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Sky übernimmt die Tour

In der zweiten Alpenetappe der Tour de France holte sich das Team Sky mit Geraint Thomas und Vorjahressieger Chris Froome die Doppelführung. Trotz heftiger Attacken der Konkurrenz.
Tom Mustroph, La Rosière
Chris Froome (vorne) und Sky-Teamkollege Geraint Thomas in der Abfahrt von der Montée de Bisanne. (Chrisophe Ena/AP (18. Juli 2018))

Chris Froome (vorne) und Sky-Teamkollege Geraint Thomas in der Abfahrt von der Montée de Bisanne. (Chrisophe Ena/AP (18. Juli 2018))

Das Einzige, was kalt blieb an diesem Tag, waren der Kunstschnee am Zielhang von La Rosière, ein Waliser namens Geraint Thomas und der gebürtige Kenianer Chris Froome. Der Kunstschnee hielt in strahlendem Weiss der Sonne über La Rosière stand. Das Sky-Duo Thomas und Froome blieb von allen Attacken der Konkurrenz unbeeindruckt und kam nach eigenen Antritten auf den Etappenplätzen 1 und 3 und den Gesamtplätzen 1 und 2 ein. ­Thomas parierte sogar noch ab­geklärt die Fragen nach der ­Captainrolle bei Sky. «Wir fahren für Chris. Für mich hat die Tour jetzt schon den Höhepunkt mit Etappensieg und Gelbem Trikot», meinte der Waliser und schaute herausfordernd in die Journalistenrunde. Ihm mochte niemand widersprechen. Zu dominant war Sky aufgetreten und dabei anders dominant als gewohnt. Nicht aus der Sicherheit des Zuges heraus erfolgten die Beschleunigungen. Sie waren vielmehr eingebettet in ein Angriffsfeuerwerk fast aller Klassementfahrer, von Bardet bis Martin, Valverde bis Dumoulin.

Sky liess Valverde ziehen

Bereits 10 Kilometer nach dem Start der 11. Tour-Etappe begann der Aufstieg zur Montée de Bisanne. Das war der Auftakt für mehrere grosse Schlachten. Auf den hinteren Rängen rangen die Sprinter mit dem Zeitlimit. Das war zwar von den Organisatoren gnädig um zwei Prozent erhöht worden. Vier Fahrer verpassten dennoch die Marke, darunter die Sprintstars Marcel Kittel und Mark Cavendish.

Alejandro Valverde von Movistar griff bereits auf dem Anstieg zum zweiten Berg des Tages, dem Col du Pré, an – und setzte Team Sky damit unter Druck. Der Spanier konnte zudem auf die Hilfe seines Teamkollegen Marc Soler bauen, der sich aus der Fluchtgruppe zurückfallen liess und seinem Captain half. Sky allerdings liess sich davon nicht aus der Reserve locken und liess Valverde ziehen. «Wir mussten abwägen. Wenn ein so starker Fahrer wie Alejandro so früh geht, dann will er die anderen Teams zum Explodieren bringen. Für uns kam es darauf an, kompakt zu bleiben. Das machte die Equipe», sagte Skys sportlicher Leiter Nicolas Portal.

Unerwartete Hilfe von Nibalis Team

Seine Truppe bekam dann überraschende Hilfe vom Bahrain-Team des Ex-Toursiegers Vincenzo Nibali. «Wir wollten nicht Sky helfen und auch nicht Valverde schaden. Wir wollten einfach nur testen, ob ein paar Leute in der Gruppe Schwächen zeigen», brachte Nibalis Trainer Paolo Slongo gegenüber unserer Zeitung als Erklärung an. Resultat jedenfalls war, dass Valverdes Vorsprung auf unter eine Minute schmolz.

Auf den letzten 20 Kilometern setzte sich aus dem Favoritenfeld noch der Niederländer Tom Dumoulin ab. Auch er hatte einen Teamkollegen in der sich zerstreuenden Fluchtgruppe und erreichte so Valverde. Beide blieben lange im Niemandsland zwischen den Besten der Fluchtgruppe. Etwa sechs Kilometer vor dem Ziel ging das Rennen dann aber in seine komplett verrückte Phase über. Denn plötzlich attackierte Thomas. Teamkollege Froome liess ihn gewähren, schaute nur über die Schulter, ob niemand reagierte. Es reagierte niemand, jedenfalls nicht sofort.

Viel gearbeitet, wenig erreicht

Einige 100 Meter später entschloss sich dann AG2R-Leader Romain Bardet zum Angriff. Jetzt schloss Froome die Lücke, im Rücken Quintana und Nibali habend. Kaum hatte der Brite den Franzosen erreicht, attackierte er selbst. Er wurde zurückgeholt. Er attackierte noch einmal, wieder erfolglos. Kurz darauf folgte er einer Konterattacke des Iren Daniel Martin. Das riss die Lücke. Als Froome dann fast den Teamkollegen Thomas erreichte, der inzwischen zu Dumoulin aufgefahren war, beschleunigte der Waliser – und holte sich so den Sieg. Froome wurde Dritter hinter Dumoulin, ist aber Gesamtzweiter.

Der Konkurrenz blieb nur das Eingeständnis übrig: viel gearbeitet, wenig erreicht. Team Sky hingegen liegt voll im Plan. Heute folgt der Anstieg nach l’Alpe-d’Huez.

11. Etappe, Albertville – La Rosière (108,5 km): 1. Thomas (GBR) 3:29:36. 2. Dumoulin (NED) 0:20 zurück. 3. Froome (GBR), gleiche Zeit. 4. Caruso (ITA) 0:22. 5. Nieve (ESP), gleiche Zeit. 6. Martin (IRL) 0:27. 7. Herrada (ESP) 0:57. 8. Bardet (FRA) 0:59. 9. Nibali (ITA). 10. Quintana (COL). 11. Roglic (SLO), alle gleiche Zeit. – Ferner: 13. Landa (ESP) 1:47. 15. Sakarin (RUS) 1:58. 23. Valverde (ESP) 3:30. 26. Fuglsang (DEN) 3:53. 27. Jungels (LUX) 4:42. 28. Yates (GBR), gleiche Zeit. 49. Stefan Küng (SUI) 16:31. 54. Mathias Frank (SUI), gleiche Zeit. 69. Michael Schär (SUI) 22:23. 71. van Avermaet (BEL). 76. Silvan Dillier (SUI), beide gleiche Zeit. 84. Alaphilippe (FRA) 24:51. 119. Sagan (SVK) 26:07. – 165 Fahrer gestartet, 161 klassiert. – Nach Kontrollschluss eingetroffen u.a.: Cavendish (GBR) und Kittel (GER).

Gesamtklassement: 1. Thomas 44:06:16. 2. Froome 1:25. 3. Dumoulin 1:44. 4. Nibali 2:14. 5. Roglic 2:23. 6. Steven Kruijswijk (NED) 2:40. 7. Landa 2:56. 8. Bardet 2:58. 9. Quintana 3:16. 10. Martin, gleiche Zeit. 11. Valverde 4:28. 12. Fuglsang 4:53. 13. Sakarin 4:58. – Ferner: 15. Jungels 5:50. 16. Adam Yates 5:51. 27. Van Avermaet 20:11. 30. Rigoberto Uran (COL) 31:03. 48. Frank 44:49. 50. Küng 45:17. 103. Dillier 1:12:48. 123. Schär 1:22:23.

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