«Sie waren uns von der ersten Sekunde an überlegen»: Der SC Kriens kassiert gegen Lausanne-Ouchy die erste Saisonniederlage

Der SC Kriens verliert bei Stade Lausanne-Ouchy mit 1:2. Das entscheidende Gegentor fällt erst kurz vor Schluss.

Stephan Santschi
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Die 89. Minute läuft, Stade Lausanne-Ouchy drückt auf den Siegestreffer. Ein langer Ball auf die rechte Abwehrseite, Marijan Urtic lässt ihn passieren. Ndongo spediert den Ball per Kopf zur Mitte, Elia Alessandrini und Baba Souare sind zu passiv. Amdouni bedankt sich und bugsiert das Spielobjekt zum 2:1 über die Linie. Die Krienser waren am zweiten Spieltag der Challenge League nahe dran am Punktgewinn, am Ende mussten sie die Heimreise aber mit leeren Händen antreten. «Verdient», wie SCK-Trainer Bruno Berner anmerkte, «der Gegner war uns von der ersten Sekunde an spielerisch überlegen».

Asumah Abubakar und der SC Kriens hatten einmal mehr Mühe gegen Lausanne-Ouchy.

Asumah Abubakar und der SC Kriens hatten einmal mehr Mühe gegen Lausanne-Ouchy.

Boris Bürgisser

Bitter war sie freilich dennoch, die erste Niederlage der Saison nach den beiden Siegen gegen Neuchâtel Xamax in Cup und Meisterschaft. Zumal Kriens trotz optischer Unterlegenheit sogar in Führung gegangen war. In der 69. Minute gelang den Gästen für einmal nämlich ein zügiger Gegenstoss. Asumah Abubakar lancierte auf der linken Seite Omer Dzonlagic. Dieser schlug einen Haken, legte sich den Ball an der Strafraumecke zurecht und traf mit einem herrlichen Schlenzer ins lange, hohe Eck zum 1:0 für den SCK. «Diese Einwechslung hat sich gelohnt, mit Omer fand unser Offensivspiel zu mehr Tiefe», kommentierte Berner den Auftritt von Dzonlagic, der fünf Minuten vor seinem Tor für Liridon Mulaj in die Partie gekommen war.

Missverständnis ermöglicht Gegner den Ausgleich

Schade nur aus Krienser Sicht, vermochten sie den Vorsprung nicht lange zu bewahren. In der 73. Minute, also nur vier Zeigerumdrehungen später, kamen die Waadtländer durch Ndongo bereits zum Ausgleich. Der Gegner profitierte dabei von einem Missverständnis in der Krienser Defensive. Die Situation war eigentlich bereits gesichert, doch anstatt zu klären, überliess Linksverteidiger Liridon Berisha den Ball Goalie Pascal Brügger. Lahiouel ging dazwischen und bediente mit einem Rückpass den Torschützen. «Wir müssen halt miteinander reden. Dieser Treffer gab dem Gegner nach dem Schock des Rückstands wieder Auftrieb», haderte Berner. Zwei Abstimmungsprobleme brachten sein Team letztlich um die Früchte einer insgesamt sehr soliden Abwehrarbeit. Die Lausanner hatten zwar mehr Ballbesitz, in torgefährliche Abschlusspositionen brachten sie sich allerdings kaum. «Wir wollten ihnen das Spiel überlassen und uns auf unsere hintere Linie konzentrieren. Lange haben wir in der Defensive vieles richtig gemacht», stellte Berner fest.

Was ihm indes weniger gut gefiel, war die Darbietung in der Offensive. Kriens kam nur selten in die gegnerische Gefahrenzone, war zu fahrig im Passspiel und zu wenig zielstrebig in der Vorwärtsbewegung. «Unser Spiel mit dem Ball braucht mehr Qualität», so Berner. Daran änderte auch die taktische Umstellung in der Pause vom 4:4:1:1- auf ein 4:4:2-System nicht viel. Weiterhelfen kann Kriens in dieser Hinsicht womöglich David Mistrafovic, der vom FC Luzern für ein Jahr ausgeliehen worden ist und am Samstag seinen zweiten Kurzeinsatz für die Krienser hatte. «Er braucht noch etwas Zeit, um ins Team zu finden», sagt Berner, der für den 19-Jährigen im Mittelfeld eine zentrale Rolle vorgesehen hat.

Bleibt die Frage, weshalb sich Kriens mit Lausanne-Ouchy so schwertut. Seit deren Aufstieg im Jahr 2019 hat der SCK vier von sechs Begegnungen gegen die Waadtländer verloren und nur eine gewonnen. «Das war kein typischer Aufsteiger und er hat nun nochmals zugelegt», erklärt Berner. «Der Verein ist finanzkräftig und hat ins Team investiert.»

Lausanne-Ouchy – Kriens 2:1 (0:0)
Tore: 69. Dzonlagic 0:1. 73. Ndongo 1:1. 89. Amdouni 2:1.
Lausanne-Ouchy: Da Silva; Dalvand, Albizua, Routis, Tavares; Abdullah; Perrier (59. Qarri), Gazzetta (46. Ramovic), Laugeois (78. Bamba), Ndongo; Lahiouel (79. Amdouni).
Kriens: Brügger; Urtic, Alessandrini, Souare, Berisha; Ulrich (46. Rustemoski), Bürgisser (76. Sadrijaj), Kukeli (83. Mistrafovic), Yesilcayir (64. Costa); Mulaj (64. Dzonlagic); Abubakar.
Bemerkungen: Lausanne Ouchy ohne Asllani (verletzt). Kriens ohne Fanger, Tadic, Aliu und Busset (alle verletzt).

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