Langlauf
Dario Cologna liess die Silvester-Party ausfallen

Die Cologna-Fans hofften vergeblich auf einen Auftritt ihres Idols an der Silvesterparty im grossen Festzelt an der Rennloipe in Val Müstair. Cologna will ihnen dafür im Tour-de-Ski-Sprint vom Neujahrstag einen umso stärkeren Auftritt zeigen.

Simon Steiner, Val Müstair
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Dario Cologna trägt seinen Teil zur gelungenen Tour-Premiere in seiner Heimat Val Müstair bei.

Dario Cologna trägt seinen Teil zur gelungenen Tour-Premiere in seiner Heimat Val Müstair bei.

Alles ist angerichtet am Silvestertag für das grosse Langlauf-Fest in Val Müstair. Mit 300 freiwilligen Helfern haben die Organisatoren in Tschierv im Bündner Bergtal eine 750 Meter lange Strecke für den Sprint der Tour de Ski von Neujahr (Finals ab 16 Uhr) präpariert – mit allem Drumherum für Athleten, Zuschauer und Medien. Die Vorfreude ist im Tal überall spürbar. Nur die wichtigste Person fehlt: Dario Cologna.

An der Silvesterparty im Festzelt neben der Loipe hätte der Lokalmatador einen Interview-Auftritt auf der Bühne haben sollen. Doch der dreifache Tour-de-Ski-Sieger, der aus dem Val Müstair stammt, nutzt den Ruhetag des Etappenrennens zur Regeneration in seinem Wohnort Davos. Dort kann er zwei Nächte in seinem eigenen Bett schlafen – im Gegensatz zu seinen Konkurrenten. «Wir nützen damit den Heimvorteil aus», sagt Cheftrainerin Guri Hetland. «In Davos kann er sich am besten erholen.»

Die Regeneration ist zentral während der strapaziösen Tour mit sieben Rennen in neun Tagen. Das weiss auch Colognas härtester Widersacher Petter Northug. Der Norweger hat einen eigenen Tourbus dabei – um sich dort zwischen seinen Einsätzen in Sprint zu erholen. Eine Akkreditierung vom Skiverband FIS hat er nicht dafür. Die Veranstalter im Val Müstair drücken aber ein Auge zu und erlauben Northug, sein Gefährt unmittelbar neben den Wachstrucks der Teams abzustellen.

Grosse Vorfreude auf das Heimspiel

Dei Davoserin Laurien van der Graaff ist im Unterschied zu Cologna mit dem Team schon nach Tschierv gereist und hat den Parcours rekognosziert. «Es ist eine anspruchsvolle Strecke mit Steigung und vielen Kurven», sagt die 25-Jährige, die mindestens den Halbfinal erreichen will. «Ich bin sehr motiviert und freue mich auf die Unterstützung der Zuschauer.» Rund 5000 Personen werden beim Sprint, bei dem pro Lauf jeweils zwei Runden absolviert werden, an der Loipe erwartet.

Auch Colognas Vorfreude auf den Auftritt rund 500 Meter vom Haus seiner Eltern entfernt ist gross, wie er ausrichten lässt. «Er wäre gern schon früher gekommen, doch die Erholung hat Vorrang», sagt Guri Hetland. Nach den ersten beiden Etappen in Oberhof liegt Cologna auf dem vierten Zwischenrang – einer idealen Position. Die Entscheidung um den Toursieg wird in Val Müstair noch nicht fallen. Doch die wertvollen Bonussekunden, die es zu gewinnen gibt, könnte Cologna im weiteren Verlauf der Tour noch froh sein.