Curling

Coronavirus setzt die Curler unter Termindruck

Aller Voraussicht nach werden diesen Frühling alle drei Curling-Weltmeisterschaften in den olympischen Disziplinen abgesagt. Dies setzte den Weltverband unter einen Druck.

Drucken
Teilen
Skip Yannick Schwaller und sein Berner Team stehen vor einer ungewissen sportlichen Zukunft

Skip Yannick Schwaller und sein Berner Team stehen vor einer ungewissen sportlichen Zukunft

KEYSTONE/EPA TT NEWS AGENCY/JONAS EKSTROMER

Die Curling-WM der Frauen im kanadischen Prince George infolge des Coronavirus ist abgesagt, die Absagen der Männer-WM von Ende März in Glasgow und der Mixed-Doppel-WM von Mitte April in Kelowna (CAN) stehen ins Haus. Für den Curling-Weltverband WCF bringt dies Probleme mit sich - besonders in der Qualifikation für Olympia 2022 in Peking.

Je zwei Weltmeisterschaften der Frauen, der Männer und der Mixed-Doppel zählen üblicherweise für die Olympia-Qualifikation. Nur je ein WM-Turnier zu werten wäre aus sportlichen Überlegungen nicht angebracht und nicht fair. Sollte 2021 ein uneingeschränkter Betrieb auf den Eisrinks weltweit gewährleistet sein, stünden dem Weltverband verschiedene Möglichkeiten zur Auswahl. Nebst den ordentlichen Weltmeisterschaften im Frühling könnten für den Herbst - September/Oktober sind verfügbar - separate Olympia-Qualifikationsturniere in WM-Grösse abgehalten werden. Denkbar ist auch, dass die Weltmeisterschaften im Frühling als Titelkämpfe pro 2020 gewertet werden, die Turniere im Herbst als Titelkämpfe pro 2021. Auf diese Weise würde das WM-Palmarès nicht unterbrochen.

Die WM-Felder werden jeweils aufgrund der Kontinentalmeisterschaften (Europa, Asien, Amerika) sowie anhand eines separaten Qualifikationsturniers zusammengestellt. Um die Fairness zu gewährleisten, müsste der WCF für die WM im Frühling 2021 die zurzeit qualifizierten Nationen zulassen, für die Turniere im Herbst dagegen jene Nationen, die sich ihren Platz über die kommenden Kontinentalmeisterschaften im Spätherbst 2020 sichern.

Auch auf Swiss Curling wirkt sich die ungewohnte Situation aus. Werden beispielsweise die Frauen um Skip Elena Stern ihren Startplatz für die WM 2021 behalten, oder werden die Karten an der vorgängigen Schweizer Meisterschaft im Februar 2021 neu gemischt?