SNOWBOARD: Der Erfolg im Sport belebt die Küche

Der Menzinger Elias Rupp will sich für die U-18-Weltmeisterschaft im Slopestyle qualifizieren. Er ist auf einem guten Weg, dieses Ziel zu erreichen.

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Elias Rupp (in Menzingen) ist es fast unangenehm, über seine Medaillen zu berichten. (Bild: Stefan Kaiser)

Elias Rupp (in Menzingen) ist es fast unangenehm, über seine Medaillen zu berichten. (Bild: Stefan Kaiser)

Martin Mühlebach

Vom 11. bis 17. April wird in dem auf rund 2000 Metern über Meer gelegenen österreichischen Wintersportort Kühtai die U-18-Juniorenweltmeisterschaft im Snowboarden ausgetragen. Bis dahin sind noch einige Selektionswettkämpfe zu bestreiten. Der 15-jährige Menzinger Elias Rupp macht sich aufgrund seiner bisherigen Resultate berechtigte Hoffnungen, in Kühtai für die Schweiz an den Start gehen zu dürfen. Am 10. Januar siegte er am U-15-World-Rookie-Fest in Livigno, Italien, im Slopestyle. In der Folge liess er mit vier weiteren U-15-Podestplätzen in dieser Disziplin und in der Halfpipe aufhorchen.

Rupp ist schon im zarten Alter von fünf Jahren auf dem Brett den Lindenberg hinuntergefahren, aber erst vor rund drei Jahren hat er begonnen, voll auf die Karte Snowboard zu setzen. Er erzählt: «Zuerst trat ich der Geräteriege des STV Menzingen und dem örtlichen Fussballklub bei. Später trug ich das Trikot des Teams Zugerland und der Auswahl des FC Luzern.» Im Jahr 2014 wurde er im Slopestyle U-13-SchweizerMeister. Im Herbst desselben Jahres erfolgte der Eintritt in die Sportschule Engelberg, wo Rupp derzeit die 3. Sekundarklasse besucht.

Vorausblickend verrät er: «Ab dem kommenden Sommer möchte ich bis zur Matura in Engelberg studieren und trainieren, um später vielleicht Snowboardprofi werden zu können.» Die für den sportlichen Erfolg nötigen Gene scheinen in der Familie Rupp verankert zu sein. Vater Köbi Rupp ist ein ehemaliger regionaler Spitzenfussballer, und Elias’ zwölfjähriger Bruder Noah gilt in der U13 des FC Luzern als hoffnungsvolles Nachwuchstalent.

Vernünftig und bescheiden

Dass Elias Rupp die Fussballschuhe zu Gunsten des Snowboardens an den Nagel gehängt hat, begründet er mit den Worten: «Ausschlaggebend waren die Skiferien, die ich mit meiner Familie auf der Lenzerheide verbracht habe. Da habe ich realisiert, wie viel Freude mir der Schnee und die Berge bereiten.» Besonderen Spass hätten ihm Tiefschneefahrten auf dem Snowboard gemacht. Inzwischen gehört Elias Rupp dem C-Kader (Rookie-Team) von Swiss Snowboard an, dessen Athleten von August bis April zwei- bis dreimal unter fachkundiger Leitung auf dem Schnee trainieren und an Wettkämpfen im In- und Ausland teilnehmen.

Rupp ist sich bewusst, dass sich die Snowboarder bei den Fahrten in der Halfpipe und über die Rails (Geländer) und die Kicker (Schanzen) schwere Verletzungen zuziehen können. «Am häufigsten gibt es Zerrungen und Knochenbrüche», erzählt der Menzinger, der bislang drei leichte Hirnerschütterungen erlitten hat. Aber er habe deswegen keinen Moment ans Aufhören gedacht, betont Rupp. Seine Mutter Marlene sagt: «Ich habe nur bedingt Angst, wenn Elias Wettkämpfe bestreitet, weil ich weiss, dass er die Vernunft walten lässt.» Sie bezeichnet ihren Sohn als ruhigen, ausgeglichenen, vernünftigen und bescheidenen Typ, der schier in Verlegenheit gerät, wenn er über seine Erfolge Auskunft geben muss. «Mir ist es wichtig, dass es Elias gut geht und dass er glücklich ist. Ich mag es ihm von Herzen gönnen, dass er bei seinen Aufenthalten fern von zu Hause das Gruppenerlebnis mit seinen Kollegen geniessen kann.»

Indirekt scheint die Familie Rupp auch davon profitieren zu können, denn die Mama sagt: «Da die Jungs oftmals gemeinsam in der Küche stehen, hat sich Elias zu einem guten Koch entwickelt. Er bringt immer wieder neue Rezepte nach Hause, die unseren Menüplan beleben.»

Den 20-jährigen Kanadier Darcy Sharpe bezeichnet Elias Rupp als sein Vorbild. «Sein Style und seine coolen Tricks gefallen mir», sagt er, um sogleich nachzuschieben: «Der Frontflip (Vorwärtssalto, Anm. d. Red.) ist mein Lieblingssprung. Um ihn einzuüben und zu perfektionieren, fahre ich oft zum Mythenpark oder nach Laax, auf deren Kursführung die Kreativität der Fahrer gefragt ist.» Dass der erst 15-jährige Elias Rupp bei der Ausübung seines Sports auf die Unterstützung seiner Eltern und Sponsoren angewiesen ist, versteht sich von selbst.