SKI NORDISCH: Eine Premiere mit Spassfaktor

Die Zentralschweizer Langlaufmeisterschaften werden erstmals in einem Sprintrennen ausgetragen. Ein Event, der auch die weltcuperprobte Nadine Fähnrich ins Schwärmen brachte.

Ruedi Vollenwyder
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Gut gelaunt dem Ziel entgegen: die 21-jährige Nadine Fähndrich. (Bild: Philipp Schmidli (Engelberg, 7. Januar 2017))

Gut gelaunt dem Ziel entgegen: die 21-jährige Nadine Fähndrich. (Bild: Philipp Schmidli (Engelberg, 7. Januar 2017))

Ruedi Vollenwyder

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Der letztjährige Dominator der U-16-Kategorie, Avelino Näpflin aus Beckenried, zeigte sich nicht glücklich, als bekannt wurde, dass die Zentralschweizer Langlauf-Meisterschaften in Engelberg in einem Sprintrennen ausgetragen werden. Im Vorfeld meinte der vor vier Tagen den 17. Geburtstag feiernde Nidwaldner: «Ein Distanzrennen hätte meinen Fähigkeiten eher entsprochen.»

Also eine Art Hassliebe? Avelino Näpflin, der leidenschaftlich gerne Klavier und Fussball spielt, verneint und relativiert seine vor dem Rennen geäusserten Bedenken. «Das Sprintrennen hatte einen grossen Spassfaktor. Vor allem der direkte Kampf im Final gegen meinen Bruder Andrin machte grossen Spass», monierte der erstmals in der Kategorie U 18/U 20 antretende Nidwaldner mit einem Schmunzeln im Gesicht. Dass er den Meistertitel Patrick Marbacher überlassen musste, ärgerte ihn wenig. «Ich mag Patrick diesen Erfolg gönnen. Er war stärker als ich.»

«Ich gebe immer Vollgas»

Der in Schüpfheim wohnhafte und für den Skiklub Entlebuch laufende Patrick Marbacher verdiente sich diesen Titel mit einer Topleistung. «Ich gebe immer Vollgas. Wenn ich dann noch zuoberst auf dem Podest stehe, ist es umso schöner», freute sich der 18-Jährige über diesen Titel.

Mehr schmerzt Avelino Näpflin hingegen, dass er nach der letztjährigen Topsaison nicht mit der Aufnahme in die Kandidatengruppe von Swiss-Ski belohnt wurde. Doch das ist Schnee von gestern. Der Beckenrieder hat seinen Fokus bereits auf das nächste Wochenende gerichtet. Für den Schüler der Mittelschule Nidwalden in Stans steht dann nämlich ein erster Saisonhöhepunkt an. Die Schweizer U-18-Meisterschaften über 10 und 15 Kilometer Skating in Val Müstair stehen auf dem Programm. «Es kribbelt jetzt schon gewaltig, und ich freue mich extrem auf diese Rennen.»

Nadine Fähndrich zeigte ihre Klasse

Im Rennen der Frauen sorgte die Eigenthalerin Nadine Fähndrich für das Highlight des Tages. Die U-23-Vizeweltmeisterin im Sprint und Vierte über 5 Kilometer klassisch an der diesjährigen Tour de Ski in Val Müstair zeigte auch auf regionaler Ebene ihre grosse Klasse. Die für den Skiklub Horw lizenzierte Eigenthalerin holte den Meistertitel klar vor Maya Niederberger aus Dallenwil und ihrer Klubkollegin Claudia Schmid. «Dieser Anlass hat unheimlich Spass gemacht und war für mich zudem eine sehr gute Trainingseinheit», zog die 21-Jährige eine positive Bilanz ihres Abstechers nach Engelberg.

Das Männerrennen gewann Pascal Wolf (Schwendi-Langis) vor Bruno Joller (Bannalp-Wolfenschiessen) und Roman Bricker (Unterschächen) souverän.

Hinweis

Resultate unter: www.nsv.ski.ch und zssv.ch

Millimeter entscheiden

Eisige Kälte, leichter Schneefall und eine einzigartige Flutlichtkulisse am Fusse der Titlis-Schanze prägten an den regionalen Meisterschaften in Engelberg den ersten Teamsprint in der Geschichte des Zentralschweizer Schneesportverbandes. OK-Präsident Beat Waser zieht eine positive Bilanz: «Die Begeisterung bei den Athleten für diese neue Wettkampfform war gross. Ich bin froh, haben wir uns für diesen neuen Weg entschieden.»

Zu einem Start-Ziel-Sieg kam es beim Rennen der Frauen. Das Horwer Duo Nadine Fähndrich/Claudia Schmid wurde seiner Favoritenrolle gerecht. Abwechslungsweise liefen sie ihre beiden Runden an der Spitze und liessen nichts anbrennen. «Ehrlich gesagt, ich war vor dem Einzelrennen und dem Teamsprint jeweils ein wenig nervös», gab Fähndrich zu Protokoll. Während Schmid dem Speaker verriet: «Für mich ist es eine Ehre, mit Nadine zu laufen.» Der Test für den Teamsprint an den Schweizer Meisterschaften Ende März 2017 ist geglückt.

Sozusagen auf dem letzten Millimeter abgefangen wurde das Männerteam des Skiclubs Horw. Jungspund Camillo Piazza und Senior Roland Eggspühler lieferten sich mit Flühli und Unterschächen ein Kopf-an-Kopf-Rennen über die vier Runden. Eggspühler bog als Führender auf die Zielgerade ein. Doch Christoph Schnider, der ehemalige Kaderathlet von Swiss-Ski aus Flühli, zeigte seine Spurtqualitäten und fing den Horwer noch ab. Mit Hilfe der Zielkamera konnte eine Differenz von 5 Zehntelsekunden ermittelt werden. Das Duo Roman und Robert Briker aus Unterschächen rundete das spannende Finale der Männer mit Rang 3 ab.