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SKI ALPIN: Attacke auf erste Medaille

Beim WM-Slalom dreht sich heute (18.15/22.15) alles um die Goldjagd von Local Hero Mikaela Shiffrin. Doch auch für die Schweizer Fans wird es spannend vor allem dank Wendy Holdener.
Ist in dieser Saison der Spitze einen weiteren Schritt näher gekommen: die Schwyzer Slalomspezialistin Wendy Holdener. (Bild: APA/Barbara Gindl)

Ist in dieser Saison der Spitze einen weiteren Schritt näher gekommen: die Schwyzer Slalomspezialistin Wendy Holdener. (Bild: APA/Barbara Gindl)

Stefan Klinger, Beaver Creek

Seit dem vergangenen Wochenende ist es endgültig vorbei mit der Ruhe in Beaver Creek. Denn da kam der Fanclub von Wendy Holdener im WM-Ort an. Über 20 Leute, deren Markenzeichen es ist, ein in der Form einer Startnummer geschnittenes Shirt mit der Aufschrift «Go Wendy» zu tragen und vor allem bei den Rennen aus ihren Kuhglocken alles rauszuholen, was diese an Lauten nur so hergeben.

Dieser Tage scheint der Holdener-Fanclub besonders motiviert, besonders euphorisch zu sein. Und dafür gibt es ja auch einen guten Grund. Denn nach zwei Weltmeisterschaften und den Olympischen Spielen von Sotschi tritt die 21-Jährige aus Unteriberg nun erstmals an einem Grossanlass mit realistischen Medaillenchancen an. Nicht nur aufgrund ihrer Resultate in dieser Saison, in der sie einmal Dritte wurde und bei ihrem vierten Platz in Flachau nur 0,04 Sekunden hinter Mikaela Shiffrin sowie 0,06 Sekunden hinter Tina Maze lag. Vielmehr deshalb, weil Wendy Holdener nun auch mental reif für die Attacke auf die Medaille scheint.

Zwar betont sie, dass sie sich schon in Sotschi «etwas ausgerechnet» hat. Doch sie weiss auch, dass sich die stets ehrgeizige, mitunter übereifrige, junge Athletin dort selber im Weg gestanden war. «Ich habe aus den letzten Grossanlässen gelernt. Ich habe dort immer zu viel gewollt und mir damit das Leben selber schwer gemacht», sagt sie, «wichtig ist, dass ich diesmal meine Erwartungen etwas zurückschraube, nicht zu viel will und trotzdem angreife.»

In den vergangenen Tagen hatte Holdener die richtige Balance aus konzentrierter Vorbereitung und einer gewissen Gelassenheit. Heute Abend wird sich zeigen, ob sie diese Balance auch dann hat, wenn es richtig ernst wird. Falls ja, ist es gut möglich, dass ihr Fanclub mal so richtig ausflippen kann angesichts von Wendy Holdeners erster Medaille.

Wendy Holdeners grösste Gegnerinnen im Medaillenkampf

Mikaela Shiffrin (USA)

Mikaela Shiffrin.

Mikaela Shiffrin.

Es war der Tag der Eröffnungsfeier, als US-Cheftrainer Sasha Rearick vor die Medien trat und stolz verkündete, dass er mit dem stärksten US-Team der Geschichte die WM dominieren wolle. Schon vor den letzten zwei Wettkämpfen steht nun aber fest: Die tolle Bilanz von der WM 2013 mit unter anderem vier Goldmedaillen wird sein Team nicht mehr erreichen. Nun soll wenigstens Mikaela Shiffrin für ein Wintermärchen sorgen. Die 19-Jährige wurde mit 17 Weltmeisterin und mit 18 Olympiasiegerin. Aktuell ist sie in Topform. Und vor allem: Die Lokalmatadorin, die in Vail aufgewachsen ist und nach der dort eine Strasse, der «Mikaela Way», benannt ist, ist das Gesicht der WM und strahlt einem überall von Plakaten entgegen. Ist das nicht zu viel Druck? «Nö», sagt sie, «ich bin in der Position, in der ich immer sein wollte. Warum sollte ich Druck verspüren?»

Tina Maze (Sln)

Tina Maze (Bild: EPA / Stephan Jansen)

Tina Maze (Bild: EPA / Stephan Jansen)

Was treibt eine Sportlerin an, die alles erreicht und finanziell ausgesorgt hat? Eine Sportlerin, die zweimalige Olympiasiegerin, viermalige Weltmeisterin sowie Gesamtweltcupsiegerin ist und mehrere Rekorde aufgestellt hat. Im Fall von Tina Maze, der besten Allrounderin im Ski-Weltcup, sind es die direkten Duelle auf Augenhöhe mit den Spezialistinnen in deren Disziplin. So überlegt die 31-Jährige aus Slowenien nun sogar, ob sie ihr ursprünglich für dieses Frühjahr geplante Karriereende verschiebt, nur um sich mit der wiedergenesenen Lindsey Vonn noch einmal so richtig zu duellieren. Und so ist Maze, so heisst es aus ihrem Umfeld, trotz ihren Siegen in Beaver Creek in Abfahrt und Kombination nun ganz besonders heiss auf den Slalomtitel. Denn dort kann sie Mikaela Shiffrin, Everybody’s Darling in Vail, bei deren Heimspiel besiegen. Das Können dazu hat sie.

Frida Hansdotter (Sd)

Frida Hansdotter. (Bild: AP / Giovanni Auletta)

Frida Hansdotter. (Bild: AP / Giovanni Auletta)

Dabei hatten die Tage in Beaver Creek für Frida Hansdotter doch so schön begonnen. Nachdem die 29-Jährige aus Schweden vergangene Woche im WM-Ort angekommen war, strotzte sie nur so vor Euphorie und zeigte jedem, wie sehr sie sich auf die Titelkämpfe freut. Immerhin war ihr an der letzten WM der Durchbruch gelungen, als sie im Slalom Bronze gewann. Und weil sie seither ihre ersten beiden Weltcupsiege eingefahren hat – einen davon vor wenigen Wochen in Flachau – und aktuell die Slalom-Weltcupwertung anführt, fühlt sie sich nun bereit für einen noch grösseren Erfolg. Doch dann der Rückschlag: Für den Teamwettbewerb wurde sie nicht nominiert, weil ihr Coach im Parallelslalom andere als besser ansah. «Das war enttäuschend für mich», sagt sie. Dafür sei sie jetzt noch motivierter, im Slalom allen zu zeigen, wer die Schnellste ist.

Kathrin Zettel (Ö)

Kathrin Zettel. (Bild: Juergen Skarwan)

Kathrin Zettel. (Bild: Juergen Skarwan)

Die WM 2015 ist für Kathrin Zettel bislang alles andere als erfreulich verlaufen. Kurz nach ihrer Ankunft in den USA vor zwei Wochen hat sie sich eine Erkältung zugezogen, die noch immer anhält. Und sportlich lief es für sie auch nicht gerade nach Wunsch: Sechste in der Kombination, Siebte im Riesenslalom. «Beim Kombinationsslalom bin ich mit den Bedingungen nicht zurechtgekommen. Ich hoffe, dass die Piste nun eisiger ist», sagt die 28-jährige Niederösterreicherin, «aber ich werde nicht jammern.» Zumal die aussichtsreichste Disziplin der Slalom-Vizeweltmeisterin von 2011 und Olympiadritten von Sotschi ja erst jetzt noch kommt. «Der Slalom ist meine stabilste Disziplin, da habe ich die meisten Podestplätze», sagt sie, «ich bin ja wegen einer Medaille da. Dafür muss ich richtig Gas geben und an mein Maximum gehen.» Gelingt ihr das, ist für sie alles möglich.

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