SKI ALPIN: Vorfreude auf die Premiere

Die 16-jährige Urnerin Aline Danioth steht vor einer neuen Herausforderung. Die Andermatterin bestreitet ihr erstes FIS-Europacuprennen und eifert ihren grossen Vorbildern nach.

Theres Bühlmann
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Startet am Donnerstag am Europacup-Slalom auf Melchsee-Frutt: die 16-jährige Jugendweltmeisterin Aline Danioth. (Bild: PD)

Startet am Donnerstag am Europacup-Slalom auf Melchsee-Frutt: die 16-jährige Jugendweltmeisterin Aline Danioth. (Bild: PD)

Theres Bühlmann

Sie ist eine Frohnatur, die 16-jährige Aline Danioth. Interviews mit der Nachwuchsfahrerin aus Andermatt sind fast schon ein Genuss, sie drückt sich sehr gewandt und pointiert aus. Und sie weiss, was sie will: einmal mit dem Weltcup-Zirkus unterwegs sein, dort wo die ganz Grossen zu Hause sind, dort, wo ihre beiden Vorbilder Lara Gut und die Amerikanerin Mikaela Shiffrin immer wieder für Furore sorgen. «Lara kenne ich persönlich, sie ist ja oft in Andermatt anzutreffen, und ich finde sie cool.» Und an Shiffrin bewundert sie deren «super Technik und wie genial sie Rennen fährt».

Die Jugend-Weltmeisterin

Aline Danioth steht erst am Beginn ihrer Karriere, kann aber schon mit nennenswerten Erfolgen aufwarten. Unter anderem mit Siegen und Podestplätzen an der Schweizer Jugendmeisterschaft, und im März 2013 stand sie bei der «Trofeo Topolino» in Trentino (It) zuoberst auf dem Podest und darf sich nun Jugend-Weltmeisterin nennen. Der Stellenwert dieses Sieges ist nicht zu unterschätzen, denn auch Lindsey Vonn (USA), Tina Weirather (Lie), Lara Gut und eben Mikaela Shiffrin waren bekannte Siegerinnen dieses Anlasses. Höhepunkte der noch jungen Karriere von Danioth sind Platz 3 beim FIS-Slalom in Davos (mit Startnummer 48) von Anfang Dezember. Der gleiche Rang gelang ihr in Saas Fee und einen 8. Platz realisierte sie am 23. Dezember beim Rennen auf dem Gemsstock. Sie machte den Urner Organisatoren, welche das Rennen wegen Schneemangels von Splügen übernommen hatten, so etwas wie ein verfrühtes Weihnachtsgeschenk. Mehr gefreut haben dürfte sich Aline Danioth aber darüber, dass sie auf die Siegerin Resi Stiegler (USA) lediglich 1,6 Sekunden einbüsste.

Das Ziel auf Melchsee-Frutt

Und nun erobert die Andermatterin, welche dem Nationalen Leistungszentrum Mitte angehört, auch die Europacup-Pisten. Sie startet am Donnerstag zu ihrem ersten Rennen auf diesem Niveau. Sie findet es mega cool mit oder eben gegen die ganz grossen Namen im Skizirkus anzutreten (siehe Kasten), «und ich freue mich sehr darauf», schiebt sie nach. Ihr Ziel auf der Frutt ist klar: Sie will den zweiten Lauf erreichen, wobei beim Europacup im Gegensatz zu Weltcuprennen die besten 60 zugelassen werden. Ob sie den Nachtslalom am Freitag bestreiten wird, entscheidet sie später.

Gestern trainierte Aline Danioth, die im Alter von 2,5 Jahren zum ersten Mal auf Skiern stand, auf der Frutt und hofft, dass die Piste noch etwas härter wird, eine Unterlage, die ihr liegen würde. Die Andermatterin, die ein Jahr lang die Sportschule in Brig besuchte und nun im Fernstudio das KV macht, wendet in der Woche rund 20 Stunden für das Training auf und sagt «ich bin ein richtiger Wintertyp, was ja für Andermatt nichts Ungewöhnliches ist». Obwohl die Urnerin altersbedingt mir ihren 16 Jahren nun auch Abfahrten bestreiten darf, setzt sie vorläufig auf die technischen Disziplinen Slalom und Riesenslalom. Im Training wird aber schon mal ein Super-G ausgesteckt.

Freuen auf die Eltern

Nervosität auf die Frutt-Rennen spürt sie keine. Sie freut sich ganz einfach auf die Rennen in der Zentralschweiz, auf den einen oder anderen Fan aus Uri und auf ihren Vater Carlo, mit dem sie auch ab und zu trainiert und der sie häufig zu den Rennen fährt. Auch ihre Mutter Jeannette, die immer wieder Chauffeurdienste für ihre Tochter erledigt, wird auf der Frutt den Lauf ihrer Tochter beobachten.

Es sei schön, wenn die Eltern eines ihrer Rennen verfolgen, «irgendwie», sagt Aline Danioth, «beruhigt mich ihre Anwesenheit».