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SKI ALPIN: Delia Durrer – Ein Energiebündel dreht auf

Kochen mit Wendy Holdener, Klavierspiel am frühen Morgen und ein Gastauftritt in einem Werbeclip – das Nidwaldner Skitalent Delia Durrer (15) ist auch neben der Piste kreativ.
Stephan Santschi
Die 15-jährige Delia Durrer aus Oberdorf NW will dereinst im Ski-Weltcup Fuss fassen. (Bild: Boris Bürgisser (Klewenalp, 15. März 2018))

Die 15-jährige Delia Durrer aus Oberdorf NW will dereinst im Ski-Weltcup Fuss fassen. (Bild: Boris Bürgisser (Klewenalp, 15. März 2018))

Stephan Santschi

stephan.santschi@luzernerzeitung.ch

Ob es etwas gibt, dass sie überhaupt nicht kann? Delia Durrer lacht ob der Frage und sagt: «Einrad fahren, das kriege ich nicht hin. Doch das lässt mir mein Kopf nicht zu, ich werde es wieder versuchen.» Eine Antwort, die den Ehrgeiz der 15-jährigen Nidwaldnerin aus Oberdorf gut wiederzugeben vermag. Sie will sich stets verbessern, Tag für Tag, vor allem in ihrer grössten Leidenschaft, dem alpinen Skisport. In dieser Saison macht Delia Durrer erstmals auf nationalem Parkett auf sich aufmerksam. Anfang März in Verbier gewann sie an den JO-Schweizer Meisterschaften im Super-G die Silbermedaille, im Gesamtklassement des Jugend-Cups von Swiss Ski belegt sie aktuell den dritten Platz. Zwei Rennen stehen in dieser Wertung noch aus – die Schweizer Meisterschaften im Riesenslalom und im Slalom. Beide finden am nächsten Wochenende auf ihrem Hausberg, dem Klewenstock, statt. Dort will sie einen starken Winter zu einem perfekten Ende bringen. Dazu später mehr.

Auf den Ski stand sie erstmals im Alter von zweieinhalb Jahren. Die Eltern nahmen Delia mit in den Schnee, und auch ihr Grossvater, er war verantwortlich für den Betrieb der Sesselbahn Engstlenalp–Jochpass, war ein begeisterter Skifahrer. «Jahrelang genoss ich die frische Luft, ohne aber besonders gut zu fahren. Als ich dann in die U12-Auswahl des Nidwaldner Skiverbands kam, ging mir der Knopf auf.»

«Gib Gas und hab eine Gaudi!»

Delia Durrer begann zu realisieren, dass Arbeit hinter einer grossen Skikarriere steckt. Und sie fand Gefallen daran, auch am Konditionstraining. «Es war ein Weg, um meine Energie rauszulassen. Ich bin nicht scheu, nicht leise, sondern ein quirliger und aufgestellter Mensch.» Ein richtiges Energiebündel eben. Dazu passen die Worte ihres langjährigen Trainers Heiko Hepperle, der ihr im Verlauf einer Übungseinheit immer wieder zu sagen pflegt: «Gib Gas und hab eine Gaudi!»

Mittlerweile ist die Athletin des Skiclubs Beckenried-Klewenalp zu einem der hoffnungsvollsten Talente der Zentralschweiz gereift. Mit ihren 1,60 Metern ist sie zwar relativ klein, dafür aber umso flinker. «Ich kann schnell auf neue Situationen reagieren, und dank meiner Kraft komme ich auch auf harten Pisten und langen Strecken gut zurecht.» Die Bilder einer Profikarriere erhalten so in ihrem Kopf allmählich klarere Konturen. «Den ganzen Aufwand betreibe ich mit einem grossen Ziel: Ich will in den Weltcup!» Fünf Mal trainiert sie pro Woche, und obwohl die Ernsthaftigkeit ihres Sports zunimmt, hat sie die Freude daran nicht verloren. «Supercool» finde sie Skifahren weiterhin, «jeder Tag ist anders, das Wetter und die Piste sind nie gleich, der Wettkampf schürt Emotionen und sorgt für Adrenalinkicks».

Frühstückskonzert für die Nachbarn

Als Vorbilder nennt sie die Schwyzerin Wendy Holdener und die Amerikanerin Mikaela Shiffrin. «Holdener, weil sie ein Kämpfertyp ist. Sie hat Spass auf den Ski und ruft unter Druck ihre Leistung ab. Shiffrin beeindruckt mich derweil mit ihrer Konstanz.» Holdener habe sie auch privat etwas näher kennen lernen können. «Bei einem internen Event unseres gemeinsamen Sponsors Electrolux haben wir zusammen gekocht. Sie ist sehr sympathisch.»

Zum Kochen kommt Delia Durrer sonst nur wenig, ihre Tage sind auch so reichlich gefüllt. An der Begabtenförderung in Hergiswil geht sie zur Schule, daneben nimmt sie jeweils einmal pro Woche Unterricht im Geräteturnen und am Klavier. Übungen am Boden, im Sprung, an den Ringen und am Reck fördern die Körperspannung, das Musizieren sorgt derweil für einen willkommenen Ausgleich. «Nach der Schule und manchmal auch davor. Glücklicherweise haben meine Nachbarn nichts dagegen, sie hören sogar gerne zu, wenn ich um 6.30 Uhr ein Stück spiele», erzählt sie und lacht. Apropos Spielen: Vor ein paar Jahren hatte sie sogar einen Kurzauftritt in einem Werbeclip für ein Stanser Unternehmen. «Meine Mutter brachte mich auf diese Idee. Also ging ich zum Casting und kriegte prompt eine kleine Rolle.»

«Ich habe keine Angst vor Rückschlägen»

Am wohlsten aber fühlt sie sich in den Bergen – sowohl im Sommer, wenn sie mit dem Bike einen Hügel erklimmt, wie auch im Winter mit den Skiutensilien im Gepäck. Am nächsten Wochenende auf dem Klewenstock möchte sie einer Saison, in der bisher vieles aufgegangen ist, die Krone aufsetzen. Sowohl im Riesenslalom am Samstag als auch im Slalom vom Sonntag möchte sie an den JO-Schweizer-Meisterschaften in die Spitzengruppe fahren. Dann wäre ihr wohl jene Top-6-Platzierung in der Gesamtwertung des Jugend-Cups sicher, die ihr im Sommer den Wechsel an die Sportmittelschule in Engelberg und ins nationale Leistungszentrum ermöglichen würde.

Es wäre ein Meilenstein auf dem Weg nach oben. Ein Weg, der, so ist sie sich bewusst, «hart sein und mir extrem viel abverlangen wird. Wie Lara Gut, Dominique Gisin und Lindsey Vonn gezeigt haben, kann es auch zu Rückschlägen kommen. Doch davor habe ich keine Angst». Ebenso wenig wie vor dem nächsten Versuch, sich auf einem Einrad zu behaupten.

Delia Durrer

Geboren: 14. November 2002
Wohnort: Oberdorf NW
Grösse: 1,60 Meter
Gewicht:57 Kilo
Ausbildung: Begabtenförderung Hergiswil
Verein: Skiclub Beckenried- Klewenalp
Kader:U16 im Nidwaldner Skiverband
Trainer: Heiko Hepperle
Erfolge:Vier Podestplätze an nationalen JO-Rennen (inkl. Silber an SM im Super-G); 2. Platz am Ländervergleich Malbun
Hobbys:Geräteturnen, Klavier spielen
Vorbild:Wendy Holdener, Mikaela Shiffrin

Jugend-Cup

Klewenalp ob Beckenried. Schweizer JO-Meisterschaften (U16). Riesenslalom. Samstag: Ab 9.30 1. Lauf; ab 12.00 2. Lauf. – Slalom. Sonntag: ab 9.30 1. Lauf; ab 12.00 2. Lauf (Klewenstock). Infos: www.zssv.ch

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