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Interview

Siebenkämpferin Géraldine Ruckstuhl an der WM in Doha: «Ein Platz in den Top 10 wäre schon cool»

Siebenkämpferin Géraldine Ruckstuhl (21) aus Altbüron startet am Mittwoch in Doha zum zweiten Mal an einer WM.
Turi Bucher

Frau Ruckstuhl, sind Sie fit? Sind Sie parat?

Géraldine Ruckstuhl: Ja, ich fühle mich bereit. Ich habe vor zehn Tagen an den Schweizer Meisterschaften in Hochdorf noch diverse Disziplinen getestet. Natürlich im Energiesparmodus. So kurz vor einer Weltmeisterschaft hat eine Schweizer Meisterschaft halt einen weniger hohen Stellenwert.

Was haben Sie in Hochdorf noch getestet?

Die seit dieser Saison neu einstudierten Anläufe im Hochsprung und im Weitsprung beispielsweise. Im Hochsprung laufe ich jetzt fünf Fusslängen weiter hinten an. Das war für mich eine grosse Umstellung.

Siebenkämpferin Géraldine Ruckstuhl: Am Mittwoch geht’s für sie in Doha los, der Speer wird dann am Donnerstag geworfen. (Bild: KEYSTONE/Jean-Christophe Bott, Zürich, 29. August 2019)

Siebenkämpferin Géraldine Ruckstuhl: Am Mittwoch geht’s für sie in Doha los, der Speer wird dann am Donnerstag geworfen. (Bild: KEYSTONE/Jean-Christophe Bott, Zürich, 29. August 2019)

Sie hatten 2016 einen schweren Trainingsunfall, mussten nach einem Sturz über eine Hürde mit einer gefährlichen Darmverletzung notoperiert werden. Spüren Sie diese Verletzung eigentlich noch?

Sportlich ist die Verletzung bei mir abgehakt, zeigt keine Nachwirkungen mehr und behindert mich an den Wettkämpfen nicht. Aber die Narbe auf dem Bauch bleibt natürlich, die gehört jetzt zu meinem Leben, gehört zu mir. Ab und zu spüre ich es im Bereich der Narbe, wenn das Wetter wechselt.

Vor der WM 2017 haben Sie gesagt, Sie wollen in London lernen, geniessen, staunen. Wie gehen Sie jetzt an die Weltmeisterschaften in Doha heran?

Mittlerweile bin ich 21, gehöre aber immer noch zu den jüngeren Teilnehmerinnen. Gleichwohl bin ich inzwischen im Kreis der Spitzenathletinnen etabliert, kenne unterdessen die Siebenkämpferinnen der Weltelite viel besser.

An der WM in London erkämpften Sie sich den sehr guten 11. Schlussrang. Wie lautet der Plan für Katar? Was liegt drin, können Sie die Top Ten erreichen?

Es ist schwierig, eine Rangierung vorauszusagen. Es hängt ja auch davon ab, wie gut die Konkurrenz parat ist. An den beiden Wettkampftagen zählt dann vor allem der eigene Kopf. Ein Platz unter den ersten Zehn, das wäre schon cool.

Géraldine Ruckstuhl in Doha. (Bild: Keystone/Jean-Christophe Bott, 30. September 2019)

Géraldine Ruckstuhl in Doha. (Bild: Keystone/Jean-Christophe Bott, 30. September 2019)

Haben Sie sich eine Punktezahl, die Sie in Doha erreichen wollen, zurechtgelegt?

Ich will in Doha an beiden Tagen in meinen Disziplinen Topleistungen abrufen. Und ich will ganz nahe an den Schweizer Rekord heran kommen. Vielleicht sogar den bestehenden Rekord verbessern. Dann ergibt sich eine gute Punktezahl, auch ein guter WM-Rang von allein. (Ruckstuhls Schweizer Rekord steht bei 6391 Punkten; Anm. d. Red.)

Im Juli wurde Géraldine Ruckstuhl U23 Europameisterin:

Ist die Hitze in Katar für Sie ein Problem? Die letzte Disziplin, der 800-m-Lauf, wird beispielsweise nach Mitternacht gestartet …

Wenn ich mich richtig darauf einstelle, ist die Hitze kein Nachteil für mich. Ich denke, ich komme mit den besonderen Bedingungen klar.

Sind Sie eine, die sehr früh vor dem Abflug am Flughafen sein will oder eine, die immer ziemlich knapp eincheckt?

Früh. Ich will rechtzeitig am Flughafen sein. Erst recht, wenn es an die Weltmeisterschaft geht. Es macht mir auch nichts aus, auf dem Flughafen zu warten, bis es Zeit fürs Boarding ist.

Über 7 Disziplinen muss sie geh’n

Die Luzerner Siebenkämpferin Géraldine Ruckstuhl ist am vergangenen Sonntag mit ihrem Trainer Terry McHugh von Zürich nach Doha geflogen. Am Abend desselben Tages reisten auch die Eltern von Ruckstuhl nach Katar. Sie werden bei den Einsätzen ihrer Tochter in Doha von der Stadiontribüne aus mitfiebern. Nach dem Siebenkampf wird Ruckstuhl noch bis zum 7. Oktober in Doha bleiben. «Einerseits um die weiteren Schweizer Athleten zu sehen und zu unterstützen, beispielsweise die 4x100-m-Staffel der Frauen. Andererseits freue ich mich auch darauf, die Stadt Doha ein wenig kennen zu lernen.» Ende Oktober wird die Altbüronerin noch im Speerwurf an den CISM World Games (Militärweltspiele) in China teilnehmen. Danach geht’s in die Ferien.

Géraldine Ruckstuhl hat vor ihrem WM-Start in Doha für uns noch ihre bevorstehenden Auftritte in den verschiedenen Disziplinen kommentiert.

100-m-Hürden: «Über die Hürden will ich gleich zu Beginn wirklich etwas zeigen. Ich hatte gute Trainingsleistungen, konnte diese aber in den Wettkämpfen noch nicht so recht umsetzen.» (Zeit beim Schweizer Rekord 2018: 13,85 Sekunden).

Kugelstossen: «Ich bin im Moment zufrieden. Trotzdem: Es liegt sicher noch etwas mehr drin.» (Weite beim SR: 13,82 m)

Hochsprung: «Ich habe diese Saison einen neuen Anlauf einstudiert, beginne fünf Fuss weiter hinten. Hier erwarte ich von mir eine deutliche Steigerung.» (Weite beim SR: 1,83 Meter)

200 m: «Eines kann ich mit Bestimmtheit sagen: Ich bin jetzt schneller als am Anfang der Saison.» (Zeit beim SR: 24,96 Sek.)

Weitsprung: «Ich freue mich sehr auf diese Disziplin. Auch hier habe ich einen neuen Anlauf eingeübt. Bei meinem letzten Test an den Schweizer Meisterschaften in Hochdorf bin ich immerhin zweimal über sechs Meter gesprungen.» (Weite beim SR: 5,96 m).

Speer: «Ich bin im Moment sehr zufrieden und habe ein sicheres Gefühl.» (Weite beim SR: 55,11 m).

800 m: «Die letzte Disziplin ist dann Kopfsache. Der Startschuss fällt wegen der Hitze ja erst nach Mitternacht. Ich bin bereit, alles zu geben.» (Zeit beim SR: 2:13,98 Sek.) (tbu)

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