SKI NORDISCH: Den Tritt gefunden

Der Urner Spitzenlangläufer Roman Furger steigert sich am Weltcup in Davos nach enttäuschendem Samstag. Er freute sich am Sonntag über einen 18. Rang als bester Schweizer.

Jörg Greb
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Roman Furger (26) sprintet in die Viertelfinals. (Bild: Gian Ehrenzeller/Keystone (Davos, 11. Dezember 2016))

Roman Furger (26) sprintet in die Viertelfinals. (Bild: Gian Ehrenzeller/Keystone (Davos, 11. Dezember 2016))

Jörg Greb

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Den Auftakt in den Wettkampfwinter hatte sich der 26-Jährige aus Schattdorf anders vorgestellt. 42. wurde er beim 30-km-Rennen in Davos. Und auch wenn nach dem 1:11,23 Stunden dauernden Wettkampf nur 43 Sekunden zum angesteuerten Top-30-Rang, den Weltcup-Punkterängen, fehlten, stellte Furger fest: «Es passte zu wenig.» Nicht «richtig ins Rennen hineingefunden» habe er, sei in der mittleren Phase des «langen Wettkampfs in ein Loch gefallen». Sein Tempo war folglich nicht konstant. Daran änderte beim Sieger des Engadin-Skimarathons im letzten März und 2012 und dem U-23-WM-Dritten im Sprint 2012 auch die ansprechende Leistung auf dem letzten Streckenabschnitt wenig.

Umso erfreulicher kam für ihn die Reaktion. Trotz «müder Beine», was aufgrund des anspruchsvollen 30-km-Rennens keine Überraschung darstellen konnte, vermochte er seinen Körper auf den Punkt hin wieder in Schwung zu bringen. Die 22.-beste Zeit glückte ihm im Sprint-Prolog. Bester Schweizer war er damit und vor allem: Der Sprung in die Direktausscheidungen war geschafft. Und ebenso die am Vortag verpassten Weltcup-Punkte realisiert. «Ich bin sehr happy», hielt Furger fest. Explizit verwies er auf die Dichte, die keinen Misstritt erlaubt: «Erwischst du eine, zwei Kurven nicht richtig, bist du weg vom Fenster.» Ein Blick ins Klassement verdeutlicht dies. Nur viereinhalb Sekunden lagen zwischen dem Prologsieger Luca Chanavat (FRA) und dem 31. Baptiste Gros (FRA). Furger verfügte über eine Reserve von 71 Hundertstel – nach 2:24,50 Wettkampfminuten.

Mehr in die Kraft und Schnelligkeit investiert

Nach diesem Prolog-Auftritt sagte Furger: «Erstaunlich, wie frisch, wie spritzig sich meine Beine anfühlten und wozu ich so fähig war.» Die Ausgangslage weiter nutzen konnte er indes nicht. Der Viertelfinal bedeutete Endstation – obwohl er sich taktisch und von der Position her nichts vorzuwerfen brauchte. «Der Saft war einfach draussen», sagte er.

Trotz des Fehlstarts am Samstag stimmt dieses Weltcup-Wochenende Furger zuversichtlich. Es bieten sich Perspektiven für die Saison. Die Basis stimmt offenbar. Der gute Sommer ohne Verletzungen und sonstigen Umstellungen im Trainingsplan sorgt für Sicherheit. Gezeigt hat sich, dass die neuen Inputs des Urner Coaches Philipp Furrer anschlagen. «An Details feilen, etwas mehr in die Kraft und in die Schnelligkeit investieren», lautete die Devise. Seine Fähigkeiten erneut unter Beweis stellen will Furger bereits am nächsten Wochenende an der nächsten Weltcup-Destination La Clusaz (FRA) mit dem 15-km-Skating-Rennen mit Massenstart. Das Saisonziel für Furger stellen die Weltmeisterschaften in Lathi (FIN) Mitte Februar dar. Und klar ist für ihn auch, dass er sich trotz herausragender Sprintqualitäten nicht auf diese Disziplin konzentrieren und fokussieren möchte. «Ich glaube, ich bin ein Allrounder, der es auch in den Händen hat, sich in Distanzrennen zu behaupten.»