SKI NORDISCH: Ueli Schnider: «Dario Cologna kann das schaffen»

Für den Entlebucher Ueli Schnider (25) ist die Tour de Ski vorzeitig zu Ende. Er spricht über seine Form und schätzt die Podestchancen von Dario Cologna ein.

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Ueli Schnider kämpfte am Neujahrstag in der Sprint-Qualifikation in Lenzerheide um jede Sekunde. (Bild: Keystone/Gian Ehrenzeller)

Ueli Schnider kämpfte am Neujahrstag in der Sprint-Qualifikation in Lenzerheide um jede Sekunde. (Bild: Keystone/Gian Ehrenzeller)

Interview Jonas von Flüe

Ueli Schnider, mit dem Verfolgungsrennen am Sonntag in Lenzerheide haben Sie sich von der Tour de Ski verabschiedet. Weshalb?

Ueli Schnider: Meine Saison ist bisher enttäuschend verlaufen, ich war zu Beginn gar nicht fit, und die erhofften Weltcup-Punkte blieben aus. Deshalb hat Swiss-Ski entschieden, dass die Tour de Ski nach den Rennen in Lenzerheide für mich zu Ende ist. Ich bin zwar noch nicht in Topform, bin aber mit dem Rennen am Sonntag ganz zufrieden.

Ihre Planung war auf die Tour de Ski ausgerichtet, Sie wollten das Mehretappenrennen zum ersten Mal zu Ende laufen. Sind Sie frustriert, dass es auch in diesem Winter nicht geklappt hat?
Schnider:
Die Tour de Ski zu beenden, war mein Saisonziel, das ist so. Ich möchte mich unbedingt mal auf die Alpe Cermis raufkämpfen, den bis zu 28 Prozent steilen Anstieg in der letzten Etappe hinter mich bringen. Ich bin aber nicht frustriert, dass ich auch in diesem Jahr nicht dabei bin, sondern muss mich halt einfach ein weiteres Jahr gedulden.

Können Sie sich selbst erklären, weshalb die Resultate in diesem Winter bisher enttäuschend sind?
Schnider:
Ich war Ende Sommer, Anfang Herbst am Schienbein verletzt und habe damals vor allem meinen Oberkörper trainiert. Im Herbst hat mir deshalb das intensive Training gefehlt. Als die Saison dann Ende November losging, war ich noch nicht bereit, um im intensiven Bereich zu laufen. Das war frustrierend. Meine Trainer und ich haben gemerkt, dass ich noch mehr Trainingsblöcke benötige. Deshalb habe ich im Dezember auch einige Rennen ausgelassen. Jetzt merke ich, dass meine Form immer besser wird. Das stimmt mich für den restlichen Saisonverlauf zuversichtlich.

Ihr Teamkollege Dario Cologna liegt nun bereits über eineinhalb Minuten hinter dem drittplatzierten Sergej Ustjugow. Kann er das Podest der Tour de Ski überhaupt noch erreichen?
Schnider:
Natürlich. Dario kann das schaffen. Hinter Martin Johnsrud Sundby, dem diesjährigen Überflieger, ist alles recht eng. Und Dario hat den Vorteil, dass ihm der schwierige Aufstieg auf die Alpe Cermis in der letzten Etappe mehr liegt als etwa dem Norweger Petter Northug. Aber klar: Den Rückstand aufzuholen, wird für Dario hart.

Wie geht die Saison für Sie weiter?
Schnider:
Am Wochenende starte ich im Alpencup in Planica, dann folgt die Schweizer Meisterschaft. Im Februar möchte ich dann wieder im Weltcup starten.