Ski-WM-Kolumne
Einblick in den Alltag der Ski-WM-Journalisten: Wahre Wild-Liebe

Drei Journalisten wohnen während der Ski-WM gemeinsam in einer Wohnung in Cortina d'Ampezzo. In dieser Kolumne gibt es Einblicke in das Leben der Wohngemeinschaft. Heute: Ghedina überall.

Martin Probst
Martin Probst
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Sehen aus wie Jäger, sind aber beim Militär.

Sehen aus wie Jäger, sind aber beim Militär.

zvg

Ob Optiker oder Bäcker. Ob Beizer oder Verkäufer. Am Name Ghedina kommt man in Cortina d’Ampezzo nicht vorbei. Der für Ski-Fans berühmteste Träger des Namens heisst Kristian und war in den 1990er-Jahren ein Star.

Bekanntheit erlangte er auch, als er 2004 in der Abfahrt in Gröden beinahe ein Reh überfuhr. Den WG-Kollegen vom «Tages-Anzeiger» erzählte er nun, dass er beim Tiefschneefahren auch schon anderen Wildtieren begegnete: «Ich sah eine Gruppe von Gämsen. Ich kam angerast und wollte eine mitnehmen. Es war immer mein Traum, ein wildes Tier als Haustier zu haben, etwa einen Löwen. Ich packte also eine Gams und fuhr mit ihr weiter. Als ich das Reh sah, wollte ich das auch tun. Aber ich war ja in einem Rennen.»

Heute ist Kristian Ghedina Botschafter der Ski-WM 2021. Das erklärt vielleicht, warum in der Nähe des Ziels so viel Jäger stehen. Sie wollen wohl den Wild­bestand schützen – im Tarn­anzug und mit Feder am Hut. Allerdings hielt die Vermutung der Realität nicht stand. Es sind zwar Gebirgs­jäger – aber die vom Militär.

Da hat Ghedina Glück gehabt – oder doch das Wild Pech? Wir tippen auf Ersteres. Er will die Gämse nur umarmen, die Jäger gelegentlich auch schiessen. Einen Metzger Ghedina haben wir hier bisher nicht gefunden.

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