So sieht «kämpfen» aus - der HCK besiegt Wacker Thun

Das war ein Ding!! Der HC Kriens-Luzern schien bereits der Verlierer in der Heimhalle zu sein, als sein Kampfgeist erwachte. Er holte einen Fünftore-Rückstand auf

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Die Kriens kämpften und besiegten Thun. (Bild: Benedikt Anderes)

Die Kriens kämpften und besiegten Thun. (Bild: Benedikt Anderes)

Und dann bezwangen die Luzerner in einer nervenaufreibenden Schlussphase Wacker Thun 28:26. Verdient dank unglaublich viel Kampfbereitschaft, dank nie erlahmenden Siegeswillen und nicht zuletzt auch dank einem cleveren taktischen Konzept, auf das Wacker letztlich keine Antwort wusste.

Das war wohl eine der grösseren Sensationen, was der HC Kriens-Luzern gegen Wacker Thun in der Krauerhalle je zeigte. Mit bis zu sechs Toren lag der Gastgeber hinten. Wirklich Anzeichen für eine Wende sah man nicht. Deckung: Ungenügend. Angriff: Wenig effizient gegen Thuns Keeper Merz. Logische Folge: Hängende Köpfe auf dem Weg in die Kabine, und ein 9:14-Rückstand. Und das mit reduziertem Personalbestand.

Dann aber kam Halbzeit zwei. Und es erwachte im HCK die Kampfeslust, mit einem Sieg doch auf Rang 2 der Tabelle springen zu können. Der HCK entdeckte plötzlich die Lust, gegen einen personell breiter besetzten Gegner ernsthaft dagegenzuhalten. Und er liess dessen Innerschweizer «Lebensversicherung» Lukas von Deschwanden an die kurze Leine nehmen.

Diese taktische Konzept ging auf. Wacker verlor komplett den Faden, machte Fehler und wurde sichtbar nervös. Vorallem auch, weil jetzt Andi Portmann im richtigen Moment ebenfalls ins Spiel fand und mit wichtigen Saves für Rückhalt sorgte. Der HCK glich nach 45 Minuten erstmals aus, ging kurze Zeit später gar selber in Führung. Doch Wacker holte sich die Führung zurück. Und wohl der hinterste und letzte in der Halle dachte: 'Schade - viel Aufwand für den HCK - aber am Schluss kein Lohn...'

Doch die Fans machten die Rechnung ohne den HCK. Der kämpfte nämlich weiter, liess sich nicht unterkriegen - und fightete mit Köpfchen um jeden Ball. Mit einer starken Deckung, in der Spengler sein Comeback gab und Baviera erneut stark aufspielte, auch wenn er früh mit zwei Zeitstrafen belastet war. Erstaunlich, welche beeindruckende Herbstform der Kreisläufer ausspielt. Genauso wie auch Tom Hofstetter, der nicht nur geschickt das Spiel entwickelt, sondern auch als sichererer Skorer auftritt. Baviera (5) und Hofstetter (9) waren es auch, die dem HCK-Spiel in dieser heissen Phase den Stempel aufdrückten.

Die erstarkte Defensive führte den «HC Innerschweiz aus Thun» endgültig vor Probleme. Thuns Raemy alleine erzielte zwar noch zwei spektakuläre Tore - doch ohne den Support des «abgemeldeten» von Deschwanden war vieles von seinem Glanz weg an diesem Abend. Stattdessen glänzte plötzlich der HCK. Er lancierte die wohl unvergesslichsten letzten 5 Minuten, welche in der Krauerhalle je zu sehen waren: Vom 24:26 zum 28:26 - in der Schlussphase eines Spiels um Rang 2 in der Tabelle. Und der Wahnsinn wollte es: Der HCK zog es durch, führte knapp und legte mit einem «stolen Ball» kurz vor Schluss endgültig die Entscheidung herbei. 28:26 - Wahnsinn!

Unter dem Strich ein Sieg des Kampfes und der Leidenschaft. Im Vergleich mit Wacker Thun wohl auch der geschickt eingesetzten Leidenschaft! Und der HCK steht jetzt auf Rang 2 der aktuellen NLA-Rangliste. Und dies notabene auch bei vier Langzeitverletzten aus dem Stammkader ....


HC Kriens-Luzern - Wacker Thun 28:26 (9:14)

Krauerhalle, 700 Zuschauer. SR Hening/Meier

Spielverlauf: 1:0, 1:2, 2:2, 4:4, 5:4, 5:6, 6:7, 7:7, 8:8 (20.), 8:13 (28.), 9:14; 9:15, 11:17, 12:18, 14:18, 16:19 (41.), 19:19 (45.), 22:22, 23:22 (49.), 24:26 (54.), 28:26.

HC Kriens-Luzern: Ineichen/Portmann (ab 19.); Mühlebach, Blättler (2), Spengler, Riederer, Gwerder, Stojanovic (3/2), Baviera (5), Baumgartner (3), Schramm (3), Hofstetter (9).

Wacker Thun: Merz/Winkler (ab 43-); Linder (2), Rubin, Raemy (6), Dähler (3), Lanz (1), Caspar (3), Friedli, von Deschwanden (6), Chalkidis (1), Huwyler (3), Hüsser, Feuchtmann (1).

Bemerkungen: HC Kriens-Luzern ohne Fellmann, Lehmann, Schelbert und Vögtli (alle verletzt). Strafen: HC Kriens 5, Thun 2x2 Minuten.

J.P. Chenet Best Player: Tom Hofstetter (HC Kriens-Luzern), Nicolas Raemy (Wacker Thun)