindest diese sollten doch vom Verbandsbeitrag freigestellt werden, so die Überlegungen bei vielen Klubverantwortlichen. Doch dafür hat der Verband gar kein Ohr, er ist finanziell auf die Unterstützung aller Mitglieder angewiesen.

Austritte von Klubs

Das hat so weit geführt, dass sich einige Klubs aus der Zentralschweiz den Austritt aus dem Verband überlegt haben. Beim Segelklub Stansstad ist dies bereits Tatsache geworden, beim Segelklub Meggen hat dies der Vorstand beantragt, die Mitglieder haben sich aber nach lebhafter Diskussion für einen Verbleib ausgesprochen. Natürlich hat man die Unzufriedenheit auch bei der Verbandsspitze wahrgenommen. Eine Arbeitsgruppe wurde eingesetzt und hat diverse Vorschläge zu einer Strukturreform unterbreitet. Diese wurden aber in wichtigen Punkten vom Zentralvorstand nicht umgesetzt. Und dies brachte das Fass jetzt zum Überlaufen.

Sieben Persönlichkeiten aus allen Landesteilen haben sich zusammengetan und wollen gemeinsam den gesamten Vorstand ersetzen. Darunter auch zwei Segler aus Cham. Christoph Caviezel, studierter Jurist und Inhaber einer Kommunikationsagentur, und Alberto Casco, Architekt mit eigener Firma, wollen für neuen Wind sorgen und die Zentralschweiz in einem neuen Gesamtvorstand vertreten. «Wir wollen ein Verband sein, der von den Mitgliedern anerkannt ist und ihnen einen konkreten Nutzen bringt», sagt Caviezel, und Casco, der als Klassenpräsident von Swiss Optimist massgeblich beteiligt war, dass die kleinsten der Segelboote den Weltmeistertitel zweimal in die Schweiz geholt haben, möchte auch im Leistungssport einen Schritt vorwärts machen: «2020 finden die Olympischen Spiele in Tokio statt, und wir wünschen uns natürlich endlich wieder eine Medaille im Segeln.»

Am 1. April hätte eine ausserordentliche GV von Swiss Sailing stattfinden sollen, diese wurde aber auf unbestimmte Zeit verschoben. Nun will man Druck aufsetzen und mit Hilfe von Unterschriften der Klubpräsidenten eine Versammlung erzwingen. Ob der Wechsel an der Verbandsspitze kommt, bleibt im Moment ungewiss. Einige Mitglieder des Zentralvorstandes sind jedenfalls nicht bereit zurückzutreten, eine Kampfwahl wird entscheiden müssen, und aus der Romandie wird Widerstand gegen die designierte neue Riege angemeldet. Hoffentlich tut sich da nicht ein ­neuer Röstigraben zwischen Deutschschweizer und welschen Seglern auf.

Trotz dieser Querelen gibt es für die Zuger Segler gute Gründe, sich auf die neue Segelsaison zu freuen. Der Segelclub Cham feiert dieses Jahr sein 70-Jahre-Jubiläum, und neben den Regatten zum traditionellen Zugerseecup werden diese Saison zwei Schweizer Meisterschaften auf Zuger Seen ausgetragen (siehe unten).

Natürlich ist man auch gespannt, wie sich die Mannschaft des Yachtclubs Zug in der Vereinsmeisterschaft der Schweizer Segler, der Swiss Sailing League, schlägt. Die Zuger konnten sich letzte Saison in der höchsten Liga behaupten und gehören damit zur nationalen Spitze. Es wird erwartet, dass es einen harten Kampf um den Ligaerhalt geben wird.

Wichtige Regatten 2017

Anlässe auf den Zuger Seen. 29./30. April: Blu26 Cup, Zug. 3. Juni: Zugerseecup, Goldschäkelregatta, Immensee. 24. Juni: Zugerseecup ,Blauband, Zug. 26. Juni: Zugerseecup, Rigi Anker, Arth. 1 bis 3. September: Esse850, Schweizer Meisterschaft, Zug. 9. September: Zugerseecup, Chomer Bär, Cham. 15. bis 17. September: Tempest, Schweizer Meisterschaft, Ägerisee

Anlässe auf dem Vierwaldstättersee. 5. bis 7. Mai: Swiss Sailing Challenge League, Act 1 (Yacht-Club Luzern). – 7. Mai: VC-Cup, Frühlingsregatta Brunnen. – 10. Juni: VC-Cup, 50-Meilen-Trophy. – 1./2. Juli: VC Cup, Uri­stier, Flüelen. – 12. bis 15. August: Schweizer Surprise-Meisterschaft in Brunnen. – 21. bis 26. August: Weltmeisterschaften H-Boote in Brunnen. – 15. bis 17. September: 505-Swiss-Open auf dem Alpnachersee. – 16. September: VC-Cup, Pilatus-Cup. – 23. September: VC-Cup, Bürgenstock Race.

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