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SKI NORDISCH: «Ich hatte hier öfter Probleme»

Severin Freund (27) ist der aktuelle Star der Skispringer. Er spricht vor dem Weltcup in Engelberg über sein Verhältnis zur Titlis-Schanze und über die Vierschanzentournee.
Fand sich gestern bei seinen zwei Probedurchgängen auf der speziellen Titlis-Schanze ganz gut zurecht: der Deutsche Severin Freund. (Bild: Philipp Schmidli)

Fand sich gestern bei seinen zwei Probedurchgängen auf der speziellen Titlis-Schanze ganz gut zurecht: der Deutsche Severin Freund. (Bild: Philipp Schmidli)

interview Daniel Wyrsch

Severin Freund (27) ist mit total 20 Weltcup-Siegen der drittbeste deutsche Skispringer. Der Bayer ist Weltmeister 2015 und hat in der letzten Saison den Gesamtweltcup gewonnen. Heuer hat er bereits zwei Springen für sich entschieden, in der Gesamtwertung belegt er hinter dem Slowaken Peter Prevc (23) den zweiten Rang.

Die deutsche Sportöffentlichkeit hofft, dass Freund bei der bevorstehenden Vierschanzentournee erstmals den prestigeträchtigen Gesamtsieg holen kann. In Engelberg stand der Deutsche noch nie auf dem Podest. Gestern im Training landete Freund zweimal auf Platz 2, stärker war einzig der Tourneesieger Stefan Kraft (22) aus Österreich.

Severin Freund, zweimal Zweiter in den Probedurchgängen: Wie zufrieden sind Sie mit den ersten beiden Sprüngen?

Severin Freund: Es lief eigentlich ganz gut für mich. Es ist nämlich nicht die Schanze, die mir am meisten liegt. Ich hatte hier schon öfter Probleme, darum ist es umso schöner, wenn man einen Tag erwischt, an dem es funktioniert. Deshalb bin ich sehr zufrieden.

Was macht die grösste Naturschanze der Welt so schwierig?

Freund: Die Titlis-Schanze hat einen äusserst kurzen Tisch. Es ist ein bisschen so, als ob der Tisch auf einen zukommen würde. Man hat das Gefühl, als würde man auf eine Wand zufahren. Das ist aber nicht das, was wir wollen. Darum ist es schon besonders. Trotzdem finde ich es eigentlich gut, dass es im Weltcup solch spezielle Schanzen gibt, solche mit einer besonderen Charakteristik. Es ist klar, dass einem die einen Schanzen gefallen, die anderen weniger. Die Unterschiede auf den verschiedenen Schanzen machen das Skispringen interessant.

Engelberg investiert im nächsten Jahr 3 Millionen Franken in die Sanierung der Anlage mit Flutlicht, die für Nachtspringen fernsehtauglich ist. Was würden Sie sich als Verbesserung der aktuellen, teilweise etwas veralteten Infrastruktur wünschen?

Freund: Man sollte mal einen Sessellift hinstellen, damit es im Training ein bisschen weniger stressig wäre. Die Beförderungskapazität mit den Gondeln ist nämlich nicht gerade überragend. Ansonsten finde ich es schön, dass es nicht lauter moderne Sprunganlagen im Weltcup gibt, sondern auch Schanzen mit Ecken und Kanten.

In dieser Weltcup-Saison sind die Skispringer bisher nicht vom Wetterglück verwöhnt worden. Für Engelberg sind die Prognosen gut. Freuen Sie sich auf windstille, faire Bedingungen?

Freund: Engelberg ist der Klassiker, bei dem es immer leichten Rückenwind hat. Daher hoffe ich, dass es auch heuer ein Klassiker wird. Es ist das erste Wochenende, an dem wir davon ausgehen können, dass beide Wettkämpfe normal ablaufen.

Welche Erwartungen haben Sie hier an sich selber?

Freund: Obwohl die Resultate in den letzten Jahren nicht stimmten, ist es wichtig, dass man die Herausforderung annimmt, das Beste aus sich herausholt. Am Schluss sieht man dann, was dabei herauskommt.

In Deutschland sind die Erwartungen an Sie vor allem für die Vierschanzentournee gross. Seit dem letzten ­deutschen Gesamtsieger Sven Hannawald 2001/02 sind viele Jahre vergangen.

Freund: Die Erwartungen sind sicher gross. Sie sind jedes Jahr gross.

Können Sie mit dieser Erwartungshaltung im eigenen Land wirklich so locker umgehen?

Freund: Es ist nichts Neues für mich. Ich gehe nicht das erste Mal an die Tournee. Vielleicht ist es das erste Mal, dass man sich für mich etwas ausrechnet. Wenn man die letzten Jahre anschaut, dann war die Tournee nicht mein bestes Pflaster. So bleibt mir nichts anderes übrig, als die Herausforderung immer wieder anzunehmen. Doch es kann nun mal nur einer die Tournee gewinnen. Der Rest muss es im nächsten Jahr wieder probieren.

Wie beflügelnd wäre ein Erfolg hier in Engelberg direkt vor der Tournee?

Freund: Das wäre natürlich schön, aber ich glaube, es ist nicht entscheidend, weil die Titlis-Schanze wirklich ganz eigen ist.


Simon Ammann ist im Aufwind

Qualifikationdw. Simon Ammann (34) gelang gestern in Engelberg ein guter Qualifikationssprung. Der Toggenburger machte einen 133-Meter-Satz und landete auf Platz 4. Allerdings konnten die besten zehn Athleten des Weltcup-Gesamtklassements wie immer auf die Qualifikation verzichten. Ammann stellte fest: «Nach den zwei Probedurchgängen war mein dritter Sprung, der für die Qualifikation zählte, ganz in Ordnung.»

Für den zweifachen Doppel-Olympiasieger stehen die beiden Weltcup-Wettkämpfe in der Schweiz im Zeichen der Weiterentwicklung des auf diese Saison hin gestarteten Projekts «Telemark rechts». Es ist die Umstellung der Landung vom linken auf das rechte Bein. Der Bewegungsablauf sah im letzten Sprung schon recht flüssig aus. Ammann dämpfte aber die Erwartungen auf ein Spitzenresultat: «Ich will hier jeden Sprung zur Verbesserung nützen. Dann sehe ich, wie weit die Distanz zu den Besten ist.»

Deschwandens Hoffnung

Für den Horwer Gregor Deschwanden (24) verlief die Qualifikation ziemlich enttäuschend. Er musste sich mit Platz 26 begnügen. Nicht nur Ammann, sondern auch die beiden 20-jährigen Teamkollegen Luca Egloff (20.) und Killian Peier (21.) liessen ihn hinter sich. Deschwanden: «Das war eine zähe Angelegenheit. Ich hoffe, dass ich am Samstag bessere Sprünge zeigen kann.» Zuversichtlicher stimmt ihn der erste Probedurchgang auf 131,5 Meter – immerhin die elftbeste Marke aller Startenden inklusive der Top Ten mit Peter Prevc, Severin Freund und Co.

Engelberg. Qualifikation für das 1. Springen von heute, 14.15 (SRF 2): 1. Lanisek (Sln) 135,7 (133 m). 2. Stoch (Pol) 134,8 (132,5). 3. Hauer (No) 134,6 (135). 4. Ammann (Sz) 129,2 (133). 5. Prevc (Sln) 128,3 (134) und Kofler (Ö) 128,3 (130,5). – Ferner: 20. Egloff (Sz) 114,5 (127). 21. Peier (Sz) 114,0 (123,5). 26. Deschwanden (Sz) 111,4 (118). – Nicht für das 1. Springen qualifiziert: 41. Kälin (Sz) 103,2 (118).

Vorqualifizierte (Top 10 im Weltcup): 1. Kraft (Ö) 133 m. 2. Freitag (De) 128. 3. Gangnes (No) 126. – Ferner: 5. Prevc (Sln) 119. – Nicht gestartet: Freund (De).

Programm

Heute, 12.45: Probedurchgang. – 14.15: 1. Durchgang, anschliessend Finaldurchgang der besten 30.

Sonntag, 12.15: Probedurchgang. – 14.15: 1. Durchgang, anschliessend Finaldurchgang der besten 30.

Rahmenprogramm: Rund ums Skispringen gibt es weitere Events und Partys auf dem Wettkampfgelände und im Dorf. Die Festwirtschaft auf dem Schanzengelände ist heute ab 10.00, am Sonntag ab 10.30 geöffnet.

Ticketpreise. Stehplätze. Erwachsene: Pro Wettkampftag 35 Franken, heute und Sonntag 55.–. Jugendliche (12 bis 15 Jahre):Pro Wettkampftag 25.–, heute und Sonntag ­35.–. Kinder: In Begleitung Erwachsener gratis.

Weitere Angebote und Informationen siehe ­www.weltcup-engelberg.ch

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