Ski alpin
Delia Durrer doppelt nach: Die 18-jährige Nidwaldnerin ist nun auch Schweizer Meisterin in der Abfahrt

Delia Durrer gewann am Donnerstag in Zinal die Schweizer Meisterschaften in der Abfahrt - nur 24 Stunden nach ihrem Sieg in der Kombination.

Peter Gerber Plech
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Erfolgreiche Saison: Delia Durrer debütierte in diesem Winter im Weltcup.

Erfolgreiche Saison: Delia Durrer debütierte in diesem Winter im Weltcup.

Alexandra Wey/Keystone

Delia Durrer wurde ihrer Favoritenrolle, die sie sich mit den Bestzeiten in den Trainings erarbeitet hatte, vollauf gerecht. Nicht einmal 24 Stunden nach ihrem Sieg in der Kombination durfte sich die 18-jährige Nidwaldnerin bereits über ihre zweite Goldmedaille an den diesjährigen Schweizer Meisterschaften freuen – diesmal in der Abfahrt.

Nicht, dass Delia Durrers Fahrt einfach nur so zum Sieg gereicht hätte. Die Nidwaldnerin knöpfte der zweitplatzierten Janine Schmitt gleich 81 Hundertstelsekunden ab. Auch zur Überraschung der neuen Schweizer Meisterin selber. «Ich konnte während der Fahrt nicht einschätzen, ob ich nun schnell unterwegs bin oder nicht», sagte Durrer rückblickend auf die 73 Fahrsekunden. Der Schnee sei durch die Sonneneinstrahlung schmierig gewesen und deshalb sei auch das Gefühl schwer einschätzbar geworden. Die Fahrt indes war annähernd perfekt. Die Linienwahl im steileren Teil hat gepasst und dank der kompakten Hocke war Delia Durrer auch in den Gleitpassagen schnell. Einzig den einen Sprung hat die 18-Jährige etwas verpasst. Der kurze Moment der aerodynamisch nicht vorteilhaften Position kostete nur marginal Zeit.

Deshalb gab es auch seitens des Trainers Lob. «Delia ist wirklich gut gefahren. Man merkt, dass sie in diesem Winter oft auf der Speed-Seite unterwegs gewesen ist. Ihr Skifahren ist stabiler geworden und durch die gemachten Erfahrungen wirkt sie enorm sicher», sagte der ehemalige Holdener-Coach Werner Zurbuchen. Mit all diesen Voraussetzungen störte Delia Durrer selbst die Favoritenrolle nicht. «Ich habe gewusst, dass auch heute etwas drin liegt. Aber das habe ich nicht als Druck empfunden, viel mehr war das für mich ein zusätzlicher Ansporn. Ich musste ja niemandem irgendetwas beweisen, sondern einfach gut und schnell Ski fahren.» Manchmal klingt alles so einfach. Vor allem dann, wenn es optimal läuft.