Ski-WM-Kolumne
Einblick in den Alltag der Ski-WM-Journalisten: Wenn es in der Hose vibriert

Drei Journalisten wohnen während der Ski-WM gemeinsam in einer Wohnung in Cortina d'Ampezzo. In dieser Kolumne gibt es Einblicke in das Leben der Wohngemeinschaft. Heute: Social Distancing.

Martin Probst
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Normalerweise findet man die Telepass-Hinweise auf Autobahnen. In Cortina auch an der Ski-WM.

Normalerweise findet man die Telepass-Hinweise auf Autobahnen. In Cortina auch an der Ski-WM.

Jean-Christophe Bott / KEYSTONE

Italienreisende kennen es. Auf der Autobahn wechselt sich der Griff zum Ticket mit dem ins Portemonnaie ab. Glücklich ist, wer Telepass hat. Das ist zwar nicht günstiger. Aber schneller. Das kleine Gerät hinter der Autoscheibe erfasst, wenn man eine Bezahlstation passiert. Und Ende Monat wird abgerechnet.

Martin Probst

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Sandra Ardizzone / INL

Telepass steht auch auf einem Gerät, das wir Ski-Journalisten an der WM erhalten haben. Es erfasst aber nicht etwa die Anzahl getippter Wörter. Eine Buchstaben-Steuer gibt es auch in Italien nicht. Vielmehr überprüft das Gerät, dass wir die Ab­stände einhalten. Kommt man sich in einem offiziellen Medienbereich zu nahe, blinkt das Gerät rot und vibriert.

Das verändert einiges. Bisher war klar, vibriert es in der Hose – ruft der Chef an. Steht man nun aber hier in Cortina zu nahe beim Kollegen, wenn das Handy klingelt, zittern plötzlich beide Hosentaschen.

Ein bisschen schade ist, dass das Gerät nicht in unserer Wohnung funktioniert. Man könnte es sonst perfekt bei den Chips deponieren. Sollte der Kollege heimlich naschen, würde die Tüte vibrieren. Aber wir teilen ja gerne – nur keine Viren. Das verhindert Telepass.

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