«So etwas hatten wir noch nie»: 1000 Zuschauer verfolgen den Start der Hallenhockey-EM in der Luzerner Maihofhalle

Die Schweiz startet in der stimmungsvollen Maihofhalle erfolgreich in die Hockey-EM und führt nach dem ersten Spieltag die Gruppe an.

Stephan Santschi
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Die Schweizer bejubeln das 2:2 durch Boris Stomps (links).
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Boris Stomps (Mitte) trifft nur den Pfosten.
Der Schweizer Fabio Marelli (rechts) gegen Kroatiens Anze Fujs.
Kroatiens Christopher Zec erzielt das 2:1.
De Schweizer Fabio Marelli (links) wird von Kroatiens Hrvoje Fijucek gefoult.
Der Schweizer Martin Greder (rechts) im Duell mit Kroatiens Anze Fujs.
Der Schweizer Michel Morard (links) im Duell mit Kroatiens Gregor Fujs.

Die Schweizer bejubeln das 2:2 durch Boris Stomps (links). 

Bild: Philipp Schmidli (Luzern, 17. Januar 2020)

Hallenhockey ist bei uns eine Randsportart, doch davon war gestern in der Luzerner Maihofhalle nichts zu spüren. Zum Start der B-EM füllten 1000 Zuschauer die Tribüne, sorgten mit Schweizer Fahnen und Hopp-­Schwiiz-Rufen für eine grossartige Atmosphäre. «Unglaublich, so viele Leute, dieser Lärm. So etwas hatten wir noch nie», schwärmte der Offensivspieler Boris Stomps.

Derart beflügelt, gelang der Schweiz am frühen Nachmittag ein Start nach Mass, gleich mit 7:2 wurde Italien abgefertigt. Die erste grosse Bewährungsprobe folgte dann am Abend gegen die Kroaten. «Sie waren viel physischer als die Italiener, das war ein sehr heisses Spiel», resümierte Stomps die drama­tischen 40 Minuten, die mit einem 2:2-Remis endeten. «Die Kroaten zogen eine gute Raumdeckung auf, wir haben die Lücken nicht gefunden», monierte Stomps. Mit seinem persönlichen Auftritt konnte der Basler aber sehr zufrieden sein, sechs der neun Schweizer Treffer gingen gestern auf sein Konto.

«Wir wollen Erster werden und aufsteigen»

Die Schweiz steht damit nach dem ersten Turniertag mit vier Punkten auf Platz eins der Gruppe A. Heute Samstag um 12.45 Uhr trifft der Gastgeber auf die Slowakei, danach beginnen Final- und Abstiegsrunde, die am Sonntag abgeschlossen werden. «Wir wollen Erster werden und wieder in die 1. Division aufsteigen», stellt Stomps klar. Vor zwei Jahren stiegen die Schweizer aus der A-EM (Top 8) ab.

Während die Schweizer in der Halle zur Weltklasse zählen – aktuell belegen sie im World Ranking den achten Platz – sind sie in der olympischen Sommerversion dieses Sports, dem Landhockey, weit von der internationalen Spitze entfernt (Rang 34). Die Ziele allerdings sind gross: «2028 möchten wir an den Olympischen Spielen in Los Angeles dabei sein», betont der Schweizer Verbandspräsident Frank Schneider.

Schweizer Vorbild ist Weltmeister Belgien

Als Vorbild gelten die Belgier, die 2018 Weltmeister wurden und 2016 an Olympia Silber gewannen. «Sie haben 4000 Lizenzierte in ihrem Land, wir 2000. Das ist vergleichbar», erklärt Frank und betont: «Wir wollen kein statischer Verband sein, sondern zu einem modernen Unternehmen werden. Wir sehen uns als Start-up.»

Sponsoren-Akquise, Unterstützung der Klubs mit Verbandstrainern und ein hungriges, talentiertes Nationalteam sind die Eckpfeiler der Vision. «In Luzern lancieren wir den Startschuss für dieses Projekt», erklärt Bruno Affentranger, der lokale OK-Präsident der EM und Präsident des NLA-Vereins Luzerner SC. «Wir schrieben viele Schulen an, hatten gegen Italien über 600 Kinder in der Halle, die nichts mit Hockey zu tun ­haben. Wir zeigen auf, dass es möglich ist, die Jungen für unseren Sport zu begeistern.»

Hallenhockey-EM 2. Division. Gruppe A: Schweiz – Italien 7:2. Kroatien – Slowakei 2:3. Italien – Slowakei 5:5. Kroatien – Schweiz 2:2. – Rangliste (2 Spiele): 1. Schweiz 4 (+5). 2. Slowakei 4 (+1). 3. Kroatien 1 (–1). 4. Italien 1 (–5).

Schweiz mit: Kleikemper/Schüpbach; Michel, Morard, Greder (1 Tor), Marelli, Stomps (6), Knabenhans, Brönnimann (2), Schneider, Horvath, Landtwing.

Gruppe B: Dänemark – Türkei 3:7. Portugal – Weissrussland 4:5. Türkei – Weissrussland 5:5. Portugal – Dänemark 6:3. – Rangliste (2 Spiele): 1. Türkei 4 (+4). 2. Weissrussland 4 (+1). 3. Portugal 3. 4. Dänemark 0.
Programm. Samstag (ab 9 Uhr): Dritte Runde mit Schweiz - Slowakei (12.45 Uhr); anschliessend Start Final- und Abstiegsrunde (ab 16.45 Uhr). – Sonntag (ab 10 Uhr): Fortsetzung Final- und Abstiegsrunde.

Modus: Gruppenerste und -zweite bestreiten Aufstiegsrunde, Gruppendritte und -vierte Abstiegsrunde. Top 2 steigen auf.

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