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SKI ALPIN: Corinne Suter zurück in der Erfolgsspur

Corinne Suter ist eines der grössten Talente im Schweizer Skisport. Nach einer schwierigen Zeit im Herbst, die sie zum Umdenken zwang, eilt sie nun von Erfolg zu Erfolg.
Stefan Klinger, Fiescheralp
Ein perfekter Tag für die Schwyzerin Corinne Suter auf der Fiescheralp: Sonnenschein und Schweizer Meisterin in der Abfahrt. (Bild: Keystone/Jean-Christophe Bott)

Ein perfekter Tag für die Schwyzerin Corinne Suter auf der Fiescheralp: Sonnenschein und Schweizer Meisterin in der Abfahrt. (Bild: Keystone/Jean-Christophe Bott)

Corinne Suter fühlt sich so richtig wohl. Es ist der perfekte Tag für sie. Sie musste diesmal am Morgen zwar ein wenig früher aufstehen als sonst und schon um 6.30 Uhr in voller Montur auf der Fiescheralp stehen. Doch das hat sich für die 19-Jährige aus Schwyz gelohnt. Und wie. Immerhin wurde sie soeben Schweizer Meisterin in der Abfahrt. Vor Konkurrentinnen wie Olympiasiegerin Dominique Gisin oder etablierten Weltcupfahrerinnen wie Nadja Jnglin-Kamer und Fränzi Aufdenblatten. Nun ist dieser Sieg nicht gerade der wichtigste Erfolg, den sie aufzählen will, wenn sie in 10, 15 Jahren ihre Karriere beendet und auf bedeutende Siege zurückblickt. Doch stolz ist sie allemal.

Und so nimmt sie entspannt Platz und geniesst das Ambiente. Den strahlend blauen Himmel, den Panoramablick auf die verschneiten Berge des Wallis ringsherum. Vor allem aber das familiäre Flair einer Schweizer Meisterschaft. Ihre Mutter und ihre Tante sitzen ein paar Meter weiter direkt am Rand der Rennpiste. Zwei Personen, die ihr sehr wichtig sind – aber sonst nur selten zuschauen können, wenn Corinne Suter mal wieder fernab der Heimat den Berg hinunterrast. Daneben die Weltcupathletinnen, eine Festbank weiter die jungen, aufstrebenden Talente, wie auch Corinne Suter eines ist. «Ich finde diese Rennen cool, weil mal alle Schweizerinnen zusammen sind. Sonst sind wir immer aufgesplittet. Die einen fahren Weltcup, die anderen Europacup und so weiter. Daher hat die SM für mich einen grossen Stellenwert», sagt sie, «ich freue mich über diesen Sieg.»

Suter erstmals Schweizer Meisterin

Es ist ihr erster Titel an einer Schweizer Meisterschaft – und ein weiterer Erfolg von so vielen in den vergangenen Wochen. Immerhin gewann Suter im Europacup die Disziplinen-Wertungen in Abfahrt und Super-G. Zudem holte sie sich an der Junioren-WM zwei Goldmedaillen (Abfahrt, Super-G). «Wenn du die Gesamtwertung in einer Disziplin gewinnst, zeigt das, dass du nicht nur in einem Rennen stark warst, sondern die ganze Saison konstant auf einem hohen Niveau gefahren bist», verdeutlicht sie. Das gebe viel Selbstvertrauen und verleihe einen grossen Schub.

Und die Erinnerungen an die Junioren-WM setzen noch einen obendrauf. Weil es für Suter «ein cooles Erlebnis» war, wie alle Athleten in einer Art Sportler-Dorf gelebt und damit den Titelkämpfen das Flair von Olympischen Spielen in abgespeckter Version verliehen haben. Vor allem aber, weil ihr dort ihr grösster Erfolg gelang. «Ich habe da nicht nur ein wichtiges Rennen gegen starke Konkurrenz gewonnen, sondern das mit dem zweiten Sieg nochmals bestätigt», sagt sie, «die WM war der bisherige Höhepunkt in meiner Karriere. Davon kann ich noch lange zehren.»

Es gibt ihr Mut und spornt sie an, das nächsthöhere Ziel zu erreichen: sich im Weltcup zu etablieren. «Ich denke, diese Erfolge werden mir neben den Erfahrungen, die ich bei meinen bisherigen Starts im Weltcup gemacht habe, helfen, dass mir das gelingt», sagt sie.

Immerhin trat Suter schon elfmal im Weltcup an. Zu Beginn wurde sie jedoch von all den Eindrücken erschlagen. «Die vielen Medien, das Fernsehen, das überall filmt. Und dann stehst du neben den weltbesten Skifahrerinnen, die du nur aus dem Fernsehen kennst», blickt sie zurück, «das alles beeindruckt dich.»

Inzwischen hat sie sich jedoch an das Flair im Weltcup gewöhnt. Noch wichtiger aber: Sie scheint die richtigen Lehren aus dem «schwierigen Saisonstart», wie sie die für sie bittere Phase im Herbst beschreibt, gezogen zu haben. Denn da war die 19-Jährige an ihren Grenzen angelangt. Die letzten Jahre, in denen das Talent im Winter von Rennen zu Rennen und sonst von Training zu Training gehetzt war, hatten sie physisch wie psychisch ausgelaugt. Denn was bei ihr erschwerend hinzu kam: In den Tagen, in denen sie sich von den ständigen Ortswechseln, den vielen Stunden im Auto oder auf Flughäfen erholen hätte sollen, ging sie erst zur Schule und absolvierte dann ihre Ausbildung zur Hotelfachfrau. Und so bizarr es klingt: Weil Suter nie gross verletzt war, war sie nie gezwungen, ein paar Tage am Stück mit dem Training auszusetzen und einfach mal am gleichen Ort zu bleiben.

Städtetrip zwischen den Rennen

Zuletzt war das zwar nicht gross anders, doch sie hat gelernt, sich so zu organisieren, dass nicht jeder Tag nur aus Skifahren besteht. So verbrachte Suter beispielsweise mit Teamkollegin Jasmin Flury bewusst mal je einen Tag in den ohnehin auf der Reiseroute liegenden Städten Wien und Barcelona. Sie machten eine Stadtrundfahrt oder lagen am Strand – wie ganz normale Touristinnen eben. Zwar immer nur ein zeitlich sehr begrenzter Tapetenwechsel, doch der reichte schon, um ihre Batterien aufzuladen. «Du kannst nicht vier Wochen am Stück nur Ski fahren und jeden Tag die gleichen Gesichter sehen. Du musst auch mal auf andere Gedanken kommen», sagt sie, «ich habe lernen müssen, dass du auch Zeit für dich brauchst.» Die jüngsten Resultate zeigen: Sie scheint den richtigen Weg gefunden zu haben, damit das grosse Talent Corinne Suter nicht gleich verheizt wird.

Noch bis zum Wochenende bestreitet Corinne Suter die SM auf der Fiescher­alp, danach noch ein paar FIS-Rennen. Im April beginnt sie den letzten Teil ihrer Ausbildung, die sie im Juli beenden will. «Aber vorher mache ich noch ein, zwei Wochen komplett frei», kündigt sie an. Damit sie mal abschalten, sich erholen, ihre Erfolge verarbeiten – und dann mit neuem Elan ihre aussichtsreiche Karriere fortsetzen kann.

Fiescheralp. Schweizer Meisterschaften. Abfahrt: 1. Corinne Suter (Schwyz) 1:40,76. 2. Jnglin-Kamer (Schwyz) 0,36. 3. Hählen (Lenk i. S.) 0,37. 4. Dominique Gisin (Engelberg) 0,52. – Ferner: 7. Nufer (Lungern) 1,21. 8. Feierabend (Engelberg) 1,81. 9. Holdener (Unteriberg) 1,87. 11. Gröbli (Emmetten) 2,54. 12. Jasmina Suter (Stoos) 2,79. 14. Raphaela Suter (Stoos) 2,83. 20. Katrin Mathis (Bannalp) 5,14.

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