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SKIAKROBATIK: Der Jüngste fliegt mit den Besten

Für den Baarer Noé Roth (17) ist mit der Selektion für die Olympischen Spiele ein Traum in Erfüllung gegangen. Er führt damit eine Zuger Tradition fort.
Michael Wyss
Noé Roth hat schon sieben Weltcupstarts auf dem Konto. (Bild: Hans Pennink/Keystone (Lake Placid, 20. Januar 2018))

Noé Roth hat schon sieben Weltcupstarts auf dem Konto. (Bild: Hans Pennink/Keystone (Lake Placid, 20. Januar 2018))

Michael Wyss

sport@zugerzeitung.ch

«Es ist wie ein Traum. Manchmal wache ich morgens auf und weiss nicht, ob es wirklich Realität ist», sagt Noé Roth. Das ist verständlich. Mit der Qualifikation für die Olympischen Winterspiele in Südkorea, die am kommenden Freitag in Pyeongchang beginnen werden, hat sich der Baarer einen Wunsch erfüllt. Und das im zarten Alter von erst 17 Jahren. «Eine Teilnahme an einer Olympiade ist für jeden Sportler das höchste der Gefühle.» Der Vinto-KV-Lehrling qualifizierte sich dank eines Quotenplatzes für Pyeongchang. Er ist der jüngste Schweizer im Aufgebot.

Dass Roth zu den weltbesten Skiakrobaten seines Alters gehört, hat sich schon länger abgezeichnet (Ausgabe vom 15. November 2016). «Seine Bescheidenheit, aber auch sein Ehrgeiz haben ihn so weit gebracht. Er ist immer seinen eigenen Weg gegangen», nennt der Vater und Trainer Michel Roth die Gründe für den bisherigen Erfolg seines Sohnes. Der 54-Jährige, der im aargauischen Widen aufwuchs, ist seit 1990 Cheftrainer der Skiakrobaten (heute Aerials genannt). Er wurde in den 1990er-Jahren Europameister und gilt als der beste Skiakrobatik-Coach der Welt. Berühmt in der Szene ist auch Noés Mutter Colette Roth-Brand (50). Die Baarerin gewann unter anderem im Jahr 1998 Olympia-Bronzemedaille in Nagano und wurde Gesamtweltcupsiegerin 1995/96. Sie sagt über ihren Sprössling: «Noé ist sehr ehrgeizig und kann gut einordnen, was seine sportlichen Ziele betrifft. Er setzt sich nur realistische Ziele und nimmt immer Schritt für Schritt. Seine Bodenhaftigkeit war bisher und auf seinem weiteren Weg nach oben sehr entscheidend.»

Der Fokus liegt auf dem Jahr 2024

Mit welchem Ziel reist der 17-Jährige nach Südkorea? «Ich will gute Erfahrungen sammeln und zwei perfekte Sprünge in der Qualifikation zeigen. Diese Olympiade wird ein Erlebnis werden.» Sein Programm in Pyeongchang, so verlangt es das Reglement, muss zwei verschiedene Sprünge beinhalten. «Noé wird zwei verschiedene Dreifachsalti mit je drei Schrauben zeigen. Wir stehen vor einer grossen Herausforderung. Ich bin guten Mutes, dass wir eine gute Qualifikation zeigen werden», sagt Michel Roth. Den letzten nötigen Feinschliff holte Noé in den vergangenen Tagen in Japan im Trainingslager. Er sagt: «Es müsste natürlich am Tag X alles stimmen, um den Final der besten zwölf zu erreichen. Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt. Priorität geniesst aber sicher, in Südkorea Erfahrungen zu sammeln mit Fokus auf Olympia 2024 in Peking.»

Noé Roth erreichte in diesen Tagen eine weitere Erfolgsmeldung. Der 17-Jährige wurde vom Internationalen Skiverband zum «Rookie of the Year» gewählt. «Dass ich diesen Titel gewann, ist unbeschreiblich. Die Olympia-Qualifikation und diese weltweite Auszeichnung zeigen mir, dass man für den Fleiss und die harten Trainings eines Tages auch belohnt wird.» Sein Vater sagt dazu: «Seine jüngsten Leistungen blieben nicht unbemerkt. Es ist schön, dass junge Sportler, die mit Herz und Seele dabei sind, für ihre unermüdliche Arbeit auch Wertschätzung erfahren dürfen. Gerade in Randsportarten, die um Akzeptanz und Ansehen kämpfen.»

Der Kanton Zug ist offensichtlich ein gutes Pflaster für Skiakrobaten. 1994 war diese Sportart zum ersten Mal olympische Disziplin und der Zuger Andreas «Sonny» Schönbächler holte die Goldmedaille. Wer weiss, vielleicht kann Noé eines Tages in Schönbächlers Fussstapfen treten. Das Rüstzeug dazu hat der Baarer, bestätigt Michel Roth: «Absolut. Wenn er seinen Weg behaglich weitergeht und geerdet bleibt, kann er vieles erreichen. Er hat grosses Talent.»

Nach der Olympiade bleibt dem 17-Jährigen keine Zeit zum Verschnaufen oder um die Olympia-Eindrücke zu verarbeiten. In Minsk steht das nächste Highlight auf dem Programm. Am 24. Februar findet die Junioren-Weltmeisterschaft statt. Roths Ziel ist klar: ein Podestplatz.

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