Ski-WM-Kolumne
Einblick in den Alltag der Ski-WM-Journalisten: Raus aus der Blase

Drei Journalisten wohnen während der Ski-WM gemeinsam in einer Wohnung in Cortina d'Ampezzo. In dieser Kolumne gibt es Einblicke in das Leben der Wohngemeinschaft. Heute: Falsche Vorurteile.

Martin Probst
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Mit dem Slalom der Männer endete die Ski-WM in Cortina.

Mit dem Slalom der Männer endete die Ski-WM in Cortina.

Jean-Christophe Bott / KEYSTONE

Die Wohnungsübergabe beginnt zehn Minuten zu früh. Dabei sind wir doch in Italien, dachte das Vorurteil und nahm sich Zeit beim Auflösen der Journalisten-WG. So kann man sich täuschen und trägt die letzten Koffer und Taschen etwas schneller in das Auto.

Überhaupt haben sich die Klischees nicht erfüllt. Das Gastgeberland und besonders die Organisatoren haben diese WM unter schwierigen Bedingungen extrem gut gemeistert. Alles hat geklappt. Sieben Coronatests in zwei Wochen? Kein Problem. ­Wartezeiten? Praktisch keine. Pannen? Ebenfalls nicht.

Auch die von manchen befürchtete Corona-Explosion blieb aus. Kein Team musste in Quarantäne. Alle bekamen die Chance, um die begehrten WM-Medaillen zu fahren.

Und die Schweizerinnen und Schweizer taten es erfolgreich. Doch keiner war da und jubelte ihnen zu. Es waren stille Siege. Sterile Erfolge. Die WM-Blase schirmte alles ab. Viren und Emotionen.

Nur etwas konnte Corona nicht mindern. Das Interesse am Skisport. Das Schweizer Fernsehen verzeichnet sehr gute Einschaltquoten und die Klickzahlen auf vielen Onlineportalen sind weltmeisterlich. Es werden derzeit zwar keine Skifeste gefeiert. Aber in den Stuben ist die Freude gross.

Nun verlassen wir die Blase und sogar die Haare sind noch da: trotz Desinfektionsdusche. Diese WM war ein voller Erfolg.