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SEGELN: Segler proben den Aufstand

Es rumort gewaltig bei Swiss Sailing: Eine Gruppierung, darunter auch Zentralschweizer, wollen den Zentralvorstand des Schweizer Segelverbandes ersetzen. Wegen der Rangeleien bleibt kaum Zeit, sich auf die neue Segelsaison zu freuen.
Walter Rudin
Die Zentralschweizer Segler freuen sich auf spannende Regatten, wie hier bei der Weltmeisterschaft 2016 der Platu25-Boote anlässlich der Windweek in Brunnen. (Bild: Walter Rudin (August 2016))

Die Zentralschweizer Segler freuen sich auf spannende Regatten, wie hier bei der Weltmeisterschaft 2016 der Platu25-Boote anlässlich der Windweek in Brunnen. (Bild: Walter Rudin (August 2016))

Walter Rudin

regionalsport@luzernerzeitung.ch

Die Probleme beim Schweizer Segelverband sind nicht neu. Dem Zentralvorstand wird vorgeworfen, er beschäftige sich nur mit Verwalten, Administration und Vorschriften und habe den Kontakt zur Basis verloren. Tatsächlich hat fehlende Transparenz innerhalb des Verbandes zu einem immensen Vertrauensverlust geführt.

Bei vielen Klubs wird Swiss Sailing als geldverschlingende Organisation betrachtet. 50 Franken für jedes Mitglied müssen Segelvereine an den Verband abliefern, und viele haben das Gefühl, nichts dafür zurückzubekommen. Viele Segelklubs haben Mitglieder, die nicht aktiv regattieren und somit nicht auf eine Segellizenz angewiesen sind. Zumindest diese sollten vom Verbandsbeitrag freigestellt werden, so die Überlegungen bei vielen Klubverantwortlichen. Doch dafür hat der Verband kein Gehör, er ist finanziell auf die Unterstützung aller Mitglieder angewiesen.

Strukturreform nur teilweise umgesetzt

Das hat so weit geführt, dass ­einige Klubs aus unserer Region den Austritt aus dem Verband in Betracht ziehen. Beim Segelklub Stansstad ist das bereits Tatsache geworden, beim Segelklub Meggen hat der Vorstand auch einen Austritt beantragt, die Mitglieder haben sich aber nach lebhafter Diskussion für einen Verbleib ausgesprochen.

Natürlich hat man die Unzufriedenheit auch in der Verbandsspitze wahrgenommen. Eine Arbeitsgruppe wurde eingesetzt und hat Vorschläge zu einer Strukturreform unterbreitet. Diese wurden aber in wichtigen Punkten vom Zentralvorstand nicht umgesetzt. Und dieses Unterlassen brachte das Fass zum Überlaufen. Sieben Persönlichkeiten aus allen Landesteilen haben sich zusammengetan und wollen gemeinsam den gesamten Vorstand ersetzen. Darunter auch zwei Segler aus Cham.

Christoph Caviezel, studierter Jurist und Inhaber einer Kommunikationsagentur, und Alberto Casco, Architekt mit eigener Firma, wollen für neuen Wind sorgen und die Zentralschweiz in einem neuen Gesamtvorstand vertreten. «Wir wollen ein Verband sein, der von den Mitgliedern anerkannt ist und ihnen ­einen konkreten Nutzen bringt», sagen die beiden Zuger unisono.

Alberto Casco, der als Klassenpräsident von Swiss Optimist massgeblich daran beteiligt war, dass die kleinsten Segelboote den Weltmeistertitel zweimal in die Schweiz geholt haben, möchte auch im Leistungssport einen Schritt vorwärts machen: «2020 finden die Olympischen Spiele in Tokio statt, wir wünschen uns natürlich endlich wieder eine Medaille im Segeln.»

Ausserordentliche GV abgesagt

Am vergangenen Samstag hätte eine ausserordentliche GV von Swiss Sailing stattfinden sollen. Diese wurde aber auf unbestimmte Zeit verschoben. Nun will man Druck aufsetzen und mit Hilfe von Unterschriften der Klubpräsidenten eine Versammlung erzwingen. Ob der Wechsel an der Verbandsspitze kommt, bleibt im Moment ungewiss. ­Einige Mitglieder des Zentralvorstandes sind jedenfalls nicht bereit zurückzutreten, eine Kampfwahl wird entscheiden müssen. Zudem wird aus der Romandie Widerstand gegen die designierte neue Riege angemeldet. Es ist zu hoffen, dass sich nicht ein ­neuer Röstigraben zwischen Deutschschweizer und welschen Seglern auftut.

Trotz dieser Querelen gibt es gute Gründe, sich auf die neue Segelsaison zu freuen. Diese verspricht auf den Regattaschauplätzen der Zentralschweiz einige Highlights. Dazu gehören nicht nur die Wettfahrten des traditionellen Vierwaldstättersee-Cups und der Sailing Challenge League. In der Klubmeisterschaft der Segler wird ein hartes Duell zwischen den beiden Luzerner Stadtklubs erwartet.

Der Auftakt zur Meisterschaft wird Anfang Mai in der Luzerner Bucht ausgetragen. Ende August wird anlässlich der Windweek in Brunnen die Weltmeisterschaft der H-Boote stattfinden, wo auch Luzerner mitsegeln werden.

Wichtige Regatten 2017

Anlässe auf dem Vierwaldstättersee. 5. bis 7. Mai: Swiss Sailing Challenge League, Act 1 (Yachtclub Luzern). – 7. Mai: VC-Cup, Frühlingsregatta Brunnen. – 10. Juni: VC-Cup, 50-Meilen-Trophy. – 1./2. Juli: VC Cup, Uri­stier, Flüelen. – 12. bis 15. August: Schweizer Surprise-Meisterschaft in Brunnen. – 21. bis 26. August: Weltmeisterschaften H-Boote in Brunnen. – 15. bis 17. September: 505 Swiss Open auf dem Alpnachersee. – 16. September: VC-Cup, Pilatus-Cup. – 23. September: VC-Cup, Bürgenstock Race.

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