Sein Torhunger beim SC Kriens ist noch nicht gestillt

Bahadir Enes Yesilçayir blüht beim SCK auf und lässt seine Farben jubeln. Den Erfolg hat sich der 22-Jährige Mittelfeldspieler mit Geduld und Fleiss erarbeitet.

Simon Wespi
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Der Saisonstart des SC Kriens ist geglückt. Dies darf man ruhig festhalten, denn die Challenge-League-Fussballer mischen in der vorderen Tabellenhälfte mit. Mit Xamax und GC wurden zwei Teams geschlagen, die ihre Fühler nach Höherem ausstrecken. Mitverantwortlich für einen positiven SCK-Start ist auch Bahadir Enes Yesilçayir. Der 22-Jährige schoss bereits vier Tore in sieben Partien. «Ja, ich konnte meine Leistungen bisher abrufen», freut sich Yesilcayir, der nebst den Skorerqualitäten auch mit konstanten Leistungen überzeugt.

Ist beim SC Kriens zum Führungsspieler gereift: Bahadir Enes Yesilçayir.

Ist beim SC Kriens zum Führungsspieler gereift: Bahadir Enes Yesilçayir.

Bild: Pius Amrein (Kriens, 29. Oktober 2020)

Der junge Fussballer ist polyvalent einsetzbar. Eine Position im Mittelfeld behage ihm am besten, sagt Yesilçayir, der auch schon hinten links agierte. Inzwischen habe er seine bevorzugte Position gefunden.

«Ich spiele am liebsten als hängende Spitze. Dort kann ich mich am besten entfalten und der Mannschaft am meisten helfen.»

«Mein Grossvater arbeitete in Uri»

Yesilçayir ist in Altdorf geboren. Seine Grosseltern zogen vor über 40 Jahren aus der Türkei ins Urnerland. «Mein Grossvater arbeitete dort», sagt Yesilçayir, den Mitspieler und Freunde Enes rufen. Doch die Familie kehrte der Zentralschweiz nach seiner Geburt schon bald den Rücken. Aufgewachsen ist er mit seinen beiden Schwestern in Rapperswil. Heute wohnt die ganze Familie im benachbarten Eschenbach.

Seine ersten Fussballschuhe schnürte Yesilçayir für Rapperswil-Jona. Bis zu seinem 16. Lebensjahre kickte er für die St.Galler. Dann klopften die Grasshoppers ein erstes Mal an. In der U-17 konnte er sich jedoch nicht durchsetzen. Also ging es zurück an den oberen Zürichsee, wo er für die A-Junioren, die zweite sowie für die erste Mannschaft spielte. Mit 19 Jahren erfolgte dann der zweite Anlauf bei GC. Mit der U-21 spielte Yesilçayir in der ersten Liga. Dort kam er auf seine gewünschten Einsatzminuten, die Begehrlichkeiten bei der AC Bellinzona weckten. Bei den Tessinern spielte er eine Saison in der Promotion League, bevor er von Bruno Galliker entdeckt wurde.

Seit Sommer 2019 läuft der 1,80 m grosse Mittelfeldspieler in Grün-Weiss auf. Ihm gefällt es ausgezeichnet in Kriens.

«Bis jetzt ist es der beste Verein, bei dem ich spielte»,

lobt er seinen Arbeitgeber. «Es ist sehr familiär hier. Jeder freut sich auf die Jungs im Training. Auch die Leute drumherum freuen sich jeden Tag, uns zu sehen.» Das sei bemerkenswert, meint er.

Super League oder 2. Bundesliga?

In der letzten Saison musste sich der Schweizer mit türkischen Wurzeln zuerst an das Niveau in der Challenge League gewöhnen. Nun ist er zu einem unbestrittenen Stammspieler gereift. «Er gehört zu den Spielern, die wir mitunter am weitesten gebracht haben», freut sich Trainer Bruno Berner. Yesilçayir hat ein klares Zwischenziel vor Augen: «Ich möchte mindestens acht Tore schiessen und 12 bis 14 Skorerpunkte sammeln.» Ein durchaus realistisches Ziel, wenn er weiterhin so aufspielt. Im Sommer kann dann der nächste Schritt folgen. Die Super League sei das Ziel. «Oder in die 2. Bundesliga wechseln. Jan Elvedi hat es vorgemacht, wie man sich bei Kriens für eine höhere Liga empfehlen kann», sagt Yesilçayir, der noch einen Vertrag bis Sommer 2022 hat.

Enes Yesilçayir hat seinen Fokus auf den Fussball gelegt. Im Gegensatz zu anderen Spielern beim SCK geht er keiner anderweitigen Arbeit nach. Yesilçayir absolvierte die Lehre zum Polymechaniker. «Danach habe ich beschlossen, voll auf die Karte Fussball zu setzen», sagt er. «Sonst bereue ich es hinterher, dass ich es nicht versucht habe.» Yesilçayir überlässt denn auch nichts dem Zufall. «Ich gehe oft ins Fitness nach dem Training und lege grossen Wert auf die Regeneration», so der Familienmensch. Mit dem Team peilt er wiederum die Top 5 der Liga an. Und: «Im Cup so weit kommen wie möglich.»