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SKI ALPIN: Die Verletzung hat Leoni Zopp stärker gemacht

Sie ist ein grosses Versprechen für die Zukunft: Leoni Zopp (16) aus Andermatt meldet sich nach einer Zwangspause wieder zurück auf der Skipiste. Während des Genesungsprozesses traf sie mit Aline Danioth auf eine «Leidensgenossin».
Leoni Zopp bei ihrem einzigen Renneinsatz vergangene Saison, die sie verletzungsbedingt verpasste. (Bild: SSC Samnaun (Samnaun, 23. April 2017))

Leoni Zopp bei ihrem einzigen Renneinsatz vergangene Saison, die sie verletzungsbedingt verpasste. (Bild: SSC Samnaun (Samnaun, 23. April 2017))

Philipp Zurfluh

philipp.zurfluh@urnerzeitung.ch

«Es braucht nicht viel, um glücklich zu sein.» Diese Lebenseinstellung hat Leoni Zopp geholfen, dass sie die vergangenen Monate mit Bravour gemeistert hat. Vor etwas mehr als einem Jahr machten sich bei der talentierten Skirennfahrerin Rückenschmerzen bemerkbar. Trotz intensiver Physiotherapie und sehr guter ärztlicher Betreuung durch Swiss-Olympic-Arzt Walter O. Frey war an Skifahren nicht mehr zu denken. Schweren Herzens musste die 16-Jährige die Saison abbrechen, ohne einen Wettkampf bestritten zu haben. «Es war keine einfache Entscheidung, doch die Gesundheit geht vor», schaut Leoni Zopp zurück.

Was darauf folgte, war ein monatelanger Weg zurück mit unzähligen intensiven und kräftezehrenden Stunden in der Physiotherapie in Zürich unter professioneller Betreuung. «Ich machte rasche Fortschritte, und die Beschwerden wurden immer kleiner.» Sie habe immer positiv gedacht und nie an einer Rückkehr auf die Skipiste gezweifelt. «Die sportliche Auszeit hat mich mental gestärkt», ist das Urner Nachwuchstalent überzeugt.

Geteiltes Leid ist halbes Leid

Bei der Regeneration begegnete sie oft Aline Danioth, die sich nach einer schweren Knieverletzung in Form brachte (siehe Ausgabe vom 19. Dezember). Getreu dem Motto «Geteiltes Leid ist halbes Leid» tauschten sich die beiden aus über ihre Verletzungen. «Es tat mir gut, mit ihr darüber zu sprechen.» Heute verspürt Leoni Zopp kaum noch Schmerzen und hat in dieser Saison schon einige Rennen bestritten.

Die Leidenschaft zum Skisport wurde der Andermatterin quasi in die Wiege gelegt: Leoni Zopp stammt aus einer äusserst sportlichen Familie, ihre ältere Schwester sowie ihre Eltern sind früher Skirennen gefahren. Bereits im Alter von sieben Jahren hat sie am Gemsstock erste Skirennen bestritten. «Ich bin fürs Skifahren geboren», sagt sie und lacht. Sie konnte auch international schon einige beachtliche Erfolge einfahren. So gewann sie 2015 beim «Trofeo Topolino» im italienischen Trentino zweimal die Bronzemedaille in Slalom und Riesenslalom. Der Wettkampf gilt als inoffizielle Weltmeisterschaft für Kinder zwischen 11 und 14 Jahren. Stars wie Lindsey Vonn, Lara Gut oder Beat Feuz konnten dort ihre frühen Triumphe feiern.

Seit zweieinhalb Jahren besucht die 1,69 Meter grosse Athletin die Sportmittelschule Engelberg. Das ermöglicht ihr, Schule und Sport optimal zu kombinieren. Während morgens Mathematik und Sprachen gebüffelt werden, wird nachmittags in einer kleinen Gruppe von Athletinnen trainiert.

Freeriden als ideale Ergänzung

Die Andermatterin fühlt sich nicht nur im Skirennsport zu Hause, sie liebt es, allgemein Sport zu treiben. Wenn sie mal nicht gerade für die Schule lernt oder mit den Ski durch den Stangenwald fährt, bewegt sie sich gerne in der Natur. Vor allem das Freeriden hat es ihr angetan. «Das unruhige Fahren im Pulverschnee ist ein gutes Training, da ich nun an den Wettkämpfen mit einer hohen Startnummer starten muss und die Pisten schon einiges in Mitleidenschaft gezogen wurden.»

Leoni Zopp tritt diese Saison erstmals auf FIS-Stufe an, deshalb auch die hohen Startnummern. Sie zählt zu den jüngsten aller Athletinnen. Doch das spornt sie zusätzlich an: «Ich bin es mir gewohnt, gegen ältere Athletinnen anzutreten, das spielt für mich keine Rolle.» Eine Lieblingsdisziplin hat die Gymnasiastin nicht. «Momentan fahre ich vor allem Slalom und Riesenslalom, doch mir gefallen auch die Speed-Disziplinen.» Sie kann sich vorstellen, sich zur Allrounderin zu entwickeln.

Der Traum von Olympia lebt

Der Blick der 16-Jährigen ist nach vorne gerichtet. «Ich will mich auf Stufe FIS etablieren und Fortschritte erzielen, unter Druck setze ich mich aber nicht.» Über die berufliche Zukunft hat sie sich noch keine grosse Gedanken gemacht. «Mein Fokus liegt momentan beim Sport.» Gelingen ihr diese Saison gute Resultate, so sei die Qualifikation für das C-Kader durchaus im Bereich des Möglichen. Auch das Fernziel Weltcup hat sie nach wie vor im Blickfeld. «Dafür arbeite ich hart an mir.» Den Traum von Olympia hat sie im Hinterkopf. «Es ist wohl der Wunsch jedes Sportlers, mal bei Olympischen Spielen teilnehmen zu können.» Während sie 2018 die Wettkämpfe in Südkorea noch am Fernsehen verfolgt, träumt sie, einmal als aktive Skirennfahrerin dabei zu sein. «Ich glaube fest daran.»

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