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«Es ist wieder möglich, den Anschluss an die Weltspitze zu schaffen»: Die Toggenburgerin Selina Büchel gibt sich vor der WM optimistisch

Die St.Galler Mittelstreckenläuferin startet am Freitag nach einer turbulenten Saison mit neuer Zuversicht in die WM.
Rainer Sommerhalder
Selina Büchel strahlt vor ihrem WM-Start wieder Zuversicht aus. (Bild: Jean-Christophe Bott/Keystone, Doha, 26.9.2019)

Selina Büchel strahlt vor ihrem WM-Start wieder Zuversicht aus. (Bild: Jean-Christophe Bott/Keystone, Doha, 26.9.2019)

Sie spüre Freude und Euphorie in sich, sagt Selina Büchel am Tag vor ihrem Vorlauf über 800 Meter an den Leichtathletik-Weltmeisterschaften in Doha. Der mentale Höhenflug der 28-jährigen St.Gallerin folgt auf die drei ersten problemlosen Trainingswochen seit langem.

Das Gefühl und die Trainingswerte der Hallen-Europameisterin von 2017 sind aktuell sogar so gut, dass sie und ihr neuer Trainer Louis Heyer nun wieder offen mit Zeiten unter zwei Minuten liebäugeln. Es wären die ersten seit mehr als zwei Jahren.

Noch vor zwei Monaten war das Befinden von Selina Büchel ein ganz anderes. Im zweiten Höhentrainingslager innerhalb von zwei Monaten kam es zum zweiten Mal zu ernsthaften Komplikationen. Die Schweizer Rekordhalterin (1:57,95) befiel nach zwölf Tagen eine akute Höhenkrankheit mit Unwohlsein, Kopfweh und Schwindel. Beinahe notfallmässig musste sie aus dem Engadin abreisen.

Es dauerte mehr als einen halben Monat, bis sie die Krankheit einigermassen überwunden hatte. Noch bei Weltklasse Zürich spürte Büchel grosse Verunsicherung über ihr Leistungsvermögen.

Vier neue Säulen im Trainingsalltag

Wie weit ihre chronischen Asthma-Probleme bei der Unverträglichkeit des Höhentrainings eine Rolle spielten, ist unklar. Klar hingegen ist der Entschluss von Trainer Heyer, die Akte Höhentraining nach nur einem Jahr wieder zu schliessen, obwohl sich Selina Büchel nach eigenen Aussagen in den ersten 10 Tagen in St. Moritz «eigentlich bombastisch fühlte».

Das neue Element war gedacht als eine von vier Säulen im Training der 28-Jährigen, die man mit dem Trainerwechsel gemeinsam ändern wollte. Nun tendiert Heyer sogar darauf, den im Winter im Hinblick auf die Olympischen Spiele von Tokio geplanten Aufenthalt in Südafrika abzublasen. Das dortige Trainingscamp befindet sich auf einer Höhe von 1300 Metern. Stattdessen steht Portugal zur Debatte.

Eine positive Bilanz zieht der Coach dagegen über die drei weiteren Veränderungen im Athletenleben Büchels. Die Anpassung ihres Laufstils, die zusätzlichen Trainingslager und die angestrebte internationale Konkurrenz in diesen Camps hätten eine positive Wirkung gehabt. Selina sei für die WM bereit.

Ganz andere Rennen ohne Semenya

Es werden Titelkämpfe mit einer ganz neuen Ausgangslage sein. Das Fehlen von Überfliegerin Caster Semenya habe den Charakter des 800-Meter-Laufs sehr verändert. Büchel:

«Mit ihr am Start waren die Rennen von A bis Z schnell, das Feld hat sich in die Länge gezogen, man hat Platz und so eigentlich stets die Chance auf eine schnelle Zeit gehabt.»

Nun seien wieder taktische Spiele an der Tagesordnung, der Pulk der Läuferinnen sei viel kompakter, es werde bisweilen eng im Feld. Daran müsse man sich zuerst wieder gewöhnen. «Andererseits sorgt die neue Ausgangslage dafür, dass es auch für mich wieder möglich ist, den Anschluss an die Weltspitze zu schaffen.»

Zuerst gilt es am Freitag, den Vorlauf zu überstehen. Für Selina Büchel alles andere als ein Selbstläufer. Das weiss die Ostschweizerin. «Wir sind hier an einer WM, da gibt es keine einfachen Rennen.» Sie zählt aber auf ihre Erfahrung als Pluspunkt. Zudem sei positiv, dass in ihrer Serie nur sieben Athletinnen starten. Das gebe ein wenig Platz im Feld.

Die Ausgangslage verändert sich aber nicht. Es braucht einen Platz in den Top 3, um sicher in die Halbfinals einzuziehen. Alles andere wäre für Selina Büchel eine Enttäuschung. Trotz der Folgen der ungesunden Höhenluft ist sie nun wieder auf Höhenflug eingestellt.

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