Lara Gut

«Ich kann und darf zu diesem Thema nichts sagen»

Der Fall um die interne Sperre von Lara Gut bewegt die Gemüter. Wie geht es weiter mit dem im Schweizer Team integrierten Team von Lara Gut? Alle halten sich bedeckt und sind offensichtlich bemüht, kein weiteres Geschirr zu zerschlagen.

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Gesperrte Lara Gut

Gesperrte Lara Gut

Keystone

Denn im schlimmsten Fall droht der Bruch mit dem Riesen-Talent. Und das möchte keiner.

Cheftrainer Mauro Pini, von Lara Gut in verschiedenen Medien kritisiert, stiess insbesondere auf, was er in der italienischen «Gazzetta dello Sport» hatte lesen müssen. «Dort stand geschrieben, ich hätte nicht die Qualitäten eines Chefs», erklärte er am Donnerstag, «aber ich werde jetzt nicht in die Details gehen. Im Communiqué vom Mittwoch ist alles enthalten, was es zu sagen gibt.»

Pini, vor zwei Jahren noch Privattrainer von Lara Gut und heute Chef der gesamten Frauen-Mannschaft, ist sich natürlich bewusst, dass mit der Sperre gegen Lara Gut ein gefährlicher Weg beschritten wird. «Ich hoffe natürlich auf eine inskünftig gute Zusammenarbeit. Aber ich sage auch: Zuerst braucht es Respekt. Das gilt für alle. Dann können wir über alles reden.»

Leistungssportchef Dierk Beisel, der Lara Gut respektloses Verhalten vorgeworfen hatte, weilte am Donnerstag bereits nicht mehr in Val d'Isère. Er war für eine detaillierte Stellungnahme nicht zu erreichen. Gegenüber dem Schweizer Fernsehen sagte er, dass es nebst der Trainerkritik auch um Kleidervorschriften gegangen sei, die Gut wiederholt nicht eingehalten habe.

Gut darf nicht mehr reden.

«Ich kann und darf zu diesem Thema nichts sagen. Ich bin froh, dass ich wenigstens in Val d'Isère fahren darf», erklärte Lara Gut im Zielraum nach dem Abfahrtstraining vom Donnerstag. Über Kommunikations-Manager Roberto Mazza veröffentlichte das Team Gut eine Pressemeldung, wonach es den Beschluss von Swiss-Ski zur Kenntnis nehme. Man könne die Begründungen für diese Massnahme nicht nachvollziehen, aber Lara und Team würden nun ihre ganzen Kräfte auf die Rennen in Val d'Isère ausrichten. Weitere Kommentare gäbe es nicht.

Unklar ist demnach, ob die Tessinerin gegen den Entscheid rekurrieren wird. Diese Möglichkeit wollte Swiss-Ski Lara Gut geben. Ansonsten hätte man sie nicht erst für die technischen Rennen am Semmering (28./29. Dezember), sondern bereits für Val d'Isère sperren können.

Auch Teamkolleginnen hocken aufs Maul

Die Teamkolleginnen von Lara Gut wollten den Fall ebenfalls nicht kommentieren. «Ich kenne die Details zu wenig und möchte mich deshalb nicht äussern», erklärte Fränzi Aufdenblatten. Nadja Kamer ergänzte: «Wir haben miteinander abgemacht, nichts zu sagen.» Lara Gut, die in der Vorbereitung immer eigene Wege gegangen war und nie gemeinsam mit ihren Kolleginnen vom Schweizer Speed-Team trainierte, kann aufgrund ihres Alleingangs nicht unbedingt auf grosse Solidarität im Team hoffen.