Sieg im Schweizer Duell: Spono Nottwil bezwingt im EHF Challenge Cup Rotweiss Thun auf souveräne Art und Weise

Im rein schweizerischen Europacup-Duell liess Spono Nottwil den Thunerinnen keine Chance und siegte mit 30:17. Spono-Trainer Ike Cotrina ist mit der Leistung seines Teams zufrieden.

Ernesto Piazza
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Klare Verhältnisse beim Schweizer Duell im EHF Challenge Cup der Frauen: Die Spono Eagles setzen sich auswärts gegen Rotweiss Thun diskussionslos mit 30:17 (14:10) durch und schaffen mit diesem Erfolg – aufgrund der Coronasituation wurde der Sieger nur in einer Begegnung ermittelt – den Einzug in die dritte Runde. Zugleich behalten die Nottwilerinnen ihre weisse Weste. Wettbewerbsübergreifend (Super-Cup, Meisterschaft und Europacup) bleiben sie im bisherigen Saisonverlauf fünfmal erfolgreich.

Abgesehen von den ersten knapp 20 Minuten, bis dorthin verlief die Begegnung recht ausgeglichen (6:8), bestimmten die Eagles die Gangart auf fremdem Platz. Dies sah auch der neue Rotweiss-Trainer Urs Mühlethaler so. «Uns fehlt es momentan sowohl in der Spitze wie auch in der Breite an Qualität.» Damit bringt er diese 60 Europacup-Minuten seines Teams treffend auf den Punkt. Und weiter schiebt er nach: «Um den Anspruch zu haben, ein Spitzenteam sein zu wollen, reicht eine solche Leistung nicht.» Vor allem fiel bei Rotweiss Thun negativ ins Gewicht, dass das ausländische Rückraum-Trio Laura Rotondo, Lucia Weibelova und Viktoria Murgovska nur gerade zwei Feldtore gelangen. Dieses Manko konnte auch Kira Zumstein mit ihren sechs Treffern nicht wettmachen.

Ein wehmütiger Urs Mühlethaler

Anders präsentierten sich die Spono Eagles: Wieder einmal waren es in einem präsenten Kollektiv vor allem Neli Irman (5 Tore) und Ivana Ljubas (6 Treffer), die viel Verantwortung übernahmen. Letztere ­hätte Mühlethaler an diesem Abend gerne in seinen Reihen gehabt. Fast wehmütig sprach er über die Zeit, als er sie zu den Eagles holte. «Ich erinnere mich noch genau an diesen 2. Januar 2016, als das erste Training in Nottwil mit ihr anstand. Wir alle haben nach fünf Minuten gemerkt, was dieser Transfer bedeuten kann.»

Waren die Thunerinnen beim Wechsel (10:14) resultatmässig noch in Schlagdistanz, bauten die Eagles in der zweiten Hälfte den Vorsprung kontinuierlich aus. In den ersten 20 Minuten nach der Pause kassierten sie lediglich drei Treffer. «In dieser Phase des Spiels war die gute Abwehr der Schlüssel des deutlichen Erfolgs», konstatiert Spono-Trainer Ike Cotrina.

«Dazu kam, dass uns Torhüterin Kristina Ukaj dabei viel geholfen hat.»

Die Nottwilerinnen spielten zudem mit Geduld und Disziplin und waren auch über den Gegenstoss erfolgreich. Und die Eagles verfügten über die grössere Anzahl an spielerischen Varianten. Diese liessen Cotrina ebenfalls mehr rotieren.

Antonia Rakaric zeigt erfolgreiches Debüt

Erwähnenswert ist zudem das Europacup-Debüt von Antonia Rakaric. Sie besitzt mit Spono eine Talentförderungslizenz (Olten) und warf bei ihrem Einsatz in der zweiten Hälfte auf Anhieb vier Tore. «Ich bin mit der Leistung meines Teams zufrieden», betonte denn auch Cotrina. Dass die Truppe nach drei wettkampflosen Wochen für diese Begegnung auf den Punkt bereit gewesen sei, «stimmt mich für den weiteren Saisonverlauf zuversichtlich». Zu euphorisch ob dieses klaren Erfolgs will er allerdings nicht werden. Denn er weiss: «Eine Niederlage ist immer wieder möglich.» Trotzdem ist er überzeugt davon, «dass hier etwas Erfolgreiches zusammenwachsen kann».

Rotweiss Thun – Spono Eagles 17:30 (10:14)
Strafen: je 4-mal 2 Minuten.
Rotweiss Thun: Kuslys, Peronino; Zumstein (6), Nora Gerber (4), Weibelova (2), Wyer (2), Frey (1), Rotondo (1), Nina Lisa Gerber (1). Murgovska, Eberhart, Strupler.
Spono Eagles: Troxler, Ukaj, Schaller; Jund, Irman (5), Matter (2), Hodel (3), Amrein (3), Decurtins (4), Rakaric (4), Csebits (2), Stähelin (1), Ljubas (6), Kashani.