Ski alpin
Das Ende eines Traums: Mauro Caviezel zieht einen Schlussstrich

Zwei Jahre lang hat Mauro Caviezel alles für ein erfolgreiches Comeback getan. Nun tritt er vom Skisport zurück.

Martin Probst, Wengen
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Mit 34 Jahren beendet er die Spitzensportkarriere: Mauro Caviezel.

Mit 34 Jahren beendet er die Spitzensportkarriere: Mauro Caviezel.

Bild: Sven Thomann/Freshfocus

Es geht nicht mehr. Zwei Jahre lang hat Mauro Caviezel nichts unversucht gelassen, um noch einmal erfolgreich in den Weltcup zurückzukehren. Am Dienstag gab er seinen Rücktritt bekannt. Sein Traum vom Comeback ist geplatzt. Dabei war er so nahe dran.

Rückblick: Im Januar 2021 stürzt Caviezel im Training für die Abfahrt in Garmisch-Partenkirchen schwer. Neben diversen anderen Verletzungen wird von den Ärzten ein Schädel-Hirn-Trauma diagnostiziert, das für den heute 34-Jährigen schwerwiegende Konsequenzen hat. Caviezel kämpft in der Folge mit Sehproblemen, die er lange nicht in den Griff bekommt. Zwar wagt er schon im Februar des gleichen Jahres im WM-Super-G einen Comebackversuch, doch Caviezel verpasst ein Tor und scheidet aus. Es zeigt ihm, dass er noch weit davon entfernt ist, sich im Hochgeschwindigkeitsbereich zu bewegen. Besonders Doppelbilder machen ihm zu schaffen.

In der Folge lässt Caviezel nichts unversucht. Doch diverse Therapien bringen nicht den erwünschten Erfolg. Nur die Zuversicht, es zu schaffen, behält er weiterhin. Im vergangenen Frühjahr erhält Caviezel dann einen Tipp, in Spanien gäbe es einen Arzt, der dem Motorradsuperstar Marc Marquez bei ähnlichen Problemen geholfen habe. Der Bündner nimmt mit Marquez Kontakt auf und fliegt nach Barcelona, um sich behandeln zu lassen.

In Lake Louise kam es zum einen Sturz zu viel

Mauro Caviezel wird im November 2022 in Lake Louise mit dem Helikopter von der Piste geflogen.

Mauro Caviezel wird im November 2022 in Lake Louise mit dem Helikopter von der Piste geflogen.

Bild: Jeff Mcintosh/AP

Der Arzt zeigt Caviezel spezielle Übungen für die Augen, rät ihm aber auch, die Kopfposition in der Hocke zu verändern, um die Sehprobleme zu beheben. Die Vorbereitung für die aktuelle Saison verläuft dann tatsächlich vielversprechend. Speedtrainer Reto Nydegger sagt: «Die Fortschritte waren gross. Marco war sehr nahe dran, es zu schaffen.» In Lake Louise steht Caviezel im November schliesslich wieder am Start eines Weltcuprennens. In der Abfahrt scheidet er aber aus. Am Tag darauf stürzt er im Super-G.

Es war der eine Sturz zu viel. Zwar gehe es ihm wieder gut, wird Caviezel in einer Meldung von Swiss-Ski zitiert: «Aber leider nicht gut genug, um wieder in den Skirennsport einzusteigen.» In seiner Karriere stand Caviezel zwölfmal auf dem Podest eines Weltcuprennens, 2020 gewann er die Disziplinenwertung im Super-G und 2017 holte er WM-Bronze in der Kombi.