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SKISPRINGEN: Schlierenzauer befasst sich mit Auszeit

Schon mit 23 Jahren hat Gregor Schlierenzauer so ziemlich alles in seinem Sport erreicht. Vor seinem Auftritt beim Weltcup in Engelberg spricht er über den letzten bedeutenden Titel, der ihm noch fehlt, und eine mögliche Pause vom Skispringen nach dieser Saison.
Interview Stefan Klinger
Sein Fokus liegt auf Engelberg, dann auf Olympia: der Österreicher Gregor Schlierenzauer. (Bild: Keystone/AP Phpto)

Sein Fokus liegt auf Engelberg, dann auf Olympia: der Österreicher Gregor Schlierenzauer. (Bild: Keystone/AP Phpto)

Gregor Schlierenzauer, Sie haben bereits zahlreiche bedeutende Erfolge gefeiert. Demnächst steht die Vierschanzentournee an, im Februar Olympia. Welchen Stellenwert hat da für Sie das Springen in Engelberg?

Gregor Schlierenzauer*: Jede Station ist für sich wichtig, weil sie mir die Möglichkeit bietet, mich optimal für den Weg, den ich in dieser Saison gehen will, vorzubereiten. Ich möchte mich ständig weiterentwickeln, von Sprung zu Sprung. Und ich habe natürlich auch den Anspruch, die Anzahl meiner Weltcup-Siege weiter nach oben zu schrauben.

Der Weg, den Sie ansprechen, soll Sie zu Olympiagold im Einzel führen. Wie sehr wurmt es Sie, dass ausgerechnet das der letzte bedeutende Titel ist, der Ihnen noch fehlt?

Schlierenzauer: In diesem Zusammenhang von Wurmen zu sprechen, ist falsch. Ich habe bisher einmal an Olympischen Spielen teilgenommen – und war da nicht ganz erfolglos. Ich habe immerhin drei Medaillen gewonnen, bin unter anderem mit dem Team Olympiasieger geworden. Aber klar ist auch, dass du als Spitzensportler immer noch mehr willst. Wenn man allerdings so viel erreicht hat, wie ich das habe, muss man niemandem mehr etwas beweisen. Letztlich ist das Wichtigste im Leben doch, gesund zu sein.

Sie haben ja erst vor kurzem wieder durch die schweren Stürze Ihrer Teamkollegen Andreas Kofler und Thomas Morgenstern vor Augen geführt bekommen, wie schnell etwas passieren kann. Wie belastend ist so etwas?

Schlierenzauer: Natürlich habe auch ich mir meine Gedanken dazu gemacht und mich gefragt, warum das jetzt innerhalb so kurzer Zeit zweimal passiert. Denn grundsätzlich ist das Skispringen ungefährlicher geworden, auch wenn Verletzungen nach wie vor einfach auch dazugehören. Aber ich widme mich lieber positiven Gedanken und habe im Kopf, wie weit ich gekommen bin und dabei die meiste Zeit von Verletzungen verschont geblieben bin. Ich konzentriere mich auf mich und meine Leistung. Der Rest passiert, wenn es passieren soll.

Sie haben sportlich fast alles erreicht, sind in Österreich ein Star und haben mindestens einen sehr gut dotierten Vertrag. Führen Sie nun das Leben, das Sie sich erträumt hatten, als Sie mit Skispringen angefangen haben?

Schlierenzauer: Ich geniesse es, Spitzensportler zu sein – und dass es bei mir so gut läuft. Spitzensportler zu sein, ist ein Privileg und eine gute Lebensschule. Du sammelst viele Erfahrungen und lernst einige grundlegende, wichtige Dinge.

Zum Beispiel?

Schlierenzauer: Dass du hart an dir arbeiten musst, wenn du erfolgreich sein willst. Oder dass manche Dinge auch mal länger dauern und du nicht gleich aufgeben darfst. Zudem hat es mir der Spitzensport ermöglicht, die Welt zu bereisen. Man darf aber bei all den positiven Sachen auch eines nicht vergessen: Selbst wenn du sehr viele Hochs hast, hast du auch immer mal wieder Tiefs. Man muss schon alle Seiten sehen, die dahinterstecken.

Auch die Seite, dass ein Sportler auf Ihrem Niveau kaum Ferien hat, nie so richtig abschalten und faulenzen kann.

Schlierenzauer: Es ist nicht ohne, über Jahre vorne dabei zu sein. Eine solche Konstanz kostet sehr viel Kraft, Energie und Hirnschmalz. Die Strapazen sind gross. Ich springe, seit ich neun bin, ab dem 14. Lebensjahr professionell. Ich habe schon seit Jahren nur noch zwei, drei Wochen im Jahr, in denen ich nichts tue. Danach geht es gleich wieder weiter. Es war mit sehr viel harter Arbeit verbunden, bis hierher zu kommen. Vielleicht werde ich nach der Saison auch mal loslassen vom Skispringen und mich neu sortieren.

Wovon machen Sie die Entscheidung abhängig, ob und wie es mit Ihrer Karriere am Saisonende weitergeht?

Schlierenzauer: Das wird eine reine Bauchentscheidung werden. Jetzt liegt mein Fokus erst mal auf Engelberg, danach auf Olympia – dann schauen wir mal, was passiert.

* Gregor Schlierenzauer lebt in Fulpmes bei Innsbruck. Der 23-Jährige hat bereits 52 Weltcups im Einzel gewonnen – so viele wie noch nie jemand. Zudem gewann er je zweimal den Gesamtweltcup und die Vierschanzentournee, insgesamt zehn Goldmedaillen an Weltmeisterschaften sowie Team-Gold und zweimal Bronze im Einzel an den Olympischen Spielen 2010 in Vancouver.

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