Ski alpin
Trotz Gegenwind im Super-G von Garmisch: Corinne Suter ist bereit für die Olympischen Spiele in Peking

Im Super-G von Garmsich-Partenkirchen am Sonntag können die Schweizerinnen nicht ganz an die Leistungen des Doppelsieges in der Abfahrt anknüpfen.

Ives Bruggmann, Garmisch-Partenkirchen
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Die Schweizerin Corinne Suter fühlt sich wohl auf dem Ski. Daran ändert auch der achte Platz im Super-G von Garmisch nichts.

Die Schweizerin Corinne Suter fühlt sich wohl auf dem Ski. Daran ändert auch der achte Platz im Super-G von Garmisch nichts.

Bild: Giovanni Maria Pizzato/AP

Der Wind auf der Kandahar war an diesem Sonntag unberechenbar. Dazu kamen warme Temperaturen und komplett andere Schneeverhältnisse. Die Piste, am Samstag während der Abfahrt noch hart und eisig, musste stark gesalzen werden und wurde dadurch zu «schmierigem Frühlingsschnee», wie es der Schweizer Speedtrainer Roland Platzer nannte. Die äusseren Bedingungen meinten es mit der überlegenen Vortagessiegerin Corinne Suter nicht ganz so gut. Vor allem im unteren Streckenteil hatte sie mit starkem Wind zu kämpfen. Ein erneuter Podestplatz wurde so für die 27-jährige Schwyzerin, die im Mittelteil zudem einen Fehler beging, zum Ding der Unmöglichkeit. Mit 1,03 Sekunden Rückstand wurde sie Achte, zeitgleich mit ihrer Teamkollegin Joana Hählen.

Beste Schweizerin war überraschend Jamina Suter, die zwei Hundertstelsekunden weniger benötigte als das zeitgleiche Swiss-Ski-Duo. Die 26-jährige Schwyzerin fuhr zum erst dritten Mal überhaupt und der die besten Zehn im Weltcup.

Brignone und Hütter teilen sich den Sieg

Mit einer nahezu perfekten Fahrt gewann die Italienerin Federica Brignone den siebten Super-G in diesem Weltcup-Winter und baute damit ihre Führung in der Disziplinenwertung wohl vorentscheidend auf 103 Punkte aus. Nur die Österreicherin Cornelia Hütter konnte mit der entfesselten Italienerin mithalten. Ihr gelang es sogar, die exakt gleiche Zeit wie Brignone aufzustellen, womit sich die beiden den Sieg teilten. Tamara Tippler komplettierte das Podest mit bereits 0,82 Sekunden Rückstand. Sie war eine von vier Österreicherinnen in den Top Fünf.

Doppelsieg überstrahlt alles

Die Ergebnisse vom Sonntag schmälern den Schweizer Doppelsieg in der Abfahrt vom Vortag durch Corinne Suter und Jasmine Flury keineswegs. Vor allem Teamleaderin Corinne Suter zeigte sich in blendender Verfassung und nahm der Konkurrenz eine halbe Sekunde und mehr ab. Auch deshalb sagte sie nach dem achten Rang im Super-G vom Sonntag: «Ich werde dieses Resultat nicht überbewerten.» Was sie mitnehme, sei die Gewissheit, schnell zu sein.

«Ich fühle mich wohl auf dem Ski und freue mich nun extrem auf Peking.»
Doppelsieg zweier Freundinnen: Jasmine Flury (links) und Corinne Suter.

Doppelsieg zweier Freundinnen: Jasmine Flury (links) und Corinne Suter.

Bild: Pier Marco Tacca/AP

Der gemeinsame Podestplatz der Freundinnen Suter und Flury war aus Schweizer Sicht zweifelsohne die Geschichte des Wochenendes. Schon vor vielen Jahren hätten sie den Traum gehabt, einmal gemeinsam auf dem Weltcup-Podium zu stehen, verriet Corinne Suter. Nicht nur das, sie hielten dieses Ziel auf einer To-do-Liste fest. «Wir haben schon so viel über das geredet. Dass es nun geklappt hat, ist einfach unglaublich», sagte Jasmine Flury, die als Zweite ihren zweiten Karriere-Podestplatz feierte. «Das ist ein Tag, den ich nie mehr vergessen werde.»

Corinne Suter und die Frage des Vertrauens

Mit ihrem vierten Weltcup-Sieg bewies Corinne Suter, dass sie zurück zu alter Stärke gefunden hat. Im Abfahrts-Weltcup kletterte sie mit ihrem ersten Saisonerfolg vom vierten auf den zweiten Rang und liegt damit nur noch 69 Punkte hinter der derzeit verletzten Sofia Goggia. Doch noch viel wichtiger ist: Sie fuhr mit dem Herz in der Hand. Cheftrainer Beat Tschuor sagt dazu: «Sie ist auf dem richtigen Weg. Mut und Vertrauen spielen dabei eine entscheidende Rolle.» Pünktlich zu den Olympischen Spielen befindet sich Corinne Suter also in Bestform.

In Abwesenheit von Lara Gut-Behrami, Michelle Gisin und Wendy Holdener waren es vor allem Corinne Suter und Jasmine Flury, die hinsichtlich eines Startplatzes in den Speeddisziplinen bei Olympia punkteten. Gruppentrainer Platzer sagt: Die Podestfahrerinnen sind sicherlich im Vorteil.» Doch entschieden sei noch nichts, der Qualifikationsmodus werde erst vor Ort bekannt gegeben. Swiss-Ski reist mit elf Athletinnen nach Peking.

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