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SKI NORDISCH: Schniders Lauf gegen die Zeit

Für den Spitzenlangläufer Ueli Schnider beginnt mit dem Weltcup-Rennen in Davos der Olympia-Winter 2018. Dieser Ernsteinsatz bildet nach einer Verletzung die erste geglückte Standortbestimmung.
Roland Bösch
Ueli Schnider läuft bei seinem Weltcup-Comeback in Davos auf Rang 52. (Bild: Federico Modica/Freshfocus (10. Dezember, 2017))

Ueli Schnider läuft bei seinem Weltcup-Comeback in Davos auf Rang 52. (Bild: Federico Modica/Freshfocus (10. Dezember, 2017))

Roland Bösch

regionalsport@luzernerzeitung.ch

Es ist Mitte August 2017, und die Sonne scheint über der Schrattenfluh oberhalb Flühli. Beim Kaffeekassenausflug der Gemeinde Kerns wandern wir angeführt von Pius Schnider zu einer begehbaren Karsthöhle. Der drahtige gut 60-Jährige erklärt uns auf dem Weg mit viel Begeisterung die Pflanzen- und Tierwelt des Biosphärenreservats. Pius Schnider ist ein geerdeter und unglaublich positiver Mensch.

Dieser unvergessliche Ausflug kommt mir in den Sinn, währenddessen ich mit dem Entlebucher Spitzenlangläufer Ueli Schnider einige Tage vor seinem ersten Renneinsatz in dieser Saison spreche. Der B-Kader-Läufer von Swiss-Ski hat am vergangenen Sonntagnachmittag das 15-Kilometer-Weltcup-Skatingrennen in Davos bestritten.

Muskelfaserriss reisst ihn aus dem Trainingsalltag

Grundsätzlich nichts Aussergewöhnliches für den mittlerweile 27-jährigen Ueli Schnider, wäre er nicht vor rund zehn Wochen durch einen Muskelfaserriss aus dem Trainingsalltag gezerrt worden. «Zum einen habe ich es sofort gespürt und zum anderen auch gesehen, wie sich vorne auf dem Oberschenkel eine Muskelfaser zurückgezogen hat», blickt Ueli Schnider auf den Zwischenfall zurück.

Gehadert hat Ueli Schnider in dieser Situation aber nicht. «Vielleicht musste es so kommen, um meinen Trainingseifer ein wenig zu bremsen. Da ich mich in diesem Sommer stark auf die Beinarbeit konzentriert habe, konnte ich mich während des Genesungsprozesses auf das Training mit dem Oberkörper fokussieren.»

Luftveränderung für neue Impulse

Die Beinarbeit, wie Ueli Schnider die zahlreichen Rollski- und Berglaufeinheiten nennt, haben es dem Mitarbeiter des Grenzwachtkorps angetan. Dafür war Schnider im Sommer 2017 wieder vermehrt in der Zentralschweiz anzutreffen. Die Wohnung in Davos hat er aufgegeben.

Nach sechs Jahren benötigte der Ausdauersportler eine Luftveränderung und neue Impulse. «Auch wenn ich im Rahmen der Stützpunkttrainings nach wie vor monatlich bis zu zwei Wochen in Davos verbringe, geniesse ich es in der restlichen Zeit, im gewohnten Umfeld abschalten zu können.» Das gewohnte Umfeld befindet sich mittlerweile bei seiner Freundin Sofie Krehl, einer aktiven Langläuferin im Deutschen Skiverband, in Oberstorf und dem Elternhaus im Flühli. Dort trifft der geerdete, positive denkende Naturmensch Ueli Schnider auf seinen Vater Pius. Der Apfel fällt eben nicht weit vom Stamm. Seit rund zwei Wochen ist Ueli Schnider im Training sozusagen wieder voll einsatzfähig.

Kleine Zeitabstände im 15-Kilometer-Rennen

Dennoch war der Renneinsatz in Davos lediglich die erste Standortbestimmung. «Die Kraft und Schnelligkeit hat in den letzten Wochen sicherlich gelitten», ist Schnider überzeugt. Normalerweise kehren verletzte Athleten über Continentalcup-Rennen in den Weltcup zurück. Da der Weltcup-Tross vor der Haustüre Halt gemacht hat und Schnider niemandem einen Startplatz wegnahm, hat er sich zusammen mit den Trainern für einen Start in Davos entschieden. Für ein Continentalcup-Rennen extra nach Frankreich zu reisen, wäre viel aufwendiger gewesen. Beim Weltcup-Einsatz hat sich Schnider voll und ganz auf sich fokussiert: «Es ging darum, am Renntempo anknüpfen zu können und die 15 Kilometer kraftmässig in den Beinen durchzustehen.» In der Endabrechnung resultierte der 52. Rang mit etwas über zwei Minuten Rückstand auf den Sieger Maurice Manificat aus Frankreich. Der Abstand zum zehnten Rang hingegen betrug lediglich 65 Sekunden. Ueli Schnider ist damit zufrieden und ist überzeugt, dass sich darauf etwas aufbauen lässt.

Olympische Spiele stehen über allem

Bekanntlich ist Ueli Schnider Mitglied des Teams «Unsere Helden – Luzerner Olympiateam» (siehe Box). Der Zug bezüglich der Teilnahme an den Olympischen Spielen in Pyeongchang im Februar 2018 fährt trotz Verletzung weiter. Ueli Schnider lässt sich nicht aus der Ruhe bringen. Die Leistungstests der vergangenen Monate stimmen ihn positiv. Trotzdem er sich auf die Beinarbeit konzentriert hat, kam er bei den aussagekräftigen Stosstests fast an die Bestwerte der Saison 2015/16 heran. «Ich muss mir jetzt für den Formaufbau genügend Zeit geben. Als Nächstes stehen entsprechend in St. Ulrich Continentalcup-Einsätze an. Ob es bereits für die Teilnahme an der Tour de Ski Ende Dezember reicht, werden wir sehen.»

Die Tour de Ski erstmals zu Ende zu laufen, war nebst der Olympia-Qualifikation das zweite grosse Ziel von Ueli Schnider in diesem Winter. Die Olympia-Teilnahme steht aber über allem. Bis zu den letzten zur Selektion zählenden Weltcup-Rennen in Planica (SLO) am 20. und 21. Januar 2018 wird Ueli Schnider alles dafür tun. Ausdauernd ist Pius Schnider, der Vater von Ueli Schnider, übrigens auch.

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