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SKI NORDISCH: Routiniers halten Junge in Schach

Bei den Urner Langlaufmeisterschaften in Unterschächen triumphieren mit Margit Abächerli und Roman Bricker zwei sehr erfahrene Athleten. Zum Erfolg kamen die beiden Routiniers mit völlig konträren Taktiken.
Urs Hanhart
Feiert den Solosieg bei den Frauen: die 50-jährige Margrit Abächerli aus Gurtnellen. (Bilder: Urs Hanhart (Unterschächen, 7. Oktober 2018))

Feiert den Solosieg bei den Frauen: die 50-jährige Margrit Abächerli aus Gurtnellen. (Bilder: Urs Hanhart (Unterschächen, 7. Oktober 2018))

Urs Hanhart

urs.hanhart@urnerzeitung.ch

Zwei Wochen nach dem Weihnachtslanglauf stand das Langlaufzentrum Unterschächen wieder im Fokus der Nordischen. Bei fast frühlingshaften Temperaturen um die 10 Grad führte der SC Attinghausen die 59. Urner Langlaufmeisterschaften durch. Insbesondere bei den Frauen litt der Wettkampf unter dem Startverzicht von bekannten Athletinnen. Die beiden Lokalmatadorinnen Stefanie Arnold, die sowohl den Bürer als auch den Weihnachtslanglauf dominiert hatte, und Céline Arnold, ihres Zeichens die Titelverteidigerin, mussten wegen eines gleichzeitig stattfindenden Continentalcup-Rennens in Campra passen.

Die Vorjahreszweite Margit Abächerli (SC Geissberg-Gurtnellen) nutzte die Gunst der Stunde und fuhr nach längerem Unterbruch wieder einmal einen USV-Titel ein. Das tat die bereits 50-jährige Volkslaufspezialistin in überaus souveräner Manier. Sie setzte sich im Massenstartrennen über 4,6 Kilometer bereits kurz nach dem Start von der Konkurrenz ab und skatete fortan einem ungefährdeten Erfolg entgegen. Ihrer härtesten Widersacherin Sophie Andrey (SC Unterschächen) knöpfte sie 26 Sekunden ab, die Bronzemedaillengewinnerin Martina Gisler (SCC Schattdorf) distanzierte sie um fast eine Minute. Abächerli freute sich bei der Zieldurchfahrt sichtlich über diesen unerwarteten Sieg: «Ich habe vor dem Rennen von morgens zwei bis acht Uhr gearbeitet und für eine Bäckerei Waren ausgeliefert. Den Entscheid, hier zu starten, habe ich ganz kurzfristig gefällt. Ich habe nicht erwartet, dass ich Sophie Andrey, die 17 Jahre jünger und auch spritziger ist als ich, unter diesen Voraussetzungen besiegen kann. Umso glücklicher bin ich, dass es geklappt hat.»

Klassische Technik wieder entdeckt

Margit Abächerli, die mittlerweile den Langlaufsport seit fast vier Jahrzehnten betreibt, hat sich in den letzten Jahren hauptsächlich auf Volksläufe konzentriert und dabei auch regelmässig sehr gute Resultate erzielt. Lange bestritt sie nur Skatingrennen, aber inzwischen hat sie auch wieder begonnen, klassisch zu laufen. Ihre Begründung: «Die klassische Technik macht mir wieder grossen Spass. Überhaupt liebe ich die Wettkampfatmosphäre.»

Ihren Trainingsaufwand kann die Gurtnellerin nicht genau beziffern. «Ich laufe nach dem Lustprinzip. Trainingspläne und Pulsuhren sind nichts für mich.» Das Lustprinzip gilt auch bei der Wettkampfplanung. Abächerli, die im Sommer auch Bike­rennen bestreitet, setzt hauptsächlich wieder auf die Karte Volksläufe, schränkt jedoch ein: «Die Swiss-Loppet-Gesamtwertung ist diesen Winter kein Thema. Ich werde einige ausgewählte Rennen laufen. Fixpunkte sind der Mara-Lauf, der Rothenthurmer und auch der Engadiner. Ansonsten bestreite ich wohl noch einige Rennen, die in klassischer Technik gelaufen werden.»

Roman Bricker sprintet alle nieder

Das Rennen der Männer über 9,2 Kilometer (drei Runden zu je 2,3 km) hatte in Sachen Spannung deutlich mehr zu bieten als das der Frauen. Markus Schuler (SC ­Unterschächen), ein ehemaliger USV-Meister, attackierte kurz vor Rennhälfte und kam auch weg. Allerdings musste sich der Lokalmatador von einem Quartett wieder einholen lassen.

In der letzten Runde wurde aus dem Quintett ein Trio mit lauter Akteuren des SC Unterschächen, das die Medaillen unter sich ausmachte. Animator Schuler, der 17-jährige Jungspund Aaron Briker und der bereits 42-jährige Routinier Roman Bricker bogen nahezu gleichzeitig auf die Zielgerade ein, wobei sich überraschenderweise mit Roman Bricker der mit Abstand Älteste des Spitzentrios im Sprint durchsetzte. Der neue USV-Meister lief in der Schlussphase taktisch klug und profitierte dabei von seiner enormen Erfahrung. Er nahm die letzte Haarnadelkurve kurz vor dem Ziel als Erster mit viel Schwung und konnte dadurch nicht mehr abgefangen werden.

Hinweis

Infos: www.urnerskiverband.ch; www.skiclub-attinghausen.ch

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