Skeleton

Erste WM-Medaille im Skeleton seit elf Jahren?

In so guter Verfassung wie vielleicht noch nie nimmt Marina Gilardoni die Skeleton-WM in Angriff. Eine Medaille zu holen wie an der EM ist gegen die Deutschen auf deren Heimbahn dennoch schwierig.

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Jubel über Silber an der EM in Sigulda. Auch an der WM geht Marina Gilardoni nicht chancenlos ins Rennen

Jubel über Silber an der EM in Sigulda. Auch an der WM geht Marina Gilardoni nicht chancenlos ins Rennen

KEYSTONE/AP/Roman Koksarov

So feiert eine Athletin eine EM-Silbermedaille, die mit ihrem Sport keine Millionen verdient: Nach ihrem 2. Platz in Sigulda stiess Marina Gilardoni mit ihrem Team an, am Montag flog sie nach Hause, am Dienstag und Mittwoch arbeitete die kaufmännische Angestellte und am Donnerstag hatte sie Semesterprüfungen. Am Sonntag reiste sie nun nach Sachsen, um wieder das zu machen, was sie am liebsten tut: im Skeleton einen Eiskanal hinunterdonnern.

Nach dem besten Winter seit vier Jahren darf sich Gilardoni, die nächste Woche ihren 33. Geburtstag feiert, Hoffnungen auf eine WM-Medaille machen. 2016 hatte sie in St. Moritz EM-Bronze gewonnen und war an der WM in Innsbruck Vierte geworden. Danach folgten drei Winter mit grossen gesundheitlichen Problem, vor allem an der Bandscheibe. Erst in dieser Saison fühlte sich die ehemalige Leichtathletin und Bob-Anschieberin wieder topfit und näherte sich wieder der Weltspitze an.

Entsprechend geht die im Kanton Schwyz wohnhafte St. Gallerin nun auch mit "mega viel" Freude in die WM-Läufe am Freitag und Samstag. Denn Altenberg gehört, ganz im Gegensatz zu Innsbruck, zu ihren absoluten Lieblingsbahnen. "Es ist technisch eine der anspruchsvollsten Bahnen, der Rhythmus und die Kurvenabfolgen gefallen mir", sagt Gilardoni. "Du musst den Kopf von A bis Z beisammen haben. Mir gefallen solche Bahnen, bei denen man etwas machen muss und nicht nur gleitet."

Altenberg hat aber auch einen Nachteil: Die Deutschen, die letztes Jahr schon im kanadischen Whistler einen Dreifach-Erfolg feierten, sind zuhause noch schwieriger zu schlagen. Titelverteidigerin Tina Hermann, Gesamtweltcup-Siegerin Jacqueline Lölling und die russische Europameisterin Jelena Nikitina sind denn auch vor Gilardoni die Topfavoriten. "Ich fühle mich gut, wenn auch nach der langen Saison recht müde", verrät Gilardoni. "Mein Ziel sind vier gute Starts und Läufe." Dann wäre die erste Schweizer WM-Medaille seit Gregor Stählis Sieg 2009 nicht unmöglich.