Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Konto per E-Mail erhalten.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

SKI ALPIN: Urner Toptalent Aline Danioth: «Ich lasse mich nicht stressen»

Aline Danioth (19) gelingt mit dem Gewinn der ersten Weltcuppunkte ein eindrückliches Comeback nach langer Verletzungspause. Im Europacup auf Melchsee-Frutt startet die Urnerin erstmals als Mitfavoritin.
Stephan Santschi
Aline Danioth macht am Donnerstag und Freitag auf Melchsee-Frutt einen Zwischenhalt. (Bild: Vid Ponikvar/Freshfocus (Zagreb, 3. Januar 2018))

Aline Danioth macht am Donnerstag und Freitag auf Melchsee-Frutt einen Zwischenhalt. (Bild: Vid Ponikvar/Freshfocus (Zagreb, 3. Januar 2018))

Stephan Santschi

stephan.santschi@luzernerzeitung.ch

«Die grösste Challenge meiner Karriere.» So umschreibt Aline Danioth das, was unmittelbar hinter ihr liegt. Im letzten Jahr kämpfte sie sich von einer schweren Knieverletzung zurück – im Dezember 2016 hatte sie sich während des Weltcup-Riesenslaloms in Sestriere einen Kreuzbandriss, Risse am inneren und äusseren Meniskus sowie eine Zerrung des Seitenbands zugezogen. «Das war ein Schock und mental nicht einfach, weil ich sehr gut in Form war. So etwas tut schon weh», sagte sie damals. 2015 hatte das Urner Toptalent im Weltcup debütiert, 2016 gewann sie an den Junioren-Weltmeisterschaften (Kombination) ebenso Gold wie zweimal an den Olympischen Jugend-Winterspielen (Kombination, Slalom).

Seit diesem Rückschlag ist über ein Jahr vergangen, und die Tatsache, dass die mittlerweile 19-Jährige in den zwei Europacup-Saloms auf Melchsee-Frutt zu den Favoritinnen zählt, zeigt: Die Rehabilitation verlief nach Wunsch. Zwar musste sie im letzten November nochmals einen kleinen Eingriff am Meniskus vornehmen lassen, ihre Comebackpläne brachte dies aber nicht durcheinander. «Meinem Knie geht es sehr gut. Ich habe keine Schmerzen, keine Probleme und keine Angst», betont sie.

«Das sind Meilensteine in meiner Karriere»

Auf der Rennpiste drückt sich das in beeindruckenden Ergebnissen aus: In Lienz (19.) und Flachau (20.) sicherte sich Danioth die ersten Weltcuppunkte in ihrer noch jungen Laufbahn, darüber hinaus fuhr sie im Europacup erstmals aufs Podest – den Parallelslalom im italienischen Kronplatz beendete sie am 16. Dezember sogar als Siegerin. «Das alles sind Meilensteine in meiner Karriere», sagt sie stolz.

Bevor sie am kommenden Sonntag im Slalom von Lenzerheide erstmals vor Schweizer Publikum ein Weltcuprennen bestreiten wird, bringt sie sich am Donnerstag und Freitag auf der Frutt in Wettkampfstimmung. Der Obwaldner Cheselenhang gefällt ihr, «er ist mittelsteil und hat zwei, drei schwierige Wellen, die von dir verlangen, dass du schlau fährst», erklärt Danioth und fügt lächelnd an: «Ich freue mich riesig. Es ist ein Heimrennen, an das ich von zu Hause aus anreisen kann.»

Skifahren war schon immer die grosse Leidenschaft der jungen Frau aus Andermatt, doch seit ihrem gesundheitlichen Rückschlag Ende 2016 geniesst sie ihre Zeit im Schnee noch intensiver. «Die Leute sagten mir immer wieder, dass ich stärker zurückkommen werde. Ich dachte mir, die haben gut reden.» Heute stellt sie fest: «Ich bin tatsächlich stärker zurückgekommen, ich habe während dieser Pause sehr viel gelernt. Ich bin ruhiger und schätze jeden Tag auf den Ski noch mehr.» Nach dem Abschluss der Handelsschule und der Aufnahme ins B-Kader von Swiss-Ski befindet sich Danioth im Profistatus. Ihr Fokus liegt auf dem Europacup – sowohl im Wettkampf als auch im Training. «Ab und zu trainiere ich mit Wendy Holdener und Michelle Gisin, da achte ich schon darauf, wo sie auf mich Zeit herausholen. Vor allem profitiere ich aber von Teamkolleginnen wie Carole Bissig oder Elena Stoffel. Wir pushen uns gegenseitig – wenn eine etwas erreicht, weiss die andere, dass sie das auch schaffen kann.»

Traum von der Kristallkugel ist weiter präsent

Bissig wird übrigens ebenfalls auf Melchsee-Frutt am Start stehen, auch die 21-Jährige aus Grafenort gewann mit den Plätzen 17 und 18 jüngst die ersten Weltcuppunkte.

Grosse Gedanken über ihre Zukunft hat sich Aline Danioth seit ihrem Comeback nicht gemacht. Klar ist da noch immer der Kindheitstraum vom Gewinn der grossen Kristallkugel, vom Triumph im Gesamtweltcup. Kein Geringerer als Bernhard Russi – der Olympiasieger von 1972 stammt wie Danioth aus dem Kanton Uri – attestiert ihr «ein geniales Gefühl fürs Skifahren». Vorerst aber nehme sie Rennen für Rennen. «Sonst verpasse ich den Moment. Früher schaute ich mehr auf mein ganzes Jahresprogramm und liess mich von Dingen stressen, die noch weit weg waren. Jetzt kenne ich gerade meinen Plan in diesem Monat. Ich weiss, dass ich ab Ende Januar an den Junioren-Weltmeisterschaften in Davos im Riesenslalom und Slalom starten werde. Mehr nicht.»

Im Weltcup strebt sie als Nächstes nach Klassierungen in den Top 15, Schritt für Schritt möchte sie sich in die Weltspitze vorantasten. «Ich lasse mich nicht stressen», sagt sie nochmals und strahlt viel Zuversicht aus, wenn sie festhält: «Ich habe ein Jahr lang nicht Ski fahren können, ich habe im Sommer viel weniger trainiert als davor, und trotz hohen Startnummern und schwierigen Bedingungen gewann ich die ersten Weltcuppunkte.»

Zusammengefasst könnte man festhalten: Die grösste Challenge in ihrer Karriere hat sie mit Bravour gemeistert. Die grössten Momente auf der Piste sollen aber erst noch kommen.

Rennprogramm

Melchsee-Frutt (Piste Cheselen). Europacup-Slalom, Frauen. Donnerstag, 1. Slalom: Ab 14.00 1. Lauf; ab 16.30 2. Lauf; anschliessend Rangverkündigung im Ziel. – Freitag, Nachtslalom: Ab 17.30 1. Lauf; ab 20.00 2. Lauf; anschliessend Rangverkündigung im Ziel.

Infos unter: www.melchsee-frutt.ch

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.