Sinneswandel beim FCL: Eleke steht wohl vor dem Verkauf

Das Verhältnis zwischen FC-Luzern-Sportchef Remo Meyer und Stürmerstar Blessing Eleke ist schon lange angespannt. Der Nigerianer möchte seit Sommer weg, bald könnte der Weg für ihn frei sein.

Daniel Wyrsch
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Blessing Eleke am vergangenen Sonntag in Neuenburg gegen Xamax: 90 Minuten Ersatzspieler und Zuschauer.

Blessing Eleke am vergangenen Sonntag in Neuenburg gegen Xamax: 90 Minuten Ersatzspieler und Zuschauer. 

Martin Meienberger/Freshfocus (9.Februar 2020)

Die Dissonanzen zwischen dem nigerianischen Stürmer Blessing Eleke und seinem Arbeitgeber reissen nicht ab. Auch unter dem neuen FCL-Trainer Fabio Celestini, der sich bislang explizit um das Wohlergehen des 23-Jährigen bemüht hat, ist es zu einem ernsthaften Vorfall gekommen. Eleke ist am Sonntag vor dem Spiel bei Neuchâtel Xamax (1:0-Sieg) im Hotel fünf Minuten zu spät zur Teamsitzung erschienen, wie der «Blick» richtig berichtete. Celestini blieb im Sinne einer straffen Mannschaftsführung gar nichts anderes übrig, als Eleke im Spiel gegen Xamax 90 Minuten draussen lassen.

Eleke ist in den etwas mehr als eineinhalb Jahren beim FCL immer wieder mit undiszipliniertem Verhalten aufgefallen. Schon unter René Weiler hatte er Anfang Oktober 2018 den Mannschaftsbus für das Spiel in Bern bei den Young Boys verpasst. Unter Weilers Nachfolger Thomas Häberli häuften sich die Vorfälle – und Eleke schoss immer weniger Tore. Waren es in der ersten Saison noch 13 Ligatreffer, hat der kräftige Stürmer in dieser Saison erst drei Tore erzielt. Die Einsatzzeit Elekes ist dementsprechend immer kürzer geworden. In den drei Partien unter Celestini ist er nur gegen YB zu einem Teileinsatz gekommen. In der Nachspielzeit schoss er das Tor zum 2:0-Endstand.

Legia Warschau könnte Elekes neuer Verein werden

Lange wollten die Verantwortlichen nichts von einem Verkauf Elekes wissen. Die Erkenntnis hat sich nun aber durchgesetzt, dass der Afrikaner beim FCL kaum mehr durchstarten wird. Im Nachhinein wäre es wahrscheinlich gewinnbringender gewesen, wenn Sportchef Remo Meyer dem Nigerianer im vergangenen Sommer die Freigabe erteilt hätte. Damals soll Brescia aus der Serie A 2,5 Millionen Euro für Eleke geboten haben. Denselben Betrag in Dollar hatte in der Winterpause Al Ahly Kairo mit Ex-FCL-Coach René Weiler für Eleke geboten. Gegenwärtig steht ein Angebot des FC Lugano im Raum, doch ein Verkauf an den Ligakonkurrenten dürfte für Meyer nicht in Frage kommen.

Schon eher, dass man sich mit Legia Warschau einig wird. Der polnische Spitzenklub mit Ex-FCL-Mittelfeldmann Valeriane Gvilia müsste für Eleke wohl mindestens 2 Millionen Euro überweisen. Das Transferfenster in Polen ist noch bis zum 2. März offen. Luzern hatte für Eleke etwas mehr als 1 Millionen Euro an Ashdod in Israel überwiesen.

Für Bürki zahlte Luzern geschätzte 200'000 Franken

Dem FCL käme diese Einnahme entgegen, nachdem man für den neuen Verteidiger Marco Bürki geschätzte 200 000 Franken an Zulte Waregem zahlen musste. Vergangene Woche hatte der belgische Erstligist dem Vernehmen nach noch 250 000 Euro für den Ex-Spieler von YB und Thun gefordert. Diese Summe wollte Meyer nicht für Bürki ausgeben.