SKI ALPIN: Merken Sie sich diesen Namen

Aline Danioth (17) rückte sich mit dem Gewinn von vier Medaillen an den Olympischen Jugendspielen in den Fokus. Für die Urnerin sind diese Erfolge eine weitere Etappe auf dem Weg zum ganz grossen Ziel.

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Präsentiert oberhalb Andermatt ihre vier Medaillen: die bald 18-jährige Aline Danioth. (Bild: Dominik Wunderli / Neue LZ)

Präsentiert oberhalb Andermatt ihre vier Medaillen: die bald 18-jährige Aline Danioth. (Bild: Dominik Wunderli / Neue LZ)

Theres Bühlmann

Sie ist eine Persönlichkeit. Unbekümmert und locker. Sich mit der Andermatterin Aline Danioth zu unterhalten, ist ein Vergnügen. Im Hause Danioth herrschte in den vergangenen Tagen Hochbetrieb, nachdem die 17-Jährige von den Olympischen Jugendspielen in Lillehammer mit vier Medaillen in die Innerschweiz zurückgekehrt war. «Die Abräumerin vom Dienst» gewann die Kombination und den Slalom, holte sich die bronzene Auszeichnung im Super-G und im Riesenslalom und avancierte somit zur erfolgreichsten Athletin dieses Anlasses.

Als «Goldkind von Andermatt» wird die grosse Schweizer Zukunftshoffnung unter anderem betitelt. «Ich habe nicht damit gerechnet, dass ich in jeder Disziplin eine Medaille hole», blickt sie auf die erfolgreichen Tage zurück. «Denn an einem Rennen muss alles aufgehen, alles stimmen.» Und es ging auf, selbst im Super-G. «Diese Medaille hat mich am meisten überrascht», sagt die Slalomspezialistin, die am 12. März ihren 18. Geburtstag feiert. Aline Danioth, diesen Namen muss man sich merken.

Der Beinahe-Coup im Weltcup

Bei den Verantwortlichen von Swiss- Ski ist der Name schon rot markiert. Dank ihren guten Leistungen an FIS- und Europacup-Rennen feierte sie im Dezember ihre Premiere auf höchster Ebene. In Courchevel wars, kurz vor Weihnachten, als Aline Danioth ihr erstes Weltcup-Rennen bestritt. Und plötzlich war sie mittendrin im Kreis der ganz Grossen. Vor Ehrfurcht erstarrt sei sie nicht, «es war eher motivierend». Weil Aline Danioth mit einer hohen Nummer ins Rennen steigen musste, blieb ihr Zeit genug, ihre Konkurrentinnen vor dem Start am Fernsehen zu verfolgen. «Da wurde mir so richtig bewusst, jetzt fahre ich da auch runter.» Bei den drei Weltcup-Einsätzen blieb es ihr bisher versagt, sich für den zweiten Lauf zu qualifizieren. Allerdings hätte es in Lienz im Slalom beinahe geklappt: Mit Platz 32 verpasste sie die Top 30 und somit einen Coup lediglich um zwei Plätze. «Schade», sagt sie.

Bestätigung an der Junioren-WM

Doch hadern mag sie nicht, viel lieber blickt sie auf «die Dinge, die da noch kommen». Und es kommt noch einiges. Die Junioren-WM in Sotschi zum Beispiel. Sie wird in den nächsten Tagen die technischen Disziplinen bestreiten. Dieser Anlass ist auf einer höheren Ebene anzusiedeln als die Olympischen Jugendspiele. «Einige Konkurrentinnen sind drei Jahre älter als ich und im Weltcup bereits vorne anzutreffen», blickt die Urnerin auf diesen Anlass. Auf einen Rang festlegen mag sie sich indes nicht, «ich will meine Form bestätigen, und dann sehen wir, was daraus wird». Mit den hohen Ansprüchen, die nach dem vierfachen Medaillengewinn in Lillehammer auf ihr lasten, kann sie gut umgehen. «Ich betrachte das eher als Motivation.» Da wäre noch das Thema Abfahrt zu klären: «Ich konzentriere mich voll auf die technischen Disziplinen. Aber ab und zu ein Abfahrtstraining, das kann ich mir durchaus vorstellen. Schnelle Rennen können ja auch richtig Spass machen.»

Fernstudium und wenig Ausgang

Viel freie Zeit bleibt der Urnerin nicht. Manchmal kommt sie aber nicht daran vorbei, ihre Schulbücher auszupacken, Aline Danioth erlernt zurzeit das kaufmännische Metier im Fernstudium – «mein Lieblingsfach ist Wirtschaft» –, wenn sie zu Hause oder unterwegs ist. Trotz des gefüllten Terminkalenders, eines lässt sie sich, die mit zwei Jahren erstmals auf den Ski stand, nicht nehmen. Freeriden in Andermatt. «Leider hatte ich in den letzten Wochen wenig Gelegenheit dazu.» Auch mit Ausgang oder Kino, einfach all das, was junge Leute von heute gerne machen, dazu fehlt oft die Zeit. «Ich komme aber dank meinem Sport viel in der Welt herum, und dies entschädigt mich für vieles.»

Verzicht üben muss sie auch weiterhin, denn ihr ganz grosses Ziel sind die Olympischen Winterspiele 2018 in Südkorea. Auf diesen Anlass arbeitet sie hin, mit ihrer eigenen Konsequenz, mit ihrem Talent und ihrem gesunden Ehrgeiz. Bei allem, was sie unternimmt, kann Aline Danioth auf ihre Familie zählen. «Ohne die Unterstützung meiner Eltern könnte ich meinen Sport nicht in dieser Intensität ausüben, und dafür bin ich ihnen sehr dankbar.»

Gibt es etwas, was die immer ruhig und souverän wirkende Urnerin aus dem Gleichgewicht bringt? «Doch, doch», sagt sie, «wenn ich nicht trainieren kann, bin ich gestresst und nervös.» Genauer gesagt, wenn das Bewegungstalent eine Pause einlegen muss, um sich und ihrem Körper Erholung zu gönnen.

Apropos Erholung: Nach der Saison wird in die Ferien verreist. Nicht zum Freeriden, nicht zum Skifahren. Es geht ans Meer. Kein Schnee weit und breit, keine Versuchung, sich auf die Bretter zu stellen ...