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Seoanes emotionale Rückkehr

Gerardo Seoane trifft am Sonntag (16 Uhr, SRF zwei) mit dem Meister YB zum ersten Mal auf den FC Luzern. Trotz der Wiedersehensfreude ist der Ex-FCL-Coach darauf fokussiert, dass sein Team weiter konstant spielt.
Daniel Wyrsch
Auch im Stade de Suisse erfolgreich: YB-Trainer Gerardo Seoane. (Bild: Thomas Hodel/Keystone (Bern, 22. Juli 2018))

Auch im Stade de Suisse erfolgreich: YB-Trainer Gerardo Seoane. (Bild: Thomas Hodel/Keystone (Bern, 22. Juli 2018))

Gerardo Seoane (39) kehrt heute in die Swisspor-Arena zurück. Das wird eine emotionale Rückkehr. Hier in Luzern ist «Gerry», wie er sich in Bern den Journalisten vorstellte, fussballerisch gross geworden. Auf der Allmend startete er vor 23 Jahren seine Karriere als Profi – und er beendete sie 2010 ebenfalls dort. Ein Jahr darauf erfolgte der Start seiner Trainerkarriere wiederum in Luzern.

Seoane bildete die FCL-Spieler der U15, U18 und schliesslich der U21 aus. Er wäre wohl heute noch Coach der ältesten Nachwuchsleute, wenn Anfang Januar der aktuelle Luzern-Trainer René Weiler (44) dem Sportchef Remo Meyer nicht eine Absage für die Nachfolge des entlassenen Markus Babbel (45) erteilt hätte. Seoane war nichts anderes als eine Notlösung – und der zielstrebige eigene Mann entpuppte sich als Glückstreffer.

Seoane fand sofort den Draht zu den Spielern, stärkte das Kollektiv und machte damit jeden Einzelnen klar besser. Die Wertschätzung für den Ex-Trainer ist bei den FCL-Profis gross geblieben. Captain Christian Schneuwly spricht vom «Toptrainer Gerry, den YB bekommen hat». Der verletzte Innenverteidiger Lazar Cirkovic redet anerkennend von Seoane und freut sich auf das Wiedersehen. Die Luzerner haben ihrem ehemaligen Leitwolf viel zu verdanken: In den 17 Partien feierten sie 10 Siege, errangen 4 Unentschieden und kassierten bloss 3 Niederlagen. Damit gelang dem fast gleichen Team wie unter Babbel ein sensationeller Durchmarsch von Platz 9 auf 3.

Auch Seoane freut sich auf das Wiedersehen mit den Spielern und langjährigen Weggefährten. «Das ist für mich natürlich eine spezielle Rückkehr», sagt er, «aber im Vordergrund steht, dass wir mit YB eine gute Leistung zeigen und unser Potenzial abrufen wollen.»

Hintergründe für den schnellen Abgang zu den Young Boys

Der Schock war bei den FCL-Fans gross, als Seoane am 1. Juni seinen Wechsel zum Meister Young Boys bekanntmachte. Einige schäumten vor Wut, dass der Erfolgstrainer (Punkteschnitt 2,0) seinem Heimatverein schon nach fünf Monaten den Rücken kehrte. Wie einst als 19-jähriger Profi, als er das lukrative Sion-Angebot angenommen hatte und wegging. Doch alle, die Seoane zuletzt einen Verräter schimpften, kannten die Hintergründe nicht. Obwohl er seine Mannschaft direkt aus dem Abstiegssumpf in die Top 3 führte und gar zum unbequemen Gegner für die Topteams YB und Basel machte, fand es die FCL-Führung nicht für nötig, mit Seoane zusammenzusitzen. Schliesslich hatte der Ex-U21-Coach ja noch einen Einjahresvertrag ... Seoanes Wunsch, Patrick Schnarwiler als Assistenztrainer zurückzuholen, wurde auch nicht erfüllt. Kein Zweifel, Seoane hatte Gegner im FCL-Verwaltungsrat. YB-Sportchef Christoph Spycher stiess mit seiner Anfrage bei Seoane auf offene Türen. Der hoch talentierte und optimal vorbereitete Rothenburger überzeugte die Berner Verantwortlichen mit seiner Fachkenntnis und dem sprühenden Enthusiasmus für den Fussball. Seoane sagt, er habe sehr viele positive Rückmeldungen erhalten, als sein Wechsel nach Bern bekannt wurde. «Mit den negativen Reaktionen muss man als Trainer umgehen können.» Das ist überhaupt sein Credo: aus jeder Situation das Beste machen. Jammern ist nicht Seoanes Ding.

YB scheint mit dem Nachfolger von Meistertrainer Adi Hütter (jetzt Eintracht Frankfurt) eine gute Wahl getroffen zu haben. Nach drei Runden sind die Berner verlustpunktlos und ohne Gegentor (8:0 Tore) klarer Leader. Bleibt die YB-Bilanz auch heute makellos? «Ich bin kein Wahrsager», antwortet Seoane. Er lobt den FCL als «sehr heimstark» und «gute Mannschaft». Mit YB sei das Ziel, konstant auf hohem Niveau zu spielen. «Daran müssen wir noch arbeiten.»

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